Euroregion Elbe/Labe

Rückkehr der Madonna

Projektnummer:

EEL-0902-SN-18.02.2022

Lead Partner:

Kirchgemeinde Fürstenwalde-Fürstenau
Kirchpl. 1, 01744 Dippoldiswalde
http://www.kirche-altenberg.de

Project partner:

Spolek pro vybudování Památníku cest za svobodou, z.s.
Baarova 1352/3, 41501 Teplice
http://www.pamatnikcestzasvobodou.cz

Period:

01.03.22 - 31.10.22

Funding:

15.000,00 Euro

Inhalt

Der sog. Fürstenauer Madonnenaltar spielte eine zentrale Rolle im Zuge verschiedener historischer Ereignisse in der Grenzregion und ist damit ein starkes Symbol für die seit Jahrhunderten engen sächsisch-böhmischen Beziehungen. Im 19. Jh. wurde er in der neuerbauten Kapelle im böhmischen Vorderzinnwald aufgestellt und befindet sich heute nach der Zerstörung des Dorfes nach 1945 im Regionalmuseum Teplice.

Durch ein Projekt der Naturschutzstation Osterzgebirge wird anstelle der Kapelle in Vorderzinnwald im Sommer 2022 ein neuer deutsch-tschechischer Begegnungsort aufgebaut. Zudem wird im Frühjahr 2022 die Kapelle in Vorderzinnwald mitsamt Altar im Rahmen eines KPF-Projektes virtuell wiederauferstehen.

Im Rahmen dieses Projektes soll nun die Madonna in einer modern stillisierten, künstlerischen Form nach Fürstenau zurückkehren und dadurch ein sächsisches Pendant zum böhmischen Begegnungsort geschaffen werden. Das Kunstwerk wird der Kristallisationspunkt dafür sein und mitsamt den erklärenden Texten zur Auseinandersetzung mit diesem besonderen Beispiel sächsisch-böhmischer Beziehungen anregen. Neben dem Kunstwerk entsteht eine Ausstellung mit Hintergrundinformationen zur Geschichte und zum Projekt.
Darüber hinaus ist es enorm wichtig, dass beide Begegnungsorte (etwa 2 km voneinander entfernt) verknüpft und mit nachbarschaftlichem Leben gefüllt werden. Dazu ist folgendes geplant:

- alljährliche gemeinsame Festlichkeiten auf der deutschen und tschechischen Seite zur Erinnerung an die historische Verbundenheit beider Dörfer und beider Länder,
- grenzüberschreitende Bildungsprogramme für deutsche und tschechische Gruppen (in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Osterzgebirge, der Euroregion Elbe/Labe und weiteren Partnern),
- Nutzung beider historischer Orte in der touristischen Werbung.

Bei der Umsetzung des Projektes wird auf die inhaltliche wie physische Zugänglichkeit für eine möglichst breite Zielgruppe geachtet. Besonders im Rahmen der Bildungsaktivitäten werden Aspekte der Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung eine wichtige Rolle spielen.

Ergebnisse, Mehrwert, Nachhaltigkeit

Direktes Ergebnis des Projektes wird der neue grenzüberschreitende Begegnungsort in Fürstenau sein, der durch verschiedene Aktivitäten mit dem Begegnungsort in Vorderzinnwald verknüpft sein wird. Das neue Kunstwerk wird dabei den sichtbaren Nukleus des Ortes darstellen. Durch die Historie des Altars und die moderne Form des Kunstwerkes wird Publikum angezogen und zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der Madonna, des Ortes, der Region und beider Länder anregen. Auf diese Weise wird das Verständnis für die gemeinsame Geschichte verbessert und die regionale grenzüberschreitende Identität gestärkt.

Mit Etablierung des Begegungsortes werden vielfältige Bildungs- und Begegnungsaktivitäten stattfinden, die sowohl von den Projektpartnern als auch von weiteren Partnern gemeinsam umgesetzt werden. Auch dadurch wird das grenzüberschreitende Gemeinschaftsgefühl vor allem in der jungen Generation gestärkt. Die ältere Generation wird ebenfalls durch Aktivitäten wie Festlichkeiten, Vorträge und touristische Erlebnisse (Broschüre und Ausstellung) angesprochen. Die Jugend wird sich an der Entstehung des Kunstwerks durch die Debatte mit dem Künstler im Atelier beteiligen.

Langfristig sollen die Begegnungsorte in Fürstenau und Vorderzinnwald, die die enge historische Verbindung beider Dörfer nachbilden, als Kristallisationspunkte für vielfältige grenzüberschreitende Aktivitäten dienen und so weit in die Grenzregion ausstrahlen. Diese positiven Impulse aus einer historisch gebrandmarkten Grenzregion werden die sächsisch-tschechischen Beziehungen voranbringen.