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Neuigkeiten
Wieder Großbrand in der Böhmischen Schweiz
Sechs Tage kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen in der Böhmischen Schweiz. Mit dem Regen, der am Mittwoch einsetzte, konnten die Flammen endlich besiegt werden. Es war nach 2022 der zweite Großbrand in der Böhmischen Schweiz. Dass er nicht größer wurde, war dem schnellen Handeln von Nationalparkrangern und Feuerwehr zu verdanken. Der Nationalpark konnten den Ausbruch am 2. Mai im Gebiet zwischen Rynartice und Dolní Chřibská schnell lokalisieren. Dennoch – wie fast überall in dem felsigen Gebiet des Nationalparks – waren die Löscharbeiten aufgrund des anspruchsvollen Geländes schwierig. Innerhalb von sechs Tagen waren bis zu 600 Feuerwehrleute aus Tschechien und der Slowakei im Einsatz. Außerdem halfen acht Hubschrauber, welche die Armee und die Polizei stellten. Zwei Black-Hawk-Hubschrauber kamen aus der Slowakei zu Hilfe. Angaben der Feuerwehr zufolge brannten rund 100 Hektar Fläche. Zum Vergleich: Im Sommer 2022 brannten 1.000 Hektar und es waren bis zu 6.000 Feuerwehrleute nicht nur aus Tschechien, sondern auch aus Polen, Italien, Deutschland, Schweden und der Slowakei beteiligt.
Die Feuerwehr hat das betroffene Gelände wieder dem Nationalpark übergeben, wird aber noch 14 Tage Brandwache halten. Gleichzeitig treibt die Polizei die Ermittlungen nach der Brandursache voran. Die wichtigste Frage ist, ob der Brand mit Absicht gelegt wurde. Erste Indizien sind zum Ursprungsort des Brandes gefunden. Weitere Informationen möchte die Polizei allerdings nicht veröffentlichen, um den weiteren Fortgang der Ermittlungen nicht zu gefährden.
Der Brand warf erneut die Frage auf, wie mit Totholz im Wald umgegangen werden sollte. 2022 hatten Kritiker des Nationalparks das viele Totholz als Brandbeschleuniger ausgemacht. Im Nationalpark wird Totholz nicht in dem Maße wie in anderen Wäldern aus dem Wald geräumt. Umweltminister Igor Červený, der sich selbst ein Bild von der Brandbekämpfung gemacht hatte, bekannte sich dazu, Totholz im Wald zu lassen, rief aber dazu auf, die Strategie unideologisch zu überarbeiten und damit den neuen Realitäten anzupassen.
Wie der Nationalpark mitteilt, bleiben das Brandgebiet sowie unmarkierte Wege in dem Gelände bis auf weiteres gesperrt. Markierte Wanderwege, die wegen des Brandes gesperrt worden waren, sollen schrittweise wieder öffnen.
Děčín hat eine neue Elbbrücke
Nach fast zwei Jahren Bauzeit wurde die neue Elbbrücke in Děčín (Tetschen) für Fußgänger und Fahrradfahrer eröffnet. Sie hängt zum Teil an die bestehende Eisenbahnbrücke und verbindet die Ufer des linkselbischen Stadtteils Podmokly (Bodenbach) mit der Děčíner Altstadt. Damit erhofft sich die Stadt auch eine Verbesserung der Verkehrssituation. Vor allem Radfahrer hatten bisher das Problem der Elbquerung, wechselt doch der gut genutzte Elberadweg in der Stadt die Ufer. Dafür war die Tyrš-Brücke vorgesehen. Dort sollten Radfahrer bisher einen Fußgängerstreifen der Brücke nutzen, was immer wieder zu Konflikten führte, ebenso bei der Nutzung der Straße über die Elbbrücke. Nun haben Fußgänger und Radfahrer eine ganz eigenständige Querung.
Erste Ideen für die Brücke gehen auf das Hochwasser im Jahr 2002 zurück. Bei der Sanierung der Eisenbahnbrücke vor 12 Jahren wurden bereits Anker zur Aufhängung der künftigen Fußgänger- und Radfahrerbrücke installiert. 2018 wurde ein Architekturwettbewerb gestartet, den das Prager Büro um den Architekten Alexandr Kotačka gewann.
Auffällig ist die rote Farbe, mit der die Metallflächen gestrichen wurden. Handläufe und Wegplatten sind aus Holz. An den für die Dehnung geschaffenen Übergängen ließen die Architekten sogar Platz für Lyrik. Auf den roten Metallplatten wurden Gedichte des Děčíner Lyrikers Radek Fridrich zum Thema der 12 barocken Laster und Tugenden eingebrannt.
Die Baukosten für die Brücke beliefen sich auf 130 Millionen Kronen (5,3 Millionen Euro). Davon wurden 42,5 Millionen Kronen aus EU-Fonds finanziert.
Tschechische Wirtschaft in Wachstumslaune
Die tschechische Wirtschaft ist vorläufigen Angaben zufolge im ersten Quartal auf Jahressicht um 2,1 Prozent gewachsen. Auch im Vergleich mit dem letzten Quartal 2025 ergab sich ein Wachstum, nämlich um 0,2 Prozent. Ähnlich wie Deutschland fehlen in Tschechien die Impulse vom früher so starken Außenhandel. Dafür springt eine solide Inlandsnachfrage bei. Vor allem der Konsum privater Haushalte zeugt von Vertrauen und Zuversicht, unterstützt durch eine niedrige Arbeitslosigkeit und steigende Gehälter. Positiv wirkte sich auch der Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen aus.
Trotz der guten Werte, über die man in Deutschland hochzufrieden wäre, hagelte es von Analysten eher Kritik. Der Wert sei der niedrigste seit dem 1. Quartal 2024 und bliebe hinter den Erwartungen zurück. Umso mehr, da das erste Quartal noch nicht so stark von den Auswirkungen des Krieges im Iran betroffen war. Diese Folgen dürften sich viel stärker in den weiteren Quartalsstatistiken niederschlagen. Sollte der Konflikt mit dem Iran länger dauern, werde es schon ein großer Erfolg, wenn das Wachstum im Gesamtjahr 2026 bei 2 Prozent liegt, so die Vorhersage.
Mobile Übernachtungswagen im Erzgebirge
Weitwandern liegt in Tschechien schon einige Jahre im Trend. So auch im Erzgebirge. Über den Kamm auf tschechischer Seite verlaufen mit den Wegen Stezka Českem (Pfad um Tschechien) und Hřebenovka (Kammweg) gleich zwei Fernwanderwege. Dem trägt die Tourismusagentur Krušnohoří (Erzgebirge) Rechnung, indem sie Übernachtungsplätze einrichtet. Nachdem bereits stationäre Plätze eingerichtet wurden, folgten nun vier mobile. In einer Art Bauwagen wurden jeweils vier Liegeplätze eingerichtet. In Cínovec (genauer Standort hier) und bei Hora Svatého Šebestiána stehen seit Ende April jeweils zwei dieser Wagen. Neben den insgesamt acht Liegeplätzen besteht im Bereich der Wagen auch die Möglichkeit zu zelten.
Um in die Wagen zu kommen, müssen sich Wanderer bei verantwortlichen Personen melden. Die Kontaktdaten sind an den Übernachtungswagen angegeben. In Cínovec ist das Vendula Laštovková, die schon länger mit dem Fernwanderweg Stezka Českem verbunden ist.
Die Herrichtung der Wagen kostete inklusive mobiler Toilette 2,6 Millionen Kronen (107.000 Euro). Finanziell unterstützt wurde das Unterfangen von den Bezirken Ústí und Karlovy Vary. Insgesamt sollen in Zukunft zehn Übernachtungsplätze über das Erzgebirge verteilt sein, immer aller rund 25 Kilometer. Die Tourismusagentur erhofft sich davon nicht nur eine Zunahme der Fernwandertouristik, sondern auch mehr Ordnung und weniger Müll rund um die Übernachtungsplätze.
Die vier Wagen werden am Ende jeder Wandersaison wieder weggefahren. Für ihre Aufstellung war so keine Baugenehmigung nötig, da es sich um temporäre Bauten handelt.
Endlich Direktverbindung Prag-Kopenhagen
Am 1. Mai fuhr erstmals ein Zug die lang geplante Direktverbindung der Tschechischen Eisenbahn České dráhy von Prag nach Kopenhagen. Die Sanierung und Vollsperrung der Strecke Berlin-Hamburg hatte den Start der Verbindung zunächst verzögert. Zwar wird immer noch gebaut und der Zug muss momentan noch einen Umweg über Stendal, Uelzen und Lüneburg nehmen. Aber immerhin gibt es so eine neue Direktverbindung mit der Bahn nicht nur für Prag, sondern auch Ústí nad Labem, Děčín, Bad Schandau und Dresden, die alle an der Strecke liegen.
Noch komfortabler wird es ab Mitte Juni, wenn die Bauarbeiten zwischen Hamburg und Berlin endgültig abgeschlossen sein werden. Dann schafft der Zug die gesamte Strecke um 75 Minuten schneller. Außerdem wird es dann gleich drei Zugpaare pro Tag geben, davon eine Verbindung über Nacht. České dráhy setzt für die Verbindung ihre modernsten ComfortJet-Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 230 Stundenkilometer ein. Auch ein Bordrestaurant mit frisch gezapftem tschechischen Bier darf natürlich nicht fehlen.
Vorsicht vor Zecken in Tschechien
Der Tschechische Hydrometeorologische Dienst hat vor verstärkter Zeckenaktivität gewarnt. Zwar sei sie durch den Niederschlag etwas abgedämpft, aber die Gefahr bleibe auch trotz Regen hoch. Aufgrund der milden Winter beginnt die Zeckenaktivität teils schon im Februar.
Zecken können Krankheiten übertragen. Dabei bestehe häufig der Irrtum, dass man sich solche eher beim Ausflug in die Natur einfangen könne. Doch in der Stadt ist eine Übertragung zum Beispiel von Borrelien viel höher. Trägt auf dem Land ungefähr jede zehnte Zecke diese Bakterien in sich, ist es in der Stadt jede vierte. Und gerade dort sei die Vorsicht deutlich geringer, so die Beobachtung von Experten. Die Warnung vor hoher Zeckenaktivität gilt für die ganze Tschechische Republik.
Tschechischer Umweltminister treibt Elbe-Staustufe voran
Der tschechische Umweltminister Igor Červený hat die Wichtigkeit des Baus einer Elbe-Staustufe bei Děčín (Tetschen) betont. Eine Elbe-Staustufe hätte Bedeutung für die Verteidigung des Landes, die Senkung der Kohlenstoffemissionen und auch für die Energieunabhängigkeit von Děčín und seinem Umland, sagte der Umweltminister vor Journalisten in Prag. Die Vorbereitung des Baus soll in einer Arbeitsgruppe koordiniert werden, die gemeinsam mit dem Verkehrsministerium gebildet wurde. Červený veranschlagt für den Bau Kosten in Höhe von 6-8 Milliarden Kronen (250-330 Millionen Euro). Sein Ziel sei, das Projekt bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2029 so weit zu haben, dass der Bau beginnen kann.
Die Hauptargumente für die umstrittene Staustufe sind nicht neu. So soll die Elbeschifffahrt, die wegen niedriger Pegel momentan nur einen Teil des Jahres möglich ist, künftig mehr Güter aufnehmen, die sonst auf der Straße transportiert werden würden. Auch der Bau eines Wasserkraftwerks als Teil der Staustufe, mit dem bis zu einem Drittel des Energiebedarfs der Stadt Děčín gedeckt werden könnte, ist lange geplant, erhält aber angesichts hoher Energiepreise eine stärkere Dringlichkeit. Das Argument, dass die Staustufe auch der Verteidigungsfähigkeit des Landes dient, ist allerdings neu. Červený sprach von der strategischen Bedeutung des Děčíner Elbehafens, der übrigens dem Land Sachsen gehört, für die NATO.
Červený sagte gegenüber Journalisten auch, dass er bereits mit dem „Staatssekretär der sächsischen Republik“ gesprochen habe, ohne Namen zu nennen. Ein Treffen mit dem sächsischen Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch sei in Vorbereitung. Der Freistaat Sachsen hatte in der Vergangenheit große Vorbehalte gegenüber einem Bau einer Staustufe auf tschechischer Seite, nahe der Grenze. In Deutschland wird die Elbe bis auf eine Staustufe bei Geesthacht kurz vor Hamburg nicht angestaut.
Auch andere sächsische Institutionen sowie Umweltorganisationen befürchten negative Auswirkungen für Sachsen. Konkret werden unter anderem eine Verschlechterung der Wasserqualität, eine Einschränkung der Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt und negative Auswirkungen auf die Wassermenge erwartet.
Das Projekt einer Elbestaustufe wird in Tschechien bereits seit den 1990er Jahren verfolgt. Aktuell läuft eine neue strategische Umweltprüfung. Früheren Angaben zufolge soll sie 2027 abgeschlossen sein. Die Vorgängerregierung plante den Baubeginn für 2032.
Kurze Wochen in Tschechien
Traditionell Anfang Mai freuen sich die Tschechen über zwei Feiertage. Dieses Jahr fallen der 1. Mai und der 8. Mai sogar auf einen Freitag, was gleich zwei verlängerte Wochenenden macht. Nicht wenige nutzen das für einen Kurztrip.
Feiertage bedeuten aber auch geschlossene Läden. Dabei ist der 1. Mai (wie bei uns Tag der Arbeit) nur ein sogenannter kleiner Feiertag. Damit dürfen alle großen Geschäfte wie Supermärkte und Kaufhäuser offen bleiben. Am 8. Mai (Tag des Sieges über Hitlerdeutschland) dagegen müssen auch die geschlossen bleiben. Geschäfte mit weniger als 200 Quadratmeter Verkaufsfläche betrifft das zwar nicht. Da sich die Kundschaft allerdings auf die freien Tage einstellt bzw. verreist ist, lohnt es für die meisten nicht, zu öffnen. Alternativ beschränken sie die Öffnungszeit auf den Vormittag.
Auch Cafés öffnen wie kleine Läden häufig erst später. Während die Läden bald wieder schließen, bleiben die Cafés allerdings meist offen. Jedenfalls sollte man sich nicht wundern, wenn nicht nur Läden am Feiertag geschlossen bleiben. Auch für viele Dienstleister lohnt die Öffnung nicht, selbst wenn sie es dürften. Geöffnet sind allerdings meist alle touristisch relevanten Einrichtungen wie Museen, Schlösser, Zoos oder Restaurants.
Wer dringend einkaufen muss, kann sich zudem auf großen Bahnhöfen, Flughäfen oder an ähnlichen Orten mit hoher Konzentration an Menschen, wie es offiziell heißt, mit dem Nötigsten eindecken. Dort haben dann auch normale große Supermärkte geöffnet.
Tochter von Karel Gott startet Karriere als Sängerin
Bisher konnte es nur einen Gott geben – Karel Gott. Der 2019 verstorbene Schlagersänger war in Tschechien und Deutschland gleichermaßen beliebt. Doch nun schickt sich eine 20-jährige an, die Tradition des Namens Gott im Musikgeschäft fortzusetzen. Die Rede ist von Charlotte Gott, eine von zwei Töchtern der Ehe von Karel Gott und seiner Frau Ivana Gottová. Das in Tschechien bei Frauen übliche -ová am Namensende hat sie beschlossen, wegzulassen, was in Tschechien noch nicht so lange möglich ist. Der Name Gott sei international besser zu gebrauchen. Er ist aber einfach auch eine Marke, eben jene, die der Vater zu Berühmtheit brachte.
Karel Gott selbst hatte dafür gesorgt, dass seine zwei Töchter (die zweite ist zwei Jahre jünger und heißt Nelly) musikalisch aufwachsen. Charlotte sang bereits mit sieben Jahre in einem Musical. Mit zehn steuerte sie gemeinsam mit ihrem Vater zwei Lieder zum Soundtrack von Anděl Páně 2 bei, einem der erfolgreichsten tschechischen Filme. 2019 dann, kurz vor dem Tod ihres Vaters, nahm sie 13-jährig mit ihm das Lied „Srdce nehasnou“ (Herzen verlöschen nicht) auf, das zum letzten Hit ihres Vaters wurde – und zu ihrem ersten.
Am 30. April, dem Tag ihres 20. Geburtstags, veröffentlichte sie nun ihre Single „In too deep“, die in London produziert wurde. In dem Lied singt sie auf Englisch, was auch weiter die Sprache ihrer Lieder sein soll, wie sie sagte. Für den Herbst ist eine EP angekündigt. Gott sagte selbst, sie habe die Ambition, international erfolgreich zu sein. Dass das nicht leicht wird, dessen sei sie sich bewusst. Produziert wurde ihre Single von dem englischen Songschreiber und Produzenten Sacha Skarbek.
Neuer Prager Erzbischof ins Amt eingeführt
Stanislav Přibyl ist neuer Erzbischof von Prag. Am 25. April wurde er in der Kathedrale der Heiligen Veit und Adalbert (Vít und Vojtěch) in Anwesenheit von 40 Bischöfen aus Tschechien und dem Ausland sowie des Präsidentenpaars Petr Pavel und Eva Pavlová feierlich ins Amt eingeführt. Am Montag nahm er offiziell die Amtsgeschäfte auf. Přibyl ist der 38. Erzbischof von Prag. Er ist 54 Jahre alt und es wird erwartet, dass seine Amtszeit länger dauern wird als die vieler seiner unmittelbaren Vorgänger. In der katholischen Kirche ist vorgesehen, dass Bischöfe mit 75 Jahren beim Papst ihre Absicht bekunden, vom Amt zurückzutreten. Aber auch dann können sie noch einige Zeit im Amt bleiben.
Sein Vorgänger Jan Graubner bat alle Gläubigen, gemeinsam mit dem neuen Erzbischof die Erneuerung der Kirche in Tschechien anzugehen. Přibyl hatte selbst vor einiger Zeit in einem Interview gesagt, er wollte zu einer Veränderung der Atmosphäre in der Kirche wie der Gesellschaft beitragen. „Ich habe das Gefühl, dass hier zu viel Spannung herrscht“, so Přibyl. Er war am 2. Februar von Papst Leo zum neuen Erzbischof von Prag ernannt worden.
Přibyl war seit 2023 Bischof von Litoměřice, wo er bereits bis 2016 als Generalvikar wirkte. Danach war er sieben Jahre Sekretär der Tschechischen Bischofskonferenz, in der Hierarchie ein wichtiger Posten. Přibyl hat nicht nur einen Doktortitel der Theologie, sondern er absolvierte auch ein Magisterstudium an der sozioökonomischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem (Aussig). 2025 wurde ihm von der Katholischen Fakultät der Karls-Universität Prag der Doktortitel für Kunstgeschichte verliehen. Seit 1995 ist er Mitglied des Redemptoristenordens.
Schicht-Familie erhält Grabstätte zurück
Die Familie Schicht erhält die Grabstätte des Unternehmers Johann Schicht in Ústí-Střekov (Aussig-Schreckenstein) zurück. Darauf einigte sich die Nachfahrin des berühmten Seifenkönigs Leonore Novotny-Schicht mit der Stadt. Die Stadt hatte die Grabstätte 2021 übernommen und der Nachbarschaftsstiftung von Ústí übergeben, die allerdings nicht ausreichend Mittel für die Restaurierung auftreiben konnte. Daraufhin fiel die Grabstätte im Januar wieder an die Stadt, die sie nun der Familie übergab. Allerdings ist die Familie verpflichtet, der Stadt 43.000 Kronen (knapp 1.800 Euro) zu zahlen. So viel kostete die Projektdokumentation zur Restaurierung der Grablege.
Die Familie Schicht erlebt nicht nur in Ústí gerade eine Renaissance. Die Villa von Heinrich Schicht aus den 1930er Jahren gehört ihr schon länger wieder. Außerdem wurde ein Film über die Unternehmerfamilie gedreht („Der König der Seifenblasen“), der die Macher des Schicht-Imperiums überhaupt in Tschechien bekannt machte. Er wird in diesem Jahr bei den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen zu sehen sein. Und neuerdings wird eine Umbenennung der Žukov-Straße in Střekov in Schicht-Straße debattiert. Die Straße wird gerade saniert und führt direkt an den ehemaligen Schicht-Werken vorbei. Žukov wiederum war ein sowjetischer General, der in Tschechien nicht sonderlich beliebt ist. Eine schon einmal geplante Umbenennung in Marlene-Dietrich-Straße scheiterte allerdings schon einmal. Dietrich weilte oft in Ústí bei ihren Schwiegereltern.
Straßensperrung in der Böhmischen Schweiz
Die Straße von Hřensko (Herrnskretschen) nach Janov (Jonsdorf) in der Böhmischen Schweiz wird für einige Wochen gesperrt bleiben. Dabei kommt es bereits am 16. Mai zu einer ersten Sperrung, weil an dem Tag das traditionelle Bergzeitfahren Janovský trhák (Jonsdorfer Reißer) gefahren wird. Ab Montag, dem 18. Mai, rücken aber Baufahrzeuge an. Bis Ende Juni ist die Straße aufgrund von Bauarbeiten nicht befahrbar. Auf der Straße wird vor allem das Abflusssystem für Regenwasser erneuert sowie am Ende eine neue Asphaltschicht aufgetragen.
Für Autofahrer bedeuten das große Umleitung über Mezní Louka, Jetřichovice und Srbská Kamenice oder Děčín, Kámen und Arnoltice. Von der Sperrung ist auch der Busverkehr betroffen. Die Linie 441 entfällt für die Zeit der Bauarbeiten.
Das sind die besten Raststätten am Elberadweg
Der Elberadweg gehört zu den schönsten und beliebtesten Fernradwegen Europas. Das gilt auch für das kleine Stückchen, das er durch Tschechien führt, wobei die große Mehrheit nur den Elberadweg zwischen der deutsch-tschechischen Grenze und Mělník nutzt und dann an der Moldau weiter Richtung Prag abbiegt. Im Vergleich zu dem größeren Abschnitt in Deutschland hinkte der tschechische Teil hinsichtlich Service lange hinterher. Doch parallel zum Ausbau des Radwegs und seiner Ausstattung mit einer besseren Fahrbahn, Ausschilderung und Sicherung wuchs in den vergangenen zehn Jahren auch das Angebot an Raststellen für Radtouristen. Die Webseite „Elberadweg im Bezirk Ústí“ hat nun ihre Nutzer abstimmen lassen, welche für sie die besten Raststätten sind. Dabei geht es um den 96 Kilometer langen Abschnitt durch den Bezirk Ústí, also von der Staatsgrenze ungefähr bis auf Höhe der Kleinstadt Štětí (Wegstädtl).
Eine klassische Imbissbude, eine Eisdiele oder gleich ein Restaurant. Die Möglichkeiten, am Elberadweg einzukehren, sind groß. So auch in der Rangliste der TOP25. In der tauchen sogar gemütliche Cafés mit hochwertigen Kaffeekreationen bis hin zu Strandbars auf. Wer sich davon inspirieren lassen möchte, findet die TOP25 praktisch markiert beim Navigationsdienst mapy.cz.
Prag hat neue Moldaubrücke nur für Trams
Prag hat seit dem 18. April seine 21. Brücke über die Moldau. Sie ist insofern besonders, als dass sie nur für Straßenbahnen, Autobusse, Radfahrer und Fußgänger vorgesehen ist. Einzig der Rettungsdienst darf sie außerdem nutzen. Die neue Brücke mit dem Namen „Dvorecký most“ überspannt die Moldau im Süden der Stadt und verbindet die beiden Stadtteile Smíchov und Podolí.
Hintergrund für die Abwesenheit von Autos sind EU-Mittel, die die Hälfte der 2 Milliarden Kronen (83 Millionen Euro) teuren Brücke finanziert haben. Ohne Autos ist die Brücke zudem etwas schmaler, was schon mal den Preis gesenkt hat. Die Sperrung für den normalen Autoverkehr wird aber vor allem durch die innerstädtische Verkehrsführung begründet. Prag muss mit einem überbordenden Autoverkehr klar kommen. Ein Schritt soll sein, den öffentlichen Nahverkehr noch attraktiver zu machen. So erhalten die Tram-Linien 20 und 21 neue Linienführungen, wovon sich die Prager Verkehrsbetriebe eine große Nachfrage versprechen. Da zusätzlich einige weitere Linien neue Strecken bekommen, sind insgesamt neun Straßenbahnlinien betroffen.
Auch für Busse ergeben sich neue Linienführungen. Die Verkehrsbetriebe versprechen sich dadurch ein höheres Tempo und weniger Standzeiten in Staus.
Für Autofahrer ergibt sich zumindest die indirekte Entlastung dadurch, dass die Linienbusse von der sechsspurigen Barrandov-Brücke etwas weiter südlich verschwinden. „Autos über die neue Brücke zu führen, würde aufgrund der kleinen Parameter kaum Entlastung bringen und die Tempobeschleunigung bei Trams und vor allem Bussen verpuffen lassen“, wird in der Tageszeitung Hospodářské noviny der Verkehrsbürgermeister Jaromír Beránek zitiert. Während über die häufig von Staus betroffene Barrandov-Brücke täglich 140.000 Autos fahren, wäre auf der neuen Dvorecký-Brücke nur Platz für täglich 10.000 Autos.
Man wolle nun die Effekte zunächst prüfen. Die Stadt plant übrigens eine weitere reine Straßenbahnbrücke zwischen Karlín und Holešovice. Für den Autoverkehr erhofft man sich zudem Entlastung durch die Schließung des nördlichen Teils des Autobahnrings D0, zu der es 2033 kommen soll.
Neuer Lehrpfad in den Tyssaer Wänden
Seit April dürfen jeden Tag nur noch maximal 2.000 Menschen die beliebte Felsenwelt der Tyssaer Wände (Tiské stěny) betreten. Wer sichergehen möchte, nutzt das Online-Reservierungssystem. Für den 1. Mai standen bei Erscheinen des Newsletters am 24. April zum Beispiel noch 1.973 Tickets zum Verkauf. Doch wenn alle Tickets verkauft sind, gibt es für den Tag keine Möglichkeit mehr, die Felsen zu betreten. Damit möchte die Gemeinde die Natur vor Überlastung schützen. Jährlich besuchen rund 100.000 Touristen die Wände, die meisten zwischen April und Juni, üblicherweise zwischen 10 und 13 Uhr. Gegen viele Touristen hat die Gemeinde nichts einzuwenden. Sie bringen Geld und wegen ihnen gibt es in Tisá gleich mehrere Gaststätten und zudem mehr Kultur als in anderen, ähnlich großen Dörfern. „Es wäre aber schön, wenn es uns gelingt, die Touristen besser über den Tag und übers Jahr zu verteilen“, wünscht sich Bürgermeister Jiří Turek.
Zu einem achtsameren Verhalten gegenüber der Natur soll auch der neue Lehrpfad beitragen, der am vergangenen Wochenende eröffnet wurde. Er führt einmal durch die ganzen Tissaer Wände und erklärt nicht nur Felsformationen, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt. Die alte Beschilderung und Lehrtafeln waren zudem schon in die Jahre gekommen.
Universität in Ústí lockt mehr Studenten
Über 9.000 Bewerbungen notierte die Universität Jan Evangelista Purkyně in Ústí nad Labem (Aussig), kurz UJEP, bis Anfang April. Das sind gleich 1.000 mehr als vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Und es könnten noch mehr werden, denn die Sozioökonomische Fakultät, die Maschinenbaufakultät und die Umweltfakultät haben ihren Bewerbungsschluss erst Ende April. Das gilt auch für Bewerbungen für Promotionsstudien.
Die meisten Bewerber wurden traditionell in den Studiengängen Sonderpädagogik, Wirtschaft und Management sowie Grundschullehramt (1. Stufe) verzeichnet. Anhaltend hohes Interesse gibt es aber auch an einem Studium der Englischen Literatur und Sprache und der Physiotherapie. Die Universität bietet aber auch eine Reihe neuer Studiengänge wie Nachhaltigkeit erneuerbarer Rohstoffe (Bachelor) sowie Maschinenbautechnologie und Materialien und Steuerung und Effektivität im Gesundheitswesen. Beides sind Doktorstudiengänge, die auch auf Englisch absolviert werden können.
Die Universität verzeichnet – wenn auch auf niedrigem Niveau – ein gestiegenes Interesse aus dem Ausland mit insgesamt 374 Interessenten. Die meisten kommen aus der Ukraine und Kasachstan. Dahinter folgen die Slowakei, Russland und Pakistan.
Die Universität in Ústí wurde nach der samtenen Revolution gegründet. Sie ging aus einer pädagogischen Fachschule hervor. Die größte Fakultät ist daher auch die Pädagogische Fakultät. Es folgen die Fakultät für medizinische Studien sowie die Philosophische Fakultät und die Sozioökonomische Fakultät.
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