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Neuigkeiten
Tschechischer Hitzerekord in Nordböhmen
Der wärmste je gemessene Ort in Tschechien befindet sich seit Sonntag im nordböhmischen Doksany. Am 28. Juni stieg die Temperatur in der dortigen Messstation auf 41,9 Grad Celsius. Die überhaupt höchste Temperatur wurde damit zum ersten Mal in einem Juni erreicht.
Dass der neue Rekord gerade in Doksany aufgestellt wurde, hat auch Gründe in einigen lokalen Besonderheiten. Die Messstation ist mit 158 Metern über dem Meeresspiegel die am niedrigsten gelegene in ganz Tschechien. Doksany befindet sich zudem im Niederschlagsschatten des Erzgebirges und öfter als anderswo herrscht in Doksany Windstille wie eben am Sonntag. Außerdem ist die Temperatur in Städten gewöhnlich um 1,5 Grad höher als auf dem Land.
Bundesverdienstkreuz für Kristina Kaiserová
Die Historikerin Kristina Kaiserová wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Kristina Kaiserová erhielt die Auszeichnung für ihre Verdienste um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen. „Die Auszeichnung honoriert zugleich Ihr oft freiwilliges Engagement auf dem Gebiet der tschechisch-deutschen Beziehungen und der Erforschung der gemeinsamen Geschichte“, schreibt Steinmeier weiter. Kaiserová erhielt das Bundesverdienstkreuz aus den Händen des deutschen Botschafters in Prag, Peter Reuss.
Kristina Kaiserová wurde 1956 in Varnsdorf geboren und studierte Geschichte und Tschechisch an der Karls-Universität in Prag. Nach sieben Jahren im Archiv in Děčín wechselte sie 1990 an die Universität in Ústí, zunächst als Fachassistentin am Lehrstuhl für Geschichte an der Pädagogischen Fakultät. Außerdem wurde sie wissenschaftliche Sekretärin am Institut für slawisch-germanische Studien, das sie ab 2006 bis heute leitet.
Sie machte sich vor allem um die Gründung des Collegium Bohemicum verdient, das die Ausstellung über die Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien vorbereitete und 2021 eröffnete. Bis heute ist sie Vorsitzende des Verwaltungsrats des Collegium Bohemicum. Doch ihr Engagement geht noch weit darüber hinaus. Sie forschte vor allem zur Geschichte von Ústí (Aussig), aber auch der ganzen sächsisch-böhmischen Grenzregion.
Ehrenamtlich organisierte sie auch über Jahrzehnte den erfolgreichen Sprachkurs Colloquia Ustensia, der jedes Jahr im Sommer in Ústí stattfand. Zugleich engagiert sie sich bis heute in vielen deutsch-tschechischen Initiativen und regt immer wieder die Zusammenarbeit an.
Tschechen sind urlaubsfreudiger als Deutsche
Die Sommerferien haben begonnen, in Tschechien wie jedes Jahr am 1. Juli. 8 von 10 Befragten in Tschechien fahren laut Holiday Barometer in den kommenden Wochen in Urlaub. Damit ist Tschechien unter elf betrachteten europäischen Ländern eines der urlaubsfreudigsten. Mehr Urlaub wird nur noch in Italien gemacht, schreibt die Tageszeitung Děčínský deník, die aus den Ergebnissen der Umfrage zitiert. Beim ehemaligen Urlaubsweltmeister Deutschland planen nur noch 7 von 10 Befragten einen Sommerurlaub.
Der wichtigste Grund für die Zurückhaltung sind vor allem finanzielle Probleme. In Tschechien gaben das unter den 20 Prozent, die nicht verreisen, 62 Prozent der Befragten an. 46 Prozent haben für ihre Zurückhaltung persönliche Gründe. Es waren mehrere Antworten möglich.
Die Urlaubsfreude der Tschechen bezieht sich nicht nur auf die Sommerferien. Laut Holiday Barometer reisen fast zwei Drittel zweimal oder noch häufiger pro Jahr in den Urlaub. Auch dieser Wert ist in Deutschland geringer. Die Hälfte der Befragten aus Tschechien verbringen wenigstens einen Teil des Urlaubs im Inland. In Italien, Spanien und Frankreich sind es mit 7 von 10 Befragten deutlich mehr. Auch sehen 56 Prozent der befragten Tschechen ihren Idealurlaub im Ausland. Nur 3 von 10 verreisen am liebsten im Inland.
Auch das kann finanzielle Gründe haben, denn der starke Kurs der Krone (momentan kostet ein Euro 24,2 Kronen) sorgt dafür, dass Auslandsurlaube günstiger werden. Vor zehn Jahren konnten sich nur 3 von 10 Befragten einen Auslandsurlaub leisten. Laut der Reiseagentur Invia gibt eine tschechische Familie im Urlaub am Meer, also im Ausland, im Schnitt 69.000 Kronen aus, umgerechnet rund 2.850 Euro.
Hřensko erweitert Böllerverbot
Der Grenzort Hřensko (Herrnskretschen) hat das geltende Böllerverbot auf das ganze Gemeindegebiet ausgedehnt. Eine Änderung der bisherigen Verordnung war wegen eines neuen Gesetzes nötig geworden, das unter anderem den Gebrauch von Pyrotechnik in der Nähe von Krankenhäusern oder Seniorenheimen verbietet. Nun befindet sich in Hřensko zwar weder das eine noch das andere, aber die Gemeinde hatte als eine von wenigen bereits vor dem Gesetz ein Böllerverbot und musste das jetzt entsprechend anpassen. Nun gilt das Verbot auf dem gesamten Gemeindegebiet. Dazu gehört auch der Weg zum Pravčická brána (Prebischtor), der jährlich von über 100.000 Menschen genutzt wird. Doch da gelten auch das Waldgesetz und das Naturschutzgesetz, und beide verbieten ebenfalls den Gebrauch von Pyrotechnik.
Die neue Verordnung lässt den Gebrauch von privaten Feuerwerkskörpern nur im bebauten Gebiet zu und das auch nur während des Übergangs vom alten ins neue Jahr.
Stark beanspruchte Notunterkünfte im Riesengebirge
Notunterkünfte sollen eigentlich nur für den Notfall genutzt werden, wie der Name schon sagt. Wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen Česká Televize berichtet, beklagt im Riesengebirge die dortige Nationalparkverwaltung allerdings einen gezielten Missbrauch. Entsprechend seien die Notunterkünfte etwas zu gut genutzt. „Eigentlich sind diese Unterkünfte dafür gedacht, bei schlechtem Wetter Unterschlupf zu finden. Dort kann man sich dann trockene Sachen anziehen und seine Wanderbrote essen“, erklärt Nationalparksprecher Radek Drahný. Bei dem derzeitigen Gebrauch sei dann für jene, die wirklich in Not sind, gar kein Platz mehr. Außerdem trage diese intensive Nutzung zu einer auffallenden Verschmutzung rund um die Unterkünfte bei. Da diese ohne Klo ausgestattet sind, verrichteten die Gäste ihre Notdurft überall in der Umgebung. Dort liegen dann Zellstofftaschentücher und weitere Abfälle.
Für die Übernachtung seien Bergbauden vorgesehen. Da stoßen allerdings offenbar völlig unterschiedliche Vorstellungen von Gebirgstouristik aufeinander. Wie der Fernsehbericht weiter zeigt, sei das Übernachten unter freiem Himmel oder in den Notunterkünften fester Bestandteil des Wanderns im Gebirge. „Für uns sind eher die Bergbauden die Notlösung“, sagte im Fernsehen eine Anna aus Prag. Das sei oft auch eine Geldfrage.
Insgesamt gibt es im Riesengebirge über 20 solcher einfacher Unterkünfte, in denen Schutzsuchende übernachten können. Allerdings drohe bei „Missbrauch“ auch keine Gefahr. An exponierten Stellen werde durch Nationalparkranger kontrolliert. Doch für den ganzen Nationalpark gibt es nur 19 Ranger. Die Durchsetzung einer ausschließlichen Notnutzung wäre also gar nicht möglich.
Anders als im Riesengebirge ist die Übernachtung in einfachen Unterkünften auf der böhmischen Seite des Erzgebirges gewollt. Dort treibt vor allem der Tourismusverband die Aufstellung von verschiedenen einfachen Übernachtungsmöglichkeiten für eine Nacht voran. Diese sind auch mit Toiletten ausgestattet. Sie sind vor allem für Fans des Fernwanderns gedacht, das schon seit einigen Jahren Konjunktur erlebt. Über das Erzgebirge führen verschiedene Fernwanderwege. Einer von ihnen ist die „Stezka Českem“.
Beste Eisdiele gekrönt
Das beste Eis im Kreis Ústí gibt es in dem kleinen Dorf Radejčín, das noch am ehesten durch den gleichnamigen Autobahntunnel durchs Böhmische Mittelgebirge bekannt ist. Nun macht dem Dorf auch das dortige Café "Kolotočka" alle Ehre. Die Leser der Tageszeitung Ústecký deník wählten es mit 52 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz der besten Eisdielen. Nur ganz knapp dahinter landete der Vorjahressieger „Zmrzlina z Garaže“ aus Svádov, einem rechtselbischen Ortsteil von Ústí. Für das Eis aus der Garage stimmten 45 Prozent. Die Eisdiele liegt verkehrsgünstig am Elberadweg. Bei der Abstimmung wurden auch noch weitere Eisdielen vorgeschlagen, die aber nur wenige Stimmen erhielten.
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Liebe Freundinnen und Freunde tschechischer Kultur,
wir möchten Sie auf einen interessanten Abend bei unserem Partner, dem Palaissommer Dresden, aufmerksam machen, der sich unserem Nachbarland widmet.
Der Palaissommer lädt vom 20. Juni bis 26. Juli täglich zu einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen auf dem Dresdner Neumarkt ein. Er ist das jährliche, sommerliche kulturelle Highlight in Dresden und bietet im Festivalzeitraum täglich eine Mischung aus Konzert, Tanz, Kunst, Literatur, Yoga, Gespräch, Workshops, regionaler Gastronomie u.v.m. Eintritt frei!
Die Nacht des 9. Juli steht beim Palaissommer ganz im Zeichen unseres Nachbarlandes. Sie können im Rahmen der Reihe Palais.Horizonte an diesem Abend drei tschechische Künstler erleben.
Ladislav Pazdera
Aufgewachsen in einer Zeit, in der Genregrenzen in der Musik überflüssig geworden sind, bewegt sich Ladislav Pazdera mit seinen akustischen Gitarren auf stilistisch vielfältigem Terrain. Das Spektrum reicht von virtuoser Fingerstyle-Technik bis Jazz; es umfasst traditionelle Inspirationen aus Andalusien und osteuropäischen sowie arabischen Regionen, die Leichtigkeit brasilianischer Musik sowie die filigrane Präzision der Klassik. Ladislavs Gestaltungswillen spiegelt sich in seinem vielgestaltigen Repertoire und in eigenen Kompositionen, die seine Qualitäten als musikalischer Geschichtenerzähler unterstreichen. Variable Stimmungen und Klangfarben, fein ziselierte Passagen und aufleuchtendes dynamisches Temperament verleihen seiner Musik eine charismatische Ausdruckskraft.
Thom Artway
Der einzigartige Sänger, Songwriter und Gitarrist Thom Artway verbindet modernen Sound mit klassischem Songwriting. Thoms Soloauftritte mit der Gitarre schaffen eine Atmosphäre echter Verbundenheit und Nähe zum Publikum. Thom versteht es hervorragend, mit den Zuhörern zu kommunizieren; sie singen oft und begeistert mit. Seine Konzerte sind ein unvergessliches Erlebnis voller purer Freude an der Musik.
Dank seiner Anfänge als Straßenmusiker und seiner Auslandserfahrung ist Thom ein großartiger Performer. Er spielte regelmäßig an der Lennon-Mauer in Prag und verbrachte fünf Monate als Straßenmusiker in Australien. Im Juli 2017 gewann er das Projekt „Czech Fresh“, das den Export tschechischer Musik fördert. Er trat auf dem legendären Sziget-Festival in Ungarn sowie auf Festivals in Großbritannien, Wien, Paris, Budapest und vielen anderen europäischen Städten auf. 2023 gab er vier Konzerte in den USA.
Livepainting | Krystof Strejc
Das musikalische Programm wird begleitet von Kryštof Strejc, die im Rahmen einer künstlerischen Performance, die Klänge des Konzertes in Bildern ausdrückt. Kryštof Strejc ist ein in Prag ansässiger tschechischer Maler und Absolvent der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag (UMPRUM). Sein künstlerisches Schaffen konzentriert sich auf die figurative Malerei, wobei er emotionale Intensität mit raffinierter Komposition und subtilen Farbbeziehungen verbindet. Er hat international ausgestellt, unter anderem in Los Angeles und Kopenhagen.
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Nationalpark meldet höchste Waldbrandstufe
Seit der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag gilt im Nationalpark Böhmische Schweiz die höchste Warnstufe vor Brandgefahr. Damit reagierte die Verwaltung des Nationalparks auf Daten aus Sensoren, die im Gebiet des Nationalparks angebracht sind. Berücksichtigt werden auch Vorhersagen des Tschechischen Hydrometeorologischen Dienstes.
Für Besucher des Nationalparks bedeutet das einige Einschränkungen. Markierte Wege dürfen nicht verlassen werden und zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ist das Betreten des Nationalparkgebiets verboten. Besucher werden an 48 Zugangswegen zum geschützten Gebiet auf die Einschränkungen hingewiesen.
Die höchste Waldbrandstufe bedeutet auch eine erhöhte Bereitschaft der Ranger und anderer Mitarbeiter des Nationalparks. Immer morgens und in den Abendstunden lassen diese Beobachtungsdrohnen mit Wärmebildkameras aufsteigen. Ranger sind mit Notwassersäcken mit 20 Litern Wasser unterwegs und häufiger im Gelände als sonst. Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss mit Strafen rechnen. Das gilt umso mehr für Vergehen gegen Regeln, die auch sonst gelten, wie das Verbot zu Zelten, Lagerfeuer anzufachen, das Rauchverbot oder die Nutzung von Kochern.
Bei aller Waldbrandgefahr ist die tschechische Feuerwehr für Einsätze in dem oft unwegsamen Gelände des Nationalparks inzwischen besser ausgestattet. „Quads und Drohnen helfen. Und es hat sich gezeigt, dass in so einem schwierigen Gelände das Löschen mit Hubschraubern am wirkungsvollsten ist“, zitiert die Tageszeitung Děčínský deník Martin Laníček, den Chef der Feuerwehr im Bezirk Ústí.
Verfassungsrichter schicken Präsident zum NATO-Gipfel
Das tschechische Verfassungsgericht hat in einer Eilentscheidung die Teilnahme von Staatspräsident Petr Pavel beim NATO-Gipfel in Ankara in zwei Wochen angeordnet. Die Regierung hat die Teilnahme zu ermöglichen und darf sie in keiner Weise behindern.
Das Gericht ging bei der Entscheidung von den bisherigen Gepflogenheiten aus. Demnach hatte der tschechische Präsident immer an NATO-Gipfeln teilgenommen. Nur einmal im Jahr 2022 musste der damalige tschechische Präsident Miloš Zeman seine Teilnahme wegen Krankheit absagen.
Präsident Pavel hatte am Montag eine Kompetenzklage beim Verfassungsgericht eingereicht, nachdem die Regierung entschieden hatte, dass der Präsident nicht teilnehmen und Premier Andrej Babiš die Delegation führen solle. Dabei geht es nicht nur um seine Teilnahme am Gipfel, sondern um die Verteilung der Kompetenzen unter den höchsten Staatsämtern wie Präsident und Premierminister. Diese Klage ist noch nicht entschieden. Beobachtern zufolge sei damit erst in einigen Monaten zu rechnen, weil es sich um eine grundlegende Frage handelt. Auch sei nicht entschieden, ob das Gericht dem Präsidenten letztendlich in allen Punkten folgt.
Mit der vorläufigen Entscheidung des Verfassungsgerichts ist der monatelange Streit um die Teilnahme des Präsidenten am NATO-Gipfel noch lange nicht beendet. Nun verlagert er sich zu der Frage, wer die Delegation führen soll. Die Regierung hatte dafür Premier Babiš vorgesehen. Rein protokollarisch führt die Delegation allerdings immer das höchste Verfassungsorgan, also der Präsident.
Premier Babiš kündigte an, die „ungewöhnlich schnelle“ Entscheidung zu respektieren, nannte sie aber „völlig absurd“. „Die Außenpolitik sollte auf dem NATO-Gipfel die Regierung verteidigen, die für sie auch laut Verfassung verantwortlich ist. Deshalb denke ich, dass die Entscheidung des Verfassungsgerichts gegen die Interessen der Tschechischen Republik verstößt“, erklärte Babiš auf dem Kurznachrichtendienst „X“. Außenminister Petr Macinka von den Motoristen wiederum warf Pavel einen „Verfassungsputsch“ vor. Macinka wolle das Urteil respektieren, fügte aber hinzu: „Der Präsident hat der Regierung den Krieg erklärt und hetzt die tschechische Gesellschaft auf.“
Proteste gegen Streichung der Rundfunkgebühren
Mitarbeiter von Tschechischem Fernsehen Česká televize (ČT) und Tschechischem Rundfunk Český rozhlas (ČRo) sind am Montag in einen 24-stündigen Warnstreik getreten. Knapp ein Viertel der Beschäftigten beteiligte sich aktiv, die übrigen sicherten den gesetzlichen Versorgungsauftrag ab. Zuschauer und Hörer konnten den Streik an verschiedenen Zeichen erkennen. Nicht nur, dass über ihn auf den Webseiten berichtet wurde. Es kam auch zu Protestminuten, in denen die Bildschirme schwarz bzw. die Radios still blieben. Die Mitarbeiter kamen an diesem Tag in schwarzer Kleidung auf Arbeit und formierten sich kurz vor Mittag zu einer Menschenkette rund um das Rundfunkgebäude im Stadtteil Vinohrady. Weitere Hundert Mitarbeiter des Fernsehens versammelten sich mittags zu einer einstündigen Protestveranstaltung vor dem Fernsehgebäude, bei der auch bekannte Künstler auftraten. Bereits am Sonntag waren mehrere Tausend Menschen einem Aufruf der Organisation Milion chvilek (Millionen Momente) zur Unterstützung öffentlich-rechtlicher Medien gefolgt.
Laut Regierung sollen die Medien nämlich künftig ihren öffentlich-rechtlichen Status verlieren. Die Rundfunkgebühren werden laut Regierungsbeschluss abgeschafft und durch eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt ersetzt. Momentan beträgt die Gebühr für das Tschechische Fernsehen 150 Kronen (rund 6,25 Euro) und für Radio 55 Kronen (2,30 Euro) im Monat. Der Regierungsentwurf sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen nicht nur anders finanziert werden, sondern auch weniger Geld bekommen. So sollen die Zuwendungen künftig 15 Prozent unter dem jetzigen Niveau liegen, was Einsparungen von 1,4 Milliarden Kronen bedeutet. Das würde laut ČT und ČRo dazu führen, dass 470 bis 700 der 4.250 Beschäftigten entlassen werden müssten. Ein Entwurf des Parlaments wiederum rechnet mit Einsparungen eines höheren dreistelligen Millionen-Kronen-Betrags.
Der Streik wurde von der Mitarbeiterinitiative Veřejnoprávně initiiert. Es wurden weitere Aktionen angekündigt.
Polizei übernimmt ikonische Notenbank-Filiale
Für das ikonische Gebäude der Tschechischen Notenbank ČNB in Ústí nad Labem (Aussig) konnte ein Käufer gefunden werden. Für 43 Millionen Kronen geht es in den Besitz einer anderen staatlichen Institution über, denn hier zieht das Polizeipräsidium ein. Bis Jahresende wird die Notenbank noch Mieterin sein. Dann soll das Gebäude, das sich ganz in der Nähe des Hauptbahnhof und gegenüber dem Einkaufszentrum Forum befindet, saniert werden. Bekannt wurde das 1994 errichtete Gebäude durch das große Pendel an der Fassade.
Bis vor zwei Jahren konnte man hier noch an Schaltern alte Kronenscheine, die sich in Reisetaschen oder irgendwo in den Tiefen des Haushalts fanden, in aktuelle umwandeln. Ende 2024 stellte die Notenbank aus Spargründen jedoch den Betrieb mehrerer Filialen ein, darunter auch in Ústí. Zuerst endet der Schalterbetrieb, Ende dieses Jahres zieht die Bank ganz aus. Die nächste Stelle, wo man von Sachsen aus alte Kronenscheine eintauschen kann, ist nun die Zentrale in Prag. Außerdem gibt es noch die Filialen in Brno, Ostrava und Hradec Králové. Die Schließung der Filialen hängt mit dem Übergang der Notenbank zur digitalen Kommunikation zusammen, heißt es.
Tschechische Filme im Sommerkino Ústí
Nach 13 Jahren sind im Sommerkino von Ústí nad Labem wieder Filme zu sehen. Damit macht das Sommerkino seinem Namen wieder alle Ehre. Lange gab es hier maximal Konzerte und Partys, doch inzwischen erwartet die Besucher wieder ein breites Programm. Dazu gehören Yoga am Morgen und am Abend, Stand-up Comedy, Reisevorträge, Kindertheater, Konzerte und eben neuerdings wieder Filme. Als erster läuft am 5. August der Klassiker „Hoří, má panenko“ (Der Feuerwehrball) von Miloš Forman. Weitere Filme, die zur Aufführung kommen, sind „Brügge sehen ... und sterben?“, „Palm Springs“ oder der tschechische Film „Mimořádná událost“ (Ausnahmesituation), der 2022 bei den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen gezeigt wurde. Wer also des Tschechischen mächtig ist und Klassiker in romantischer Sommeratmosphäre erleben will, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Hat zwar nicht ganz das Flair wie am Elbufer, dafür kann man die großartige Überdachung des Architekten Josef Slíva und des Experten für Stahlkonstruktionen Josef Zeman aus dem Jahr 1954 bewundern.
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Beim Tschechischen Filmmittwoch am 1. Juli zeigen wir die Komödie »Panelstory aneb Jak se rodí sídliště« (Panelstory oder Wie eine Siedlung entsteht) von 1979. Die bekannte Regisseurin Věra Chytilová, eine der wenigen Frauen innerhalb der Tschechoslowakischen Neuen Welle, schildert darin auf ungewöhnliche Weise das chaotische Leben in einer noch im Bau befindlichen Prager Plattenbausiedlung.
Ungewöhnlich ist vor allem die chaotische Erzählweise des Films, die viele Anekdoten mit diversen Figuren verwebt und so das Chaos auf der "bewohnten Baustelle" hervorhebt. Wir begegnen einem Jungen, der aus der Kita abhaut und den Tag auf seine Weise verbringt, einem alten Mann vom Lande, der etwas Menschlichkeit in das anonyme Nebeneinander bringen will, einer schwangeren Studentin, einem eitlen Schauspieler, nicht sehr arbeitsamen Bauarbeitern beim Bier, einem etwas korrupten Malermeister uvm. Jede der Anekdoten ist mit feinem Humor erzählt, und es ergibt sich das Bild einer Gemeinschaft ganz und gar nicht sozialistisch idealer Menschen, die vor allem versuchen, sich irgendwie durchzuwurschteln.
Deshalb musste der Film auch zwei Jahre warten, bevor er nach Fertigstellung in die Kinos kam. „Dabei handelt es sich nicht um eine kritische Reaktion auf das Regime, sondern vielmehr um eine Betrachtung menschlichen Verhaltens“, sagte Věra Chytilová später. Nun, auch das war ein Problem, wenn es zu ehrlich war.
Wir haben für diesen berühmten Film wieder zwei Vorstellungen angesetzt, um 17:45 Uhr und um 20 Uhr. Die spätere ist schon fast wieder ausverkauft, also beeilen Sie sich lieber, wenn Sie die besuchen wollen.
Lithium-Debatte in Dubí
Bis in die Nachtstunden dauerte die öffentliche Debatte über die Umweltfolgen einer künftigen Lithium-Förderung im böhmischen Erzgebirge. In das Volkshaus im Stadtteil Dubí-Pozorka waren am Mittwochnachmittag mehrere Hundert Menschen gekommen, darunter auch aus dem benachbarten Sachsen. Denn die Umweltverträglichkeitsprüfung für das strategische Vorhaben, im Erzgebirge Lithium zu fördern, hat grenzüberschreitenden Charakter, weshalb zuständige sächsische Behörden, Verbände und betroffene Gemeinden in das Verfahren einbezogen sind. Die Veranstaltung am Mittwoch wurde deshalb auch ins Deutsche gedolmetscht.
Wie umstritten die geplante Förderung ist, zeigt sich daran, dass die Anhörung erst kurz vor Mitternacht beendet war, nach fast neun Stunden intensiver Debatte. Sogar die Polizei war gekommen, um die Veranstaltung abzusicher. Immerhin, die Anhörung verlief nach Einschätzung der Polizei friedlich. Anwesend waren Vertreter der Bergbaufirma Geomet sowie Vertreter des Ingenieurbüros, das die 700-seitige Projektdokumentation für die Umweltprüfung erstellt hatte. Darin eingeflossen waren bereits Hunderte Stellungnahmen.
Es kamen vor allem Vertreter der direkt betroffenen Gemeinden wie Dubí, wo im Stadtteil Cínovec das Lithium gefördert werden soll, Újezdeček, wo das Abbauprodukt auf die Eisenbahn umgeladen werden soll, und Kadaň, in dessen Ortsteil Prunéřov das Lithium verarbeitet werden soll. Auch die Bürgermeister umliegender Gemeinden wie der Stadt Teplice sowie von Košťany und Novosedlice waren anwesend.
Allein die Stadt Dubí reichte 73 Forderungen ein. „Wir haben in der Vergangenheit bereits Bergbau erlebt. In Cínovec wurde bis 1990 Erz abgebaut, im unteren Teil von Dubí Braunkohle. Teile der Stadt wurden abgebaggert und die Umwelt zerstört. Jetzt, da sich die Umwelt wieder erholt hat, kommt das nächste Projekt. Die Stadt hat der Republik viel gegeben, die Menschen bekamen dafür 2.000 Kronen Beerdigungsgeld. Ich wundere mich überhaupt nicht, dass die Menschen Angst vor der Zukunft haben“, zitiert die Presseagentur ČTK den Bürgermeister von Dubí, Jiří Kašpar.
Die Stadt und ihre Einwohner fürchten nicht nur neue Umweltzerstörung, sondern auch erhöhte Staubbelastung, mehr Schwerlastverkehr auf den Straßen und Erschütterungen der Häuser. So fragten viele der Einwohner bei der Anhörung, mit welchen Kompensationen sie für die vom Bergbau verursachte Verschlechterung der Lebensverhältnisse sie rechnen können.
Die Bürgermeister interessierte aber auch, woher die Mitarbeiter für den Bergbau kommen sollten, woher sie einpendeln, wo sie wohnen. Teplice befürchtet eine Beeinträchtigung der Thermalquellen. Die Anwesenden kritisierten auch, dass sie für Stellungnahmen nur 30 Tage hatten, obwohl die Dokumentation 700 Seiten lang ist.
Bis Ende des Jahres folgt nun eine Bearbeitung der Stellungnahmen und ihre Einarbeitung in den Forderungskatalog, den Geomet erfüllen muss. Es folgt die Ausarbeitung eines Gegengutachtens und die Vorbereitung der verbindlichen Stellungnahme der Umweltprüfung. Die Umweltprüfung ist Voraussetzung zur Erlangung der Baugenehmigung.
Nicht nur für Tschechien ist der Lithium-Abbau ein strategisch wichtiges Projekt. Die Vorkommen sind auf tschechischer Seite des Erzgebirges deutlich reicher als auf der deutschen Seite. Pro Jahr sollen künftig 3,2 Millionen Tonnen gefördert werden, was einer Jahresproduktion 37.500 Tonnen Lithiumkarbonat entspricht. Daraus können Batterien für rund 1,3 Millionen E-Autos hergestellt werden. Es ist das größte Projekt zur Förderung und Verarbeitung von Lithium in der Europäischen Union.
Edmundsklamm wieder geöffnet
Seit Donnerstag ist die Edmundsklamm wieder für Besucher geöffnet. Seitdem läuft der Betrieb wieder so, wie schon in der letzten Saison, als erstmals seit dem Großbrand im Sommer 2022 wieder Besucher durch die Klamm gehen durften. Das ist weiterhin nur in Begleitung eines erfahrenen Naturführers möglich. Zwischen 9 und 17 Uhr dürfen pro Stunde immer 20-25 Personen in einer Gruppe durch die Klamm geführt werden und mit den Booten fahren. Ein- und Ausgang zur Klamm ist weiterhin nur von Hřensko aus möglich. Das Ticket für den Zutritt zur Klamm kostet inklusive Bootsfahrt 350 Kronen (rund 14 Euro). Tickets werden neuerdings direkt am Eingang zur Klamm verkauft, eine Vorbestellung ist nicht möglich. Die Gemeinde bereitet aber den Start eines Buchungssystems über das Internet vor.
In den vergangenen Monaten mussten gefährliche Felsblöcke beseitigt und stabilisiert werden. Außerdem wurden in der Schlucht umgestürzte Bäume beseitigt sowie Bäume, die umzustürzen drohten.
Abholzungsexperte wird Nationalparkchef
In den vergangenen Tagen wurden vom tschechischen Umweltministerium zwei wichtige Führungspositionen neu besetzt. Zum Direktor des Nationalparks Riesengebirge wurde Petr Moravec ernannt. Die schon länger vakante Position des Direktors der Umweltinspektion wurde mit Pavel Straka besetzt.
Damit setzt sich der Trend fort, dass wichtige Positionen mit der Partei der Autofahrer (Motoristé) nahen Personen besetzt werden. Das Umweltministerium wird von der Motoristenpartei geführt. Petr Moravec steht vor allem der Holzfällerindustrie nahe. Zuletzt wirkte er als Lehrer an der Forstakademie in Trutnov. Kritik an der Ernennung kam schon vor Wochen aus den an den Nationalpark angrenzenden Gemeinden wie Trutnov und Vrchlabí. Sie hatten vor Moravec gewarnt. Er sei nicht kompetent für den Job. Auch die Umweltorganisation Hnutí Duha (Bewegung Regenbogen) kritisierte die Ernennung. "Der Leiter des Nationalparks braucht vor allem Expertise in Naturschutz und Führungserfahrung. Moravec hat weder das eine noch das andere", sagt der Waldschutzexperte von Hnutí Duha, Jaromír Bláha.
Der bisherige Nationalparkchef wurde bald nach Übernahme des Umweltministeriums durch die Motoristen von seinem Amt entbunden. Dahinter stand auch die Betreiberin der Wiesenbaude (Luční bouda). Ihr hatte der Nationalpark verboten, Gästen des Hotels die Anfahrt mit dem Auto zu ermöglichen.
Die zweite Personalie ist allerdings noch kontroverser. Mit Pavel Straka wurde ein Immobilienunternehmer an die Spitze jener Organisation berufen, die die Einhaltung des Naturschutzes kontrollieren soll. Sie wird aktiv bei Umweltkatastrophen, kontrolliert große Emittenten von Schadstoffen und ahndet Verstöße gegen Umweltgesetzgebung. "Er hat weder Erfahrung noch Expertise. Er handelt mit Immobilien. Das ist unglaublich", zeigte sich der Umweltminister der Vorgängerregierung Petr Hladík (KDU-ČSL) entsetzt. Er befürchtet, dass sich Straka künftig parteiisch zu großen Umweltsündern verhält. "Das geht ganz leicht, indem man vorgesehene Kontrollen vernachlässigt oder sie erst später durchführt. Der Möglichkeiten sind viele", wird Hladík in der Tageszeitung Hospodářské noviny (HN) zitiert.
Neue Museen in Nordböhmen
In Nordböhmen, nahe der Grenze zu Sachsen, haben drei spannende neue Museen eröffnet. Seit Anfang Juni zeigt eine Ausstellung in Duchcov (Dux) das Erbe der figürlichen Porzellanproduktion. Bis vor drei Jahren wurden die Figuren und Plastiken aus dem weißen Gold sogar noch in der Stadt hergestellt. Die Fabrik Royal Dux war eine bekannte Marke, bevor die Eigentümerfirma Český porcelán das Werk schloss. Kleine Teile der Produktion wurden in das Hauptwerk nach Dubí verlagert. Die 170-jährige Porzellangeschichte in Duchcov dagegen war zu Ende. Die Ausstellung befindet sich am historischen Hauptplatz Náměstí republiky 49/10 im sogenannten Scheithauer-Haus. Hier befindet sich eine Filiale des Stadtmuseums. Geöffnet ist die Ausstellung von Juni bis September, Montag bis Freitag 11-15 Uhr und am Wochenende von 10-16 Uhr. Außerhalb dieser Monate ist eine Besichtigung nach vorheriger Vereinbarung mit dem Stadtmuseum möglich. In der Ausstellung können großartige künstlerische Porzellanwerke aus verschiedenen Epochen bewundert werden.
Auch in Bílina gibt es eine große Tradition und auch sie ist bedroht: die Produktion des bekannten Biliner Sauerbrunnens (Bílinská kyselka). Das bekömmliche Wasser hat nebenbei eine medizinische Wirkung, vor allem für den Verdauungsapparat. Berühmt wurde es zu den größten Zeiten des Kurwesens im nahen Teplice. Damals wurde der Sauerbrunnen auch verordnet, damit die Kurgäste sich auch mal ein Glas Wein genehmigen konnten. Der Sauerbrunnen war dann sozusagen die Kompensation. Gemixt mit Orangensaft schmeckt er wie Fanta. Die Firma Bohemia Healing Marienbad Waters, die bis heute den Sauerbrunnen auf Teilen des Geländes des früheren Kurbades abfüllt, ist in Konkurs gegangen, produziert aber weiter und machte sogar nach Jahren wieder Gewinn. Das weitere Schicksal ist trotzdem unklar. Dafür hat im Frühling in der Partnerstadt von Dippoldiswalde ein Museum für den Sauerbrunnen eröffnet. Es befindet sich auf dem Gelände des Abfüllbetriebs unterhalb des historischen Kurhauses und macht mit der Geschichte nicht nur des Sauerbrunnens, sondern noch weiterer Heilquellen aus der nordböhmischen Region bekannt. Sie befasst sich mit der Förderung der Heilquellen, der Entwicklung der Marken und dem Kurwesen. Das Museum hat täglich 8.30 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 150 Kronen, ermäßigt 70 Kronen.
Das jüngste Museum befindet sich in Sulejovice bei Lovosice unweit der Autobahnabfahrt. Das Dorf ist bekannt für seine große Baustofffabrik, die ebenfalls eine lange Tradition hat. Also wurde am vergangenen Samstag hier das erste Ziegelmuseum Tschechiens eröffnet. In der Sammlung befinden sich rund 800 Ziegel unterschiedlicher Herkunft. Das älteste Stück stammt aus dem Jahr 1765. Da gab es in Sulejovice noch keine Ziegelei. Die wurde auf Initiative der Familie Schwarzenberg im Jahr 1846 gegründet. Den Schwarzenbergs gehörten die Ländereien rund um Sulejovice und sie setzten sich sehr für den industriellen Fortschritt ein. Das Museum befindet sich im Ortsamt an der Adresse Náves 5 und hat Montag und Donnerstag 13-17 Uhr, Dienstag 8-12, Mittwoch 10-15 und Freitag 8-11 Uhr geöffnet. Gruppen können sich unter der Adresse muzeumsulejovice@seznam.cz auch außerhalb der Öffnungszeiten anmelden. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird erbeten.
Bestsellerautorin Tučková gastiert in Dresden
Sie führt in Tschechien regelmäßig die Bestsellerlisten an. Kateřina Tučková wurde in Tschechien mit ihrem Roman "Die Vertreibung der Gerta Schnirch" auf einen Schlag bekannt. Der Roman, der von der Vertreibung der Deutschen aus der Stadt Brünn handelt, wurde auch ins Deutsche übersetzt. Auch jeder weitere Roman von ihr kam bei der Leserschaft in Tschechien sehr gut an. Am kommenden Dienstag gastiert sie mit ihrem neuen Buch "Weißwasser", tschechisch: Bílá voda, im Landhaus Dresden. Das Buch liegt bisher nur auf Tschechisch vor. Vielleicht wird ja am Dienstag bekannt gegeben, wann das spannende Buch auf Deutsch erscheint. Es handelt vom Schicksal eines Nonnenklosters in einem abgelegen Winkel an der polnischen Grenze. Der Ort war für Tučkovás Buch titelgebend. Beginn ist 19 Uhr, Karten für 5 und 3 Euro gibt es an der Abendkasse. Mit der Autorin spricht Šárka Atzenbeck, Tschechisch-Lektorin an der TU Dresden, die Übersetzerin Martina Lisa trägt Teile des Buches auf Deutsch vor.
Neuauflage für Ostrov-Festival
Einige Jahre war es wieder etwas ruhiger in dem Dorf Ostrov (Eiland), direkt an der Grenze zu Sachsen, eingerahmt von Felsen, abgeschieden, fast nicht mehr Tschechien und doch noch nicht Sachsen. Eine Idylle für Kletterer, aber auch all jene, die sich mal eine Auszeit nehmen wollen, auch vom Handysignal. Denn das ist hier nicht sehr stark.
Stark wird es aber an diesem Wochenende sein, und laut, denn es findet das deutsch-tschechische Festival Ostrov/Eiland statt. Freitag und Samstag spielen Bands aus Tschechien und Deutschland, darunter große Namen wie Letní kapela, Die Ukrainiens, Bratři. Květy musste leider absagen. Dafür kommen noch weitere Bands von beiden Seiten der Grenze, die wahrscheinlich bald bekannt werden. Der Eintritt kostet 500 Kronen, ermäßigt 200. Übernachten ist vor Ort auf dem Campingplatz möglich.
Ausrichter des Festivals sind der Verein Kultura Tisá und Jugendclub Rosenthal e.V., die dabei mit EU-Fördermitteln unterstützt werden. Mancher wird sich noch an das Festival Rock on the Rocks erinnern, das hier vor Jahren Fans anlockte. Auch das war ein deutsch-tschechisches Festival und der Verein Kultura Tisá schon damals mit an Bord. Nun gibt es also eine Fortsetzung.
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