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Neuigkeiten
Kraftstoffpreise in Tschechien steigen langsamer
Auf einmal ist Tanken in Tschechien bei Deutschen wieder beliebt. Deutsche Medien berichteten von langen Schlangen an Tankstellen direkt an der Grenze. Eine Station in Dolní Poustevna (Niedereinsiedel) bei Sebnitz soll zeitweise sogar ausverkauft gewesen sein. Hintergrund für die große Nachfrage sind die sprunghaft gestiegenen Kraftstoffpreise für Benzin und erst recht für Diesel in Deutschland nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran.
Doch die Situation beginnt sich zu ändern. Bereits wenige Tage nach dem Ansturm deutscher Autofahrer steigen auch die Preise in Tschechien, nur eben langsamer. Die Tageszeitung Děčínský deník berichtete am Donnerstag von Preisen für den Liter Natural 95, das dem deutschen Normal-Benzin entspricht, in Děčín (Tetschen) zwischen 33,50 Kronen (1,40 Euro) und 36,40 Kronen (1,52 Euro). Für Diesel müssen Autofahrer im Schnitt sogar zwischen 34 und 35 Kronen je Liter zahlen, das entspricht zwischen 1,42 Euro und 1,46 Euro.
Laut Děčínský deník stiegen die Preise seit dem Angriff auf den Iran umgerechnet um im Schnitt zwischen 8 und 25 Cent je Liter, also deutlich langsamer als in Deutschland.
Ein Grund dafür sieht die Tageszeitung Hospodářské noviny in der neuen Preispolitik der Tankstellen EuroOil und RobinOil. Die gehören zum staatlichen Erdölunternehmen Čepro, das auch eine Raffinerie und Öllager betreibt und im Auftrag des Staates eine Ölreserve vorhält. Sowohl EuroOil als auch RobinOil halten an ihren rund 300 Tankstellen den Preis so niedrig wie möglich. Dass dies politischer Wille ist, schließt die Tageszeitung aus einem Interview des Servers Echo24 mit Industrieminister Karel Havlíček (ANO) am Donnerstag, in dem er die Preispolitik der Čepro-Tankstellen erklärte: "Sie halten den Preis so niedrig wie möglich. Sie werden weder spekulieren noch die Situation ausnutzen. Dann kann sich jeder ein eigenes Bild machen, wie die reale Situation auf dem Markt aussieht, wenn jemand anfängt die Preise zu erhöhen." Diese Politik geht offenbar zunächst auf, da rund 300 Tankstellen eine gewisse Marktmacht ausmachen. Zusätzlich lässt das Finanzministerium Unregelmäßigkeiten bei der Preisbildung prüfen.
Zu normalen Zeiten beträgt der Preisunterschied zwischen Benzin in Deutschland und Tschechien rund 30 Cent je Liter.
"Chaotische" Rückführung aus Krisengebiet
Anders als bei der Reaktion auf den Anstieg der Ölpreise handelt die Regierung bei der Rückführung tschechischer Staatsbürger aus dem Nahen Osten offenbar weniger koordiniert. Speziell Außenminister Petr Macinka (Autofahrerpartei) machte wieder unrühmlich auf sich aufmerksam, als er den Staatsbürgern in der Krisenregion empfahl, "die Zeit zu genießen. Es werde bestimmt ein Erlebnis", so der Außenminister. Für die über 5.000 betroffenen tschechischen Staatsbürger war das kein Trost. Mit fast 4.000 befinden sich die meisten in den Vereinten Arabischen Emiraten. Eine besondere Herausforderung stellt der Oman dar, der die Genehmigung für Evakuierungen vorübergehend gestoppt hat. Dort stecken immerhin etwas mehr als 1.300 Menschen fest, die zweithöchste Zahl tschechischer Staatsbürger in der Region. Mehrere Hundert Menschen befinden sich in Jordanien, Katar, Saudi-Arabien und Israel.
Der Parlamentsabgeordnete der Piraten, Zdeněk Hřib, kritisierte vor allem das Kommunikationschaos der Regierung: "Chaotisch wie zu Corona-Zeiten", sagte der Pirat. Viele Staatsbürger fühlten sich schlecht informiert und es fehlte jegliche staatliche Unterstützung. Ganz zu Beginn hatte Außenminister Macinka gesagt, dass die Regierung keine Evakuierungsflüge plane. Inzwischen hat er offenbar seine Meinung geändert oder wurde innerhalb der Regierung dazu gedrängt. Bereits am Montag begann die Planung von Evakuierungsflügen mit Hilfe der tschechischen Fluggesellschaft Smartwings und des tschechischen Militärs. Die ersten Flugzeuge landeten am Dienstag in Prag. Sie kamen aus Oman, Ägypten und Jordanien. Am Mittwoch erfuhren die Heimkehrer von Außenminister Petr Macinka, dass sie für ihren Rückflug selbst zahlen müssten, im Schnitt 15.000 Kronen pro Person (625 Euro), was Premierminister Andrej Babiš jedoch kategorisch ablehnte. Am Donnerstag dann tat Macinka so, als ob er nie davon gesprochen hätte, dass jemand seinen Flug bezahlen muss.
Auf sich allein gestellt bleiben aber die Tausenden Tschechen, die sich im Fernen Osten in Thailand, Vietnam oder auf den Malediven befinden. Diese haben in der Regel Flüge mit Umstieg in der Golfregion gebucht. Premierminister Andrej Babiš teilte mit, dass die Regierung ihnen vorerst nicht helfen kann.
Deutsche Bahn sperrt Elbtalstrecke
Bahnreisende müssen sich auf neue Sperrungen im Elbtal in Richtung Tschechien einstellen. Zwar wurden die jahrelange Sanierung und der Ausbau des Güterbahnhofs Bad Schandau abgeschlossen. Nun stehen aber weitere Modernisierungsarbeiten an. Deshalb nimmt die Deutsche Bahn in den kommenden Monaten neue Sperrungen vor. Konkret wird der Abschnitt zwischen Bad Schandau und dem Grenzort Schöna vom 15. bis 22. März täglich von 9 bis 17 Uhr gesperrt. Danach bleibt sie bis November immer montags außer an Feiertagen zwischen 9 und 19 Uhr dicht. Eine weitere Totalsperrung ist vom 14. bis 19. April jeweils von 9 bis 17 Uhr geplant. Nachtsperrungen gibt es zudem vom 13. bis 17. April sowie vom 25. bis 29. April jeweils von 21 bis 3 Uhr. Während der Vollsperrungen fahren als Ersatz für den Eurocity zwischen Dresden und Ústí nad Labem (Aussig) Busse. Von Juni bis November 2026 sollen weitere Sperrungen folgen. Details werden von der Deutschen Bahn rechtzeitig bekannt gegeben, heißt es.
Unabhängig davon kommt es auf dem Abschnitt zwischen Heidenau und Kurort Rathen noch bis 11. April zu Einschränkungen. Tagsüber ist aufgrund von Bauarbeiten immer nur ein Gleis befahrbar. Nachts kommt es zu Totalsperrungen.
Kaum Einsparungen bei Abwanderung nach Tschechien
Die Verlagerung von Produktionsstätten aus Deutschland nach Polen oder Tschechien bringt für die Firmen weniger Einsparung als erhofft. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf eine Studie des Consultingunternehmens Strategy& berichtet, zeigen sich neben den vergleichsweise geringen Einsparungen bei den Löhnen noch weitere Probleme wie Fachkräftemangel und zu geringe Automatisierung der Industrie.
Anlass der Studie waren die vermehrten Investitionen deutscher Industrieunternehmen in den östlichen Nachbarländern, da die Arbeitskosten in Deutschland um 30 Prozent höher seien als im EU-Schnitt. Die sinkende Attraktivität von China in den vergangenen Jahren lasse die nähere Umgebung stärker in den Blick von Unternehmen geraten. Deshalb seien die zwei beliebtesten Länder zwischen 2015 und 2024 Polen und Tschechien gewesen.
Doch die Hoffnung auf größere Einsparungen werde häufig enttäuscht. Wichtige Nachteile der Region sind die Arbeitskosten, die in den letzten Jahren dreieinhalbmal so schnell gestiegen seien wie die Produktivität, der Mangel an Fachkräften für die Industrie, der um 16 Prozent größer wäre als in Deutschland, und die Energiepreise, die sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht hätten.
Städte im Grenzgebiet investieren in Schwimmhallen
Der Aquapark in Děčín gehört zu den Besuchermagneten in der Elbestadt. Fast 300.000 Menschen besuchen ihn jedes Jahr. Das ist aber auch das Problem. Die Anlage, die um die Jahrtausendwende durch ein modernes Spaßbad ergänzt wurde, stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Vormittags tummelt sich hier der Schulunterricht, es kommen auch Kitas. Nachmittags trainieren Vereine. Für die Öffentlichkeit gibt es immer nur kurze Zeitfenster am Morgen, gegen Mittag und dann abends.
Die Stadt Děčín plant deshalb die Erweiterung und Modernisierung. Der Plan ist, dass die Vereine ganzjährig im Außenbereich trainieren sollen. Auch wenn das Wasser durch Thermalquellen warm ist, muss das Becken zusätzlich überdacht werden, um ein ganzjähriges Training zu gewährleisten. Gleichzeitig muss das 50-Meter-Becken durch ein neues ersetzt werden. Erste Entwürfe sollen der Öffentlichkeit noch im Frühling vorgestellt werden. Die Kosten werden auf bis zu 200 Millionen Kronen geschätzt. Das entspricht rund 8,3 Millionen Euro. Für den Haushalt der 50.000-Einwohner-Stadt ist das viel zu viel. Deshalb kann die Erweiterung nur starten, wenn ein geeignetes Fördermittelprogramm aufgelegt wird.
Nicht nur Děčín, auch Rumburk (Rumburg) im Schluckenauer Zipfel plant die Modernisierung seines Hallenbads. Genaue Pläne sind noch nicht bekannt. Fest steht nur, dass die Technik ausgetauscht und eine Fotovoltaikanlage eingebaut werden soll. Die soll außerdem mit der Fotovoltaikanlage auf dem Dach der nahen Schule verbunden werden. Damit will die Stadt Betriebskosten sparen. Außerdem soll eine Saunawelt eingebaut werden.
Rumburk ist bei der Modernisierung ebenfalls von Fördermitteln abhängig. Auch dort spricht man bei den Kosten von rund 200 Millionen Kronen. Die Modernisierung hätte auch grenzüberschreitende Auswirkungen, denn schon heute trainieren in der Halle auch Vereine aus dem nahen Sachsen. Mit der Sauna dürfte die Halle für Gäste aus Sachsen noch interessanter werden.
Ausstellung aus Sicht der Pflanzen
Wie sieht die Welt eigentlich für Pflanzen aus? Eine Ausstellung im Gebietsmuseum in Ústí nad Labem (Aussig) möchte Besuchern helfen, sich in die Pflanzen hineinzuversetzen. Die Ende Februar eröffnete Ausstellung mit dem Titel "Planeta Plantae" (Die Welt der Pflanzen) verteilt sich auf drei Räume und umfasst auch echte Pflanzen, meist Zimmerpflanzen, welche die Zeit der Ausstellung bis zum 2. August auch überleben. Im ersten Saal zeigen die Ausstellungsmacher, wie Pflanzen die Welt formen und Leben für Menschen und Tiere möglich gemacht haben. Im zweiten Raum wird das Leben der Wurzeln unter der Erde dargestellt. Im dritten Saal zeigt die Ausstellung, worin sich Pflanzen und Menschen ähneln und worin sie sich unterscheiden.
Die Ausstellung ist multimedial aufbereitet und verspricht geringe Textlastigkeit, so dass sie auch für Besucher, die des Tschechischen nicht mächtig sind, attraktiv ist. Es gibt zudem mehrere interaktive Angebote. Die Ausstellung lässt sich zudem gut mit einem Besuch der Dauerausstellung "Unsere Deutschen" im gleichen Hause verbinden. Exotische Pflanzen suchen Besucher aber vergebens. Das geben die Raumverhältnisse nicht her. Dafür ist aber ein Besuch des Botanischen Gartens in Teplice (Teplitz) empfohlen. Dort läuft noch bis Ende März eine Ausstellung zu Pflanzenduft und Parfümerie.
Die Ausstellung im Museum in Ústí ist täglich außer montags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
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Neubaustrecke Dresden-Prag erreicht Bundestag
Die Vorplanung für den Neubau der Eisenbahnstrecke von Dresden nach Prag hat den Bundestag erreicht. Demzufolge hat das Bundesverkehrsministerium dem Bundestag die Unterlagen für die parlamentarische Befassung mit der Neubaustrecke von Dresden bis zur Grenze mit Tschechien vorgelegt. Kern des Projektes ist der 30 km lange Erzgebirgstunnel, der letzten Sommer von der tschechischen Regierung gebilligt wurde. Seitdem wird auf die Entscheidung der deutschen Seite gewartet. Dafür ist der Bundestag zuständig. Die sächsische Infrastrukturministerin Regina Kraushaar bezeichnete die Vorlage gegenüber der Nachrichtenagentur dpa als "ganz wichtiges Signal an die Menschen im sächsischen Elbtal und an unsere tschechischen Nachbarn". Jetzt müssten schnellstmöglich weitere Schritte folgen. "Ich bitte die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, zügig die notwendigen Befassungen vorzunehmen und anschließend eine verlässliche Finanzierung im Bundeshaushalt abzusichern", rief die Ministerin den Bundestag auf. Für zügiges Handeln gebe es laut der Ministerin einen wichtigen Grund: "Werden jetzt die Haushaltsmittel für die nächsten Planungsschritte bereitgestellt, bleibt das Zeitfenster für die EU-Förderung und die gemeinsame Umsetzung mit Tschechien offen." Die Neubaustrecke soll die Reisezeit zwischen Dresden und Prag von derzeit 2,5 Stunden auf eine Stunde verkürzen. Stimmt der Bundestag der Fortführung des Vorhabens zu und sichert die Finanzierung ab, kann der bereits vorbereitete Staatsvertrag mit der Tschechischen Republik unterzeichnet werden.
Tschechien investiert in seinen Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach heutigen Berechnungen fast 1,9 Milliarden Euro. Das erste Teilstück soll 2039 in Betrieb gehen. Die ganze Strecke soll bis 2045 fertig sein. Zwischen Dresden und Prag soll es nur noch maximal zwei Halte geben: einen in Ústí nad Labem (Aussig) und einen zweiten bei Roudnice nad Labem (Raudnitz). Kraushaar betonte den überregionalen Charakter der Neubaustrecke. Sie schließe eine wichtige Lücke zur Verbindung der Hauptstädte Berlin, Prag und Wien.
Erfolgreiche tschechische Olympia-Bilanz
Mit fünf Medaillen ist die tschechische Olympia-Delegation von den Winterspielen in Cortina und Mailand nach Hause zurückgekehrt. Neben zwei goldenen gelang der Gewinn von zwei silbernen und einer Bronzemedaille. Mit Platz 16 in der Medaillenwertung konnte man eine Wintersportnation wie Finnland sowie Slowenien und Polen hinter sich lassen. Von der Wertigkeit her war es die drittbeste Bilanz seit Bestehen der Tschechischen Republik. Nach Anzahl der Medaillen insgesamt war es für Tschechien die bislang viertbeste Bilanz.
Allerdings verteilten sich die Medaillen schlussendlich etwas anders als erwartet. Im parallelen Snowboard-Slalom schied Titelverteidigerin Ester Ledecká bereits im Viertelfinale aus. Und doch gab es Gold für Tschechien. Denn für die dreifache Olympiasiegerin (sowohl auf Ski als auch auf dem Snowboard) sprang Zuzana Maděrová in die Bresche. Vor den Augen von Präsident Petr Pavel holte sie im Finale Gold.
Auch das zweite Gold ging zumindest außerhalb des Landes etwas überraschend nach Tschechien. Der gerade einmal 19-jährige Eisschnelläufer Metoděj Jílek kürte sich über die Langstrecke von 10.000 Metern zum Olympiasieger. Er selbst hatte das Ziel Olympiasieg selbstbewusst vor Augen und brachte auf der Langdistanz eine beeindruckende Triumphfahrt aufs Eis. Dazu kam über 5.000 Meter noch eine Silbermedaille, bei der er Gold nur knapp verpasst hatte. Damit übernahm er den Staffelstab von der legendären Martina Sáblíková, die die Welt einst in jungen Jahren ähnlich überrascht hatte wie nun Jílek. Dabei gab es in den frühen Jahren von Sáblíková in Tschechien nicht einmal eine Wettkampfbahn für Eisschnellläufer.
Ebenfalls Silber gewann die 32-jährige Eva Adamczyková im Snowboardcross. Damit holte sie bereits ihre dritte Olympiamedaille und hat den Medaillensatz aus Gold, Silber und Bronze nun komplett. 2022 musste sie Olympia in Peking wegen eines doppelten Beinbruchs knapp oberhalb des Sprunggelenks auslassen. 2023 krönte sie eine phänomenale Rückkehr mit dem Weltmeistertitel. Vor 14 Monaten brachte sie ihren Sohn Kryštof zur Welt, um nun nach durchwachsener Saison bei Olympia wieder ihre absolute Weltklasse zu zeigen.
Die fünfte tschechische Medaille war allerdings die größte Überraschung. Am vorletzten Wettkampftag holte sie im Biathlon-Massenstart der Frauen die 25-jährige Tereza Voborníková. Für sie war es die erste Einzelmedaille bei Olympia und für Tschechien die erste Olympiamedaille im Biathlon seit der Silbermedaille im Sprint 2018 für Michal Krčmář. Wie Teamkollege Krčmář und Eva Adamczyková stammt auch Voborníková übrigens aus Vrchlabí (Hohenelbe) im Riesengebirge.
So sehen die Stationen für die Jeschken-Seilbahn aus
In Liberec wurden die Entwürfe für die neuen Stationen der Seilbahn auf den beliebten Gipfel Ještěd (Jeschken) vorgestellt. Das in Liberec ansässige Architekturbüro SIAL hatte den Auftrag von der Stadt erhalten. SIAL hat eine lange Tradition. Ihr Mitgründer Karel Hubáček entwarf einst den ikonischen Fernsehturm auf dem Jeschken, der zugleich Restaurant und Hotel ist.
Die Entwürfe für die Stationen knüpfen an den Entwurf für die neue Seilbahn aus der Feder der Designerin Anna Marešová an, die bereits früher vorgestellt wurden. Neu besteht die Seilbahnstrecke aus einer Tal-, einer Berg- und einer Zwischenstation, die sich an der Straße zur Baude Ještědka befindet.
Die Bergstation unmittelbar unterhalb des Berghotels wird kleiner sein als die ursprüngliche. Gleichzeitig verbessert sie die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge. Die Zufahrtsstraße verläuft direkt unterhalb der Bergstation. Die größte Neuerung ist die Talstation, die um mehrere Hundert Meter talwärts entstehen soll. Ihre neue Lage befindet sich direkt neben der Endhaltestelle der Straßenbahn. Der dortige Parkplatz erhält noch eine Überbauung und damit eine zweite Etage. So stehen in Zukunft 782 Stellplätze für PKW statt 529 zur Verfügung.
Bis die neue Bahn wieder auf den Gipfel fährt, wird es aber noch lange dauern. Schätzungen gehen von einer Inbetriebnahme frühestens 2030 aus.
In dieser Woche wurde zudem das Berghotel samt Funkturm und Restaurant verkauft. Es gehört nun dem Bezirk Liberec. Bisher war die Sende- und Telekomfirma České Radiokomunikace der Eigentümer. Durch den Verkauf, der sich inklusive Originalmobiliar aus den 1970er Jahren auf 7,6 Millionen Euro beläuft, sei das Gebäude für eine Nutzung durch die Öffentlichkeit gesichert, hieß es vom Bezirk Liberec.
Gerta-Schnirch-Film punktet auf HBO
Es wird eines der Filmereignisse nicht nur Tschechiens in diesem Jahr. Die Verfilmung des Bestsellers von Kateřina Tučková "Die Vertreibung der Gerta Schnirch". Der Zweiteiler mit dem einfachen Titel "Gerta Schnirch" ist eine Koproduktion des Tschechischen Fernsehens Česká televize und von Arte. Auf beiden Sendern wird es zwar erst im Herbst gezeigt und auch Anfang Oktober auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert. Zu sehen ist die Miniserie von jeweils 90 Minuten aber bereits jetzt auf HBO plus. Und die Nachfrage der ersten Wochen stimmt die Produzenten optimistisch.
Der Zweiteiler des Regisseurs Tomáš Mašín wurde nach dem Drehbuch von Alice Nellis, Ondřej Gabriel und Tomáš Mašín gedreht, das von dem Erfolgsroman von Tučková inspiriert ist. Der Film handelt von der jungen Frau Gerta Schnirch, die in der Zeit vor und während der deutschen Besatzung (1939-1945) in einer deutsch-tschechischen Familie aufwächst. Nach 1945 wird sie mit hunderten weiteren Brünner Deutschen auf den leidvollen Marsch nach Österreich getrieben, der in Pohořelice endet.
Obwohl die Romanhandlung in Brünn spielt, wurde auch in Grenznähe zu Sachsen gedreht. Mehrere Tage verbrachte das Filmteam in Děčín (Tetschen).
Tschechien hat neuen Umweltminister
Fünf Monate nach der Wahl und zwei Monate nachdem die neue tschechische Regierung ihre Arbeit aufgenommen hat, ist sie nun komplett. Am Montag ernannte Staatspräsident Petr Pavel den Kandidaten der Motoristen-Partei Igor Červený zum neuen Umweltminister. Bislang wurde das Amt von Außenminister und Motoristen-Chef Petr Macinka kommissarisch geführt. Červený kündigte an, das Ministerium im Triumvirat mit dem Regierungsbeauftragten für Green Deal und Klimapolitik, Filip Turek, und dem Oberdirektor der Sektion Technischer Umweltschutz Jaromír Wasserbauer führen.
Einkaufszentrum Olympia Teplice wird erweitert
An der Fernstraße von Ústí nad Labem (Aussig) nach Teplice (Teplitz) befinden sich kurz vor der Kurstadt Bauarbeiten in vollem Gange. Das große Einkaufszentrum Olympia vor den Toren der Stadt wurde seit September 2024 um einen Flachbau direkt an der Fernstraße erweitert. Auch das alte Zentrum wurde modernisiert. Im Mittelpunkt stand dabei eine energetische Sanierung. Im Frühling soll der Neubau eröffnen. Während der Betreiber mit einer Senkung der Betriebskosten rechnet, freuen sich Kunden auf neue Geschäfte. Auf den 8.000 Quadratmetern zusätzlicher Ladenfläche sollen 13 Geschäfte eröffnen. Bereits bestätigt sind Filialen von Penny, Jysk, Rossmann, dem Elektronikhändler Planeo, Action (Deko, Einrichtungsgegenstände) sowie Kytky od Pepy (Blumen). Außerdem zieht in den Neubau ein Burger King ein.
Allerdings stößt der Neubau nicht nur auf Vorfreude. Kritiker bemängeln, dass das Zentrum vor der Stadt weitere Kaufkraft aus der Innenstadt abziehe. Dort befinden sich bereits zwei weitere Einkaufszentren (Fontána und Galerie). Für kleine Läden werde es in der Kurstadt damit immer schwerer.
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Starker Gästezuwachs in Nordböhmen
Der Bezirk Ústí gewinnt an Attraktivität als Urlaubsregion. 2025 verzeichneten Übernachtungseinrichtungen so viele Gäste wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2012. Laut Statistikamt übernachteten im vergangenen Jahr über 660.000 Gäste, 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei sorgten Gäste aus dem Ausland für die stärkste Dynamik. Ihre Zahl erhöhte sich um 8,6 Prozent auf 228.007, die Zahl der Gäste aus Tschechien um 2,2 Prozent auf 432.335. Es stieg auch die Zahl der Übernachtungen, insgesamt um 5,6 Prozent auf 1,7 Millionen Nächte. Das macht im Schnitt 2,6 Übernachtungen pro Gast. Tschechische Touristen blieben im Schnitt mit 2,7 Übernachtungen etwas länger als Gäste aus dem Ausland (2,4 Nächte). Fast die Hälfte der ausländischen Touristen kam mit fast 112.000 aus Deutschland. Danach folgten fast 30.000 Gäste aus Polen und knapp 15.000 Touristen aus der Slowakei.
In den letzten Jahren stieg die Zahl der Touristen im Bezirk Ústí kontinuierlich an, vor allem die Zahl derer aus Tschechien. Auch landesweit boomt der Tourismus. Das Vor-Corona-Niveau von knapp 22 Millionen Touristen in ganz Tschechien wurde bereits 2024 übertroffen. Im vergangenen Jahr übernachteten in ganz Tschechien 23,5 Millionen Menschen in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen. Dabei wurde mit 10,9 Millionen erst 2025 das Vor-Corona-Niveau bei ausländischen Touristen übertroffen. Die Zahl einheimischer Touristen war bereits 2022 über das Vor-Pandemie-Niveau hinaus gewachsen.
Motoristen ziehen Kandidat Turek zurück
Vor zwei Wochen bereits erklärte der tschechische Premierminister Andrej Babiš das Thema „Turek“ für beendet. Der Streit um die Nominierung des Ehrenvorsitzenden der Autofahrerpartei Motoristé, Filip Turek, war eskaliert. Der Chef der Autofahrerpartei Petr Macinka hatte dem Staatspräsidenten in mehreren SMS gedroht. Präsident Petr Pavel ging damit an die Öffentlichkeit und in die Offensive. Es folgten im ganzen Land massive Demonstrationen zu Pavels Unterstützung, die auch die weiteren Tage und Wochen fortgesetzt wurden. Offiziell blieben Macinka und Turek stur und hielten am Kandidaten für den Posten des Umweltministers fest. Dieser hatte in der Vergangenheit Beiträge in sozialen Medien veröffentlicht, welche die Herrschaft der Nationalsozialisten verharmloste, andere Beiträge waren xenophob oder beleidigten Minderheiten. Staatspräsident Pavel sah Turek danach nicht als geeigneten Kandidaten für ein Ministeramt.
Doch Anfang der Woche die 180-Grad-Wende: Die Motoristen präsentierten auf einmal den Abgeordneten Igor Červený als neuen Kandidaten für den Posten des Umweltministers. Červený war vor seiner Zeit als Abgeordneter als Projektmanager an verschiedenen Prager Hochschulen bzw. der Karls-Universität tätig. Präsident Petr Pavel hatte angekündigt, sich vor einer Ernennung zunächst mit Červený treffen zu wollen, was gestern auf der Prager Burg geschah. Nach dem Gespräch wurde verlautbart, dass der Präsident den Minister am Montag ernennen wird.
Politologen sehen hinter dem plötzlichen Meinungsumschwung drei Ursachen. In Meinungsumfragen war die Kleinpartei von vorher 7 Prozent um zwei Prozentpunkte abgestürzt und damit an den Rand der 5-Prozent-Hürde geraten. Außerdem machte Regierungschef Andrej Babiš Druck. Ihm begann, die ganze Affäre auf die Nerven zu gehen und er befürchtete, dass seine Regierungsarbeit Schaden nehmen könnte. Und drittens beklagten sich Außenministerium und Umweltministerium, dass ihr Chef, Petr Macinka, zu wenig im Hause ist. Macinka hatte beide Ministerien geführt. Ursprünglich war der Plan, das beizubehalten, so lange Turek nicht ernannt würde.
Bereits neun Grenzmarktbuden in Hřensko beseitigt
Das Grenzdorf Hřensko (Herrnskretschen) hat seinen Willen durchgesetzt. Laut Tschechischem Rundfunk sind neun Buden auf dem von Angehörigen der vietnamesischen Minderheit in Tschechien betriebenen Grenzmarkt bereits verschwunden. Die Gemeinde hatte all jene Budenbesitzer zur Beseitigung aufgefordert, deren Verkaufsstände unrechtmäßig auf öffentlichem Gemeindegrund stehen. Die Betreiber hatten dafür seit 2004 eine Ausnahmegenehmigung, die aber abgelaufen war. Dabei handelt es sich um drei kleinere und sechs größere Stände. Insgesamt stehen nun noch zwei betroffene Marktstände. Mit dem einen Händler stehe die Gemeinde noch in Verhandlungen um Detailfragen. Ein Händler reagierte nicht auf die Aufforderung der Gemeinde, die nun einen Rechtsanwalt beauftragte, die Angelegenheit zu klären.
„Uns ist klar, dass damit Einkaufsmöglichkeiten wegfallen. Aber wir möchten, dass bestimmte Regeln eingehalten werden“, hatte Bürgermeisterin Kateřina Horáková im Dezember dem Tschechischen Rundfunk erklärt. Von der Beseitigung der Marktstände verspricht sich die Gemeinde mehr Ästhetik im öffentlichen Dorfbild.
Nach Höhlensperrung: Fledermauspopulation erholt sich
Vor fünf Jahren hatte die Verwaltung des Nationalparks Böhmische Schweiz mehrere Höhlen im Elbtal sperren lassen. Fledermäuse, die in den Höhlen überwintern, sollten so vor Höhlentouristen geschützt werden. Die Höhlen im Elbsandsteingebirge sind ein beliebtes Ziel von Kletterern vor allem im Winter, wenn die Sandsteinfelsen nicht bestiegen werden dürfen. Allein im Elbtal auf tschechischer Seite gibt es Hunderte verschieden große Höhlen.
Nach fünf Jahren konstatiert der Nationalpark eine Verbesserung der Fledermauspopulation. Bei der letzten Zählung verzeichneten Nationalparkranger in den Elbtalhöhlen allein 24 Arten der Kleinen Hufeisennase, sechs Arten des Großen Mauseohrs und sechs Arten der Fransenfledermaus. Insgesamt kontrolliert der Nationalpark auf dem Gebiet der Böhmischen Schweiz und des Elbsandsteingebirges regelmäßig 16 Höhlen.
Wann verschwindet das Loch von Ústí?
Die Stadt Dresden hatte einst das Wiener Loch, eine ungenutzte Baugrube am Wiener Platz , die erst nach 15 Jahren geschlossen wurde. Die Bezirksstadt Ústí nad Labem (Aussig) hat ihr „Loch“ nun schon seit 14 Jahren, einen speziellen Namen hat es aber nicht bekommen. Alle in Ústí nennen es einfach nur das "Loch" und jeder weiß, was gemeint ist: Es geht ebenfalls um eine Baugrube am Rande des zentralen Platzes Mírové náměstí (Friedensplatz), in der aber immerhin schon zwei Etagen Tiefgarage gebaut wurden. Deshalb ist das Loch auch nicht so tief wie damals in Dresden. Doch seit vielen Jahren passiert hier nichts mehr, und neuesten Erkenntnissen zufolge müssen auch die beiden Untergeschosse mindestens angepasst werden.
Nun entschied eine Mehrheit im Stadtrat, dass die Firma BBP Stavby Management das dort geplante Gebäude vollenden solle. Aber es ist abzusehen, dass das Loch von Ústí länger als 15 Jahre bestehen wird. Laut Vertrag muss BBP Stavby Management spätestens neun Monate nach Inkrafttreten mit dem Weiterbau beginnen. 2029 soll das Gebäude fertig sein.
Das „Loch von Ústí“ und die damit verbundenen Entscheidungen der Stadtratsmehrheit stehen allerdings in der Kritik der Opposition. Die hielt schon den Ankauf der Bauruine für 73 Millionen Kronen (2,9 Millionen Euro) für einen Fehler. Ein Gutachten hatte gerade einmal einen Wert von 37 Millionen Kronen ermittelt. Die Firma BBP Stavby Management geht mit der Übernahme des Baus wenig Risiko ein. Auch das kritisiert die Opposition. Denn die Stadt erhält zwar 1,5 Millionen Kronen jährlich für das Recht, auf städtischem Grund bauen zu dürfen. Gleichzeitig wird die Stadt aber nach Fertigstellung über 1,7 Millionen Kronen Miete pro Jahr zahlen, was schon jetzt vertraglich vereinbart wurde.
Früher befand sich anstelle des ewigen Neubaus ein kleiner Park.
Děčín stärkt den öffentlichen Nahverkehr
Während Städte in Deutschland unter Haushaltsproblemen leiden und deshalb anfangen, wie in Dresden oder Chemnitz beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu kürzen, geht die nordböhmische Stadt Děčín (Tetschen) den umgekehrten Weg. Seit Februar wurden für die wichtigsten Buslinien die Intervalle im Berufsverkehr von 15 auf 10 Minuten verkürzt. Das betrifft die Zeit wochentags am Morgen und Nachmittag. Aber auch am Wochenende kam es zu Verbesserungen. Außerdem kehrten die Nachtlinien 232 und 233 zurück. Grund für den Schritt ist die hohe Nachfrage. Außerdem passen die kürzeren Intervalle auch zu den Zielen der Stadtführung. „Wir möchten, dass die Menschen bei ihren Wegen durch die Stadt wenn möglich mehr mit den Bussen fahren statt mit dem Auto“, sagte Vizebürgermeister Ondřej Smíšek. Weder er noch jemand anders in der Stadtführung gehört übrigens der Grünen Partei an, die in Tschechien nur mit zwei einzelnen Abgeordneten im Landesparlament und in vielen Kommunalparlamenten gar nicht vertreten ist. In Děčín gehört der Oberbürgermeister zur rechtspopulistischen Partei ANO von Premierminister Andrej Babiš. Er koaliert mit pragmatischen Politikern von Wahlbündnissen, die am ehesten dem Mitte-Rechts-Spektrum zuzuordnen sind.
Mit der Entscheidung zur Verbesserung des ÖPNV werden sich die gefahrenen Kilometer in diesem Jahr um 5 Prozent erhöhen. Die verkürzten Intervalle sind in Děčín aber nicht neu. Früher fuhren Buslinien im Berufsverkehr stellenweise sogar alle acht Minuten. Auch die Nachtlinien gab es bereits.
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