Euroregion Elbe/Labe

COUREG - COURAGE HABEN UND UNSERE REGION GESTALTEN

Projektpartner

Im Rahmen des Projekts CouReg wird die langjährige Kooperation zwischen der TU Dresden und der Univerzita J.E. Purkyné Usti nad Labem im Fachbereich Politikwissenschaft verstärkt.

Sämtliche wissenschaftlichen Aktivitäten werden von den Universitäten gemeinsam koordiniert. Die TU Dresden übernimmt dabei die Rolle des Lead Partners.

Für die praktische Durchführung wird mit der Aktion Zivilcourage e.V. in Pirna zusammen arbeiten, einem etablierten Anbieter politischer Bildung und demokratischer Jugendarbeit in der Region Sächsische Schweiz, welcher bereits vielerlei Bildungsangebote in Zusammenarbeit mit Schulen durchführt.

In Tschechien fungiert das Büro der Euroregion Elbe/Labe als Partner für Kontakte zu Gemeinden, in denen die Studierenden ihre Untersuchungen durchführen können. Die Programmteile des interkulturellen Austausches werden ebenfalls hier koordiniert.

Projektaufbau

1) Vier Workshops für Studierende

Das Ziel der Workshops besteht in einer verbesserten Kooperation zwischen der TU Dresden und der UJEP in Ústí nad Labem. Dies umfasst die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, gemeinsames Lernen junger Deutscher und Tschechen und interpersonelle Begegnung. Die Studierenden erlangen neues Wissen zur demokratischen Kultur und interkulturelle Kompetenzen. Die zweisprachigen Workshops werden sich mit folgenden Themen befassen: Theorie und Praxis der Zivilcourage, demokratische Kultur, soziale Spannung in den Grenzgebieten, Problem des Rechtsradikalismus und praktische Übungen.

2) Bildungsmodul für Schülerinnen und Schüler

Es werden insgesamt 10 interkulturelle Bildungsprogramme für Schulen in den Grenzgebieten durchgeführt. In Sachsen nehmen vier Oberschulen auf dem Gebiet der Euroregion Elbe teil (2x Pirna, Dohna, Sebnitz). Dazu kommen das Berufliche Schulzentrum Vogtland und das Schiller-Gymnasium Pirna. In Tschechien wird es an vier Schulen/základní školy auf dem Gebiet der Euroregion Elbe (Ústí nad Labem, Tisá, Dubí, Chlumec) gehen. Das Bildungsprogramm besteht aus 90 Minuten Lehre und Simulationen und wird vom deutsch-tschechischen Projektteam durchgeführt (unter Mitarbeit von allen Partnern, Studierenden der beiden Universitäten und der Lehrerinnen und Lehrer vor Ort).

Um die Chancen zu steigern, dass junge Menschen Zivilcourage zeigen, werden in diesem Bildungsmodul theoretische Erkenntnisse aufgegriffen und in praktischen Übungen bearbeitet und trainiert. Es wird dazu eingeladen, eigene Einstellungen und Werte in Form von soziometrischen Aufstellungen und Diskussionen zu reflektieren. Des Weiteren wird die eigene Körperwahrnehmung und -wirkung durch (non-)verbale Übungen zu zweit oder mit der gesamten Gruppe geübt insbesondere zu Grenzsetzung und rollentypischen Auftreten und Wirkung (u.a. Statustheater zu Tätern, Opfer, Beobachtern). Der Schwerpunkt liegt auf exemplarischem Lernen anhand von konkreten Zivilcourage-Situationen in Rollenspielen, durch Beispielvideos sowie digitalen Zivilcourage-Spielen, um das Verhalten und Handeln in kritischen Situationen zu trainieren. Die geplanten Ergebnisse dieser Schulprojekte bestehen ebenfalls darin, dass demokratische Potentiale besprochen und sichtbar gemacht werden, neues Wissen und interkulturelle Kompetenzen vermittelt werden.

Beide Formate schaffen neue Angebote für interkulturellen Dialog und kulturelle Identifikation für junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren in einer strukturschwachen Region.

3) Didaktische Materialien zur Lehre der Zivilcourage

Auch für andere Schulen wird unser Bildungsmodul zur Zivilcourage und zum zivillgesellschaftlichen Engagement junger Menschen auf der Projekt-Webseite mit didaktischen Lehrmitteln in deutscher und tschechischer Sprache veröffentlicht. Es besteht ein Bedarf an diesen (digitalen) Angeboten – diese Lücke möchte unser Projekt schließen.

4) Ergebnisse für breite Öffentlichkeit & Wissenschaft

Für die breite Öffentlichkeit werden durch die Studierenden und die Projektpartner sämtliche Befunde aufbereitet. Dies geschieht einerseits in Form dieser Webseite, die unsere Geschichten über Courage und Demokratie erzählt und andererseits in Form eines Lehrbuchs zur politischen Bildung, welche als Handreichung für Didaktiker der politischen Bildungsarbeit verfügbar gemacht wird. Die politikwissenschaftlichen Implikationen des Projekts CouReg werden durch die beiden Universitäten analysiert und für die Fachöffentlichkeit publiziert.

Auch für politisch Verantwortliche sind die Befunde zu den Vorstellungen junger Menschen interessant, denn sie geben Aufschluss über positive Beispiele couragierten und demokratischen Handelns sowie über Vorstellungen Menschen hinsichtlich der Entwicklung der Grenzregion.

Projektaktivitäten

Am 19.4.2021 fand das erste von drei gemeinsamen Universitätsseminaren der Univerzita J. E. Purkyně und der TU Dresden statt. Unter dem Titel „Demokratische Werte in Tschechien und Deutschland“ erhielten die 33 Studierenden zuerst eine Einführung in die normativen Grundlagen der politischen Systeme beider Länder. Danach arbeiteten die deutsch-tschechischen Studierendenteams in verschiedenen Workshops gemeinsam an einzelnen Grundwerten von Demokratien. Sie tauschten sich dabei zu aktuellen Herausforderungen in den beiden Ländern aus und überlegten, was Politik und Zivilgesellschaft tun müsse, um die Herausforderungen in Demokratieförderung, Umweltschutz und dem Regieren im Mehrebenensystem zu bewältigen.

So wurde beispielsweise der Einfluss Russlands auf die Politik beider Länder besprochen, über politischen Extremismus und Populismus, die Rolle der Europäischen Union, aber auch über ganz persönliche Erfahrungen mit Erasmus-Programmen, dem täglichen Einkaufen unter dem Aspekt von Nachhaltigkeit oder der Verfügbarkeit von Impfungen in der aktuellen Corona-Pandemie.

Am 3.5.2021 folgte der zweite Universitätsworkshop zum Thema „Zivilcourage – Partizipation – gesellschaftliches Engagement“. Nach einer theoretischen Einführung in das Konzept ging es darum, dass  letzten Jahren immer mehr Initiativen, Preise, Kampagnen und Trainingsprogramme zur Förderung von Zivilcourage entstanden. Gleichzeitig schrecken uns immer wieder Übergriffe, Gewalt, Diskriminierung auf. Grund genug, zu hinterfragen, was Zivilcourage ausmacht, wie wir sie fördern können und welche Rolle Selbstwirksamkeitserfahrungen von Bürgerinnen und Bürgern in einer Demokratie spielen können. Gibt es Möglichkeiten durch verbesserte Bürgerbeteiligung und Förderung freiwilligen Engagements mehr Menschen Mut zur Courage zu geben?

„Einführung in die Bildungsarbeit“ hieß es dann im dritten Workshop am 17.5.2021. Unter den drei Fragestellungen:

  • Ausbildung zum Peer-Teamer – wie geht das?
  • Politische Bildung in der Schule – was darf ich?
  • Aufbau eines Onlineseminars – wie mache ich das?

warfen wir einen Blick in die Praxis der politischen Bildungsarbeit. Beronders intensiv diskutierten wir, wo die Grenzen einer politischen Bildung für Zivilcourage liegen müssen und wie sich Anleiter und Lehrende entsprechend der Prinzipien des Beutelsbacher Konsens' in schwierigen Situationen verhalten sollen. Dabei wurde es auch interaktiv und wir testeten diverse digitale Tools und kleine Spiele, die Onlineseminare aufwerten können. Unter der ZIM-Formel besprachen wir, wie ein Workshop-Angebot in Schulen geplant werden sollte. Damit bekamen alle Teilnehmenden einen Vorgeschmack auf die Vertiefungssitzung, in der es dann um die konkrete Planung der Schulprojekte geht, die unsere Studierenden in Schulen durchführen werden. 

Am 31.5.2021 schließen wir unsere Reihe der Onlineseminare mit dem Themengebiet "Zivilcourage praktisch fördern“ ab. Dann heißt es "Machen ist wie Wollen, nur krasser!". Denn Vorfälle von Ausgrenzung, Bedrohung und Diskriminierung sind Teil unseres Alltags. Doch nur wenige schauen hin oder greifen gar ein – oft bleibt es nur bei guten Absichten. Sich mutig für andere einzusetzen und zivilcouragiert zu handeln, lässt sich jedoch trainieren und es bedarf keineswegs Heldentaten, um Ungerechtigkeiten wirksam zu begegnen! Im letzten deutsch-tschechischen Universitätsworkshop zeigen uns Mitarbeiterinnen des Pirnaer Vereins Aktion Zivilcourage e.V., wie sich Handlungskompetenzen vermitteln lassen, damit Menschen in Situationen von Bedrohung und Diskriminierung mutig eingreifen und dazu beitragen, dass Konflikte mittels Verständigung gelöst werden.

Exkursion

„Von Angesicht zu Angesicht“, anstatt „Rücken an Rücken“

Unter diesem Motto möchten wir am 26.6.2021 aufbrechen in die deutsch-tschechische Grenzregion. Studierende der Univerzita Jana Evangelisty Purkyně Ústí nad Labem und der Technischen Universität Dresden erleben gemeinsam die Grenzregion und sprechen über Wege, sie zukünftig zu gestalten.

Ablaufplan

Treff: Wiener Straße 40, 01069 Dresden

Ab 8.00 Uhr Covid-Schnelltest

8.30 Abfahrt Bus Total Tankstelle

Strukturwandel einer Region

10.00-12.00 Uhr Schloss „Jezeří: Braunkohletagebau als Bedrohung von Kulturgütern, aktuelle Proteste gegen die Abholzung alter Wälder, Gespräch mit Aktivisten
Lunch-Pakete

12.30-14.00 Uhr Kirche Mariä Himmelfahrt Most: Kommunistischer Planungsneubau einer Stadt, Versetzung der alten Kirche

Kennenlernen der Gegend

14.15-15.15 Uhr dt.-cz. Partnerübung: Most entdecken

Minderheitenrechte

15.30 Uhr Chanov, Besuch eines Sinti-Roma-Viertel, Gespräch mit Aktivisten & Vertretern der Community

Kultureller Abend

Ab 17.00 Uhr gemeinsames Abendessen im Restaurace "Severka", Kultkneipe der TV-Serie Most!, welche Probleme Nordböhmens thematisiert

Evtl. Abstecher: Kapelle kaple Sinutec: bürgerschaftliches Engagement, verwaiste Dörfer

20.00 Uhr Rückfahrt nach Dresden

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