Willkommen bei der Euroregion Elbe/Labe!
Neuigkeiten
Tschechischer Umweltminister treibt Elbe-Staustufe voran
Der tschechische Umweltminister Igor Červený hat die Wichtigkeit des Baus einer Elbe-Staustufe bei Děčín (Tetschen) betont. Eine Elbe-Staustufe hätte Bedeutung für die Verteidigung des Landes, die Senkung der Kohlenstoffemissionen und auch für die Energieunabhängigkeit von Děčín und seinem Umland, sagte der Umweltminister vor Journalisten in Prag. Die Vorbereitung des Baus soll in einer Arbeitsgruppe koordiniert werden, die gemeinsam mit dem Verkehrsministerium gebildet wurde. Červený veranschlagt für den Bau Kosten in Höhe von 6-8 Milliarden Kronen (250-330 Millionen Euro). Sein Ziel sei, das Projekt bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2029 so weit zu haben, dass der Bau beginnen kann.
Die Hauptargumente für die umstrittene Staustufe sind nicht neu. So soll die Elbeschifffahrt, die wegen niedriger Pegel momentan nur einen Teil des Jahres möglich ist, künftig mehr Güter aufnehmen, die sonst auf der Straße transportiert werden würden. Auch der Bau eines Wasserkraftwerks als Teil der Staustufe, mit dem bis zu einem Drittel des Energiebedarfs der Stadt Děčín gedeckt werden könnte, ist lange geplant, erhält aber angesichts hoher Energiepreise eine stärkere Dringlichkeit. Das Argument, dass die Staustufe auch der Verteidigungsfähigkeit des Landes dient, ist allerdings neu. Červený sprach von der strategischen Bedeutung des Děčíner Elbehafens, der übrigens dem Land Sachsen gehört, für die NATO.
Červený sagte gegenüber Journalisten auch, dass er bereits mit dem „Staatssekretär der sächsischen Republik“ gesprochen habe, ohne Namen zu nennen. Ein Treffen mit dem sächsischen Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch sei in Vorbereitung. Der Freistaat Sachsen hatte in der Vergangenheit große Vorbehalte gegenüber einem Bau einer Staustufe auf tschechischer Seite, nahe der Grenze. In Deutschland wird die Elbe bis auf eine Staustufe bei Geesthacht kurz vor Hamburg nicht angestaut.
Auch andere sächsische Institutionen sowie Umweltorganisationen befürchten negative Auswirkungen für Sachsen. Konkret werden unter anderem eine Verschlechterung der Wasserqualität, eine Einschränkung der Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt und negative Auswirkungen auf die Wassermenge erwartet.
Das Projekt einer Elbestaustufe wird in Tschechien bereits seit den 1990er Jahren verfolgt. Aktuell läuft eine neue strategische Umweltprüfung. Früheren Angaben zufolge soll sie 2027 abgeschlossen sein. Die Vorgängerregierung plante den Baubeginn für 2032.
Kurze Wochen in Tschechien
Traditionell Anfang Mai freuen sich die Tschechen über zwei Feiertage. Dieses Jahr fallen der 1. Mai und der 8. Mai sogar auf einen Freitag, was gleich zwei verlängerte Wochenenden macht. Nicht wenige nutzen das für einen Kurztrip.
Feiertage bedeuten aber auch geschlossene Läden. Dabei ist der 1. Mai (wie bei uns Tag der Arbeit) nur ein sogenannter kleiner Feiertag. Damit dürfen alle großen Geschäfte wie Supermärkte und Kaufhäuser offen bleiben. Am 8. Mai (Tag des Sieges über Hitlerdeutschland) dagegen müssen auch die geschlossen bleiben. Geschäfte mit weniger als 200 Quadratmeter Verkaufsfläche betrifft das zwar nicht. Da sich die Kundschaft allerdings auf die freien Tage einstellt bzw. verreist ist, lohnt es für die meisten nicht, zu öffnen. Alternativ beschränken sie die Öffnungszeit auf den Vormittag.
Auch Cafés öffnen wie kleine Läden häufig erst später. Während die Läden bald wieder schließen, bleiben die Cafés allerdings meist offen. Jedenfalls sollte man sich nicht wundern, wenn nicht nur Läden am Feiertag geschlossen bleiben. Auch für viele Dienstleister lohnt die Öffnung nicht, selbst wenn sie es dürften. Geöffnet sind allerdings meist alle touristisch relevanten Einrichtungen wie Museen, Schlösser, Zoos oder Restaurants.
Wer dringend einkaufen muss, kann sich zudem auf großen Bahnhöfen, Flughäfen oder an ähnlichen Orten mit hoher Konzentration an Menschen, wie es offiziell heißt, mit dem Nötigsten eindecken. Dort haben dann auch normale große Supermärkte geöffnet.
Tochter von Karel Gott startet Karriere als Sängerin
Bisher konnte es nur einen Gott geben – Karel Gott. Der 2019 verstorbene Schlagersänger war in Tschechien und Deutschland gleichermaßen beliebt. Doch nun schickt sich eine 20-jährige an, die Tradition des Namens Gott im Musikgeschäft fortzusetzen. Die Rede ist von Charlotte Gott, eine von zwei Töchtern der Ehe von Karel Gott und seiner Frau Ivana Gottová. Das in Tschechien bei Frauen übliche -ová am Namensende hat sie beschlossen, wegzulassen, was in Tschechien noch nicht so lange möglich ist. Der Name Gott sei international besser zu gebrauchen. Er ist aber einfach auch eine Marke, eben jene, die der Vater zu Berühmtheit brachte.
Karel Gott selbst hatte dafür gesorgt, dass seine zwei Töchter (die zweite ist zwei Jahre jünger und heißt Nelly) musikalisch aufwachsen. Charlotte sang bereits mit sieben Jahre in einem Musical. Mit zehn steuerte sie gemeinsam mit ihrem Vater zwei Lieder zum Soundtrack von Anděl Páně 2 bei, einem der erfolgreichsten tschechischen Filme. 2019 dann, kurz vor dem Tod ihres Vaters, nahm sie 13-jährig mit ihm das Lied „Srdce nehasnou“ (Herzen verlöschen nicht) auf, das zum letzten Hit ihres Vaters wurde – und zu ihrem ersten.
Am 30. April, dem Tag ihres 20. Geburtstags, veröffentlichte sie nun ihre Single „In too deep“, die in London produziert wurde. In dem Lied singt sie auf Englisch, was auch weiter die Sprache ihrer Lieder sein soll, wie sie sagte. Für den Herbst ist eine EP angekündigt. Gott sagte selbst, sie habe die Ambition, international erfolgreich zu sein. Dass das nicht leicht wird, dessen sei sie sich bewusst. Produziert wurde ihre Single von dem englischen Songschreiber und Produzenten Sacha Skarbek.
Neuer Prager Erzbischof ins Amt eingeführt
Stanislav Přibyl ist neuer Erzbischof von Prag. Am 25. April wurde er in der Kathedrale der Heiligen Veit und Adalbert (Vít und Vojtěch) in Anwesenheit von 40 Bischöfen aus Tschechien und dem Ausland sowie des Präsidentenpaars Petr Pavel und Eva Pavlová feierlich ins Amt eingeführt. Am Montag nahm er offiziell die Amtsgeschäfte auf. Přibyl ist der 38. Erzbischof von Prag. Er ist 54 Jahre alt und es wird erwartet, dass seine Amtszeit länger dauern wird als die vieler seiner unmittelbaren Vorgänger. In der katholischen Kirche ist vorgesehen, dass Bischöfe mit 75 Jahren beim Papst ihre Absicht bekunden, vom Amt zurückzutreten. Aber auch dann können sie noch einige Zeit im Amt bleiben.
Sein Vorgänger Jan Graubner bat alle Gläubigen, gemeinsam mit dem neuen Erzbischof die Erneuerung der Kirche in Tschechien anzugehen. Přibyl hatte selbst vor einiger Zeit in einem Interview gesagt, er wollte zu einer Veränderung der Atmosphäre in der Kirche wie der Gesellschaft beitragen. „Ich habe das Gefühl, dass hier zu viel Spannung herrscht“, so Přibyl. Er war am 2. Februar von Papst Leo zum neuen Erzbischof von Prag ernannt worden.
Přibyl war seit 2023 Bischof von Litoměřice, wo er bereits bis 2016 als Generalvikar wirkte. Danach war er sieben Jahre Sekretär der Tschechischen Bischofskonferenz, in der Hierarchie ein wichtiger Posten. Přibyl hat nicht nur einen Doktortitel der Theologie, sondern er absolvierte auch ein Magisterstudium an der sozioökonomischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem (Aussig). 2025 wurde ihm von der Katholischen Fakultät der Karls-Universität Prag der Doktortitel für Kunstgeschichte verliehen. Seit 1995 ist er Mitglied des Redemptoristenordens.
Schicht-Familie erhält Grabstätte zurück
Die Familie Schicht erhält die Grabstätte des Unternehmers Johann Schicht in Ústí-Střekov (Aussig-Schreckenstein) zurück. Darauf einigte sich die Nachfahrin des berühmten Seifenkönigs Leonore Novotny-Schicht mit der Stadt. Die Stadt hatte die Grabstätte 2021 übernommen und der Nachbarschaftsstiftung von Ústí übergeben, die allerdings nicht ausreichend Mittel für die Restaurierung auftreiben konnte. Daraufhin fiel die Grabstätte im Januar wieder an die Stadt, die sie nun der Familie übergab. Allerdings ist die Familie verpflichtet, der Stadt 43.000 Kronen (knapp 1.800 Euro) zu zahlen. So viel kostete die Projektdokumentation zur Restaurierung der Grablege.
Die Familie Schicht erlebt nicht nur in Ústí gerade eine Renaissance. Die Villa von Heinrich Schicht aus den 1930er Jahren gehört ihr schon länger wieder. Außerdem wurde ein Film über die Unternehmerfamilie gedreht („Der König der Seifenblasen“), der die Macher des Schicht-Imperiums überhaupt in Tschechien bekannt machte. Er wird in diesem Jahr bei den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen zu sehen sein. Und neuerdings wird eine Umbenennung der Žukov-Straße in Střekov in Schicht-Straße debattiert. Die Straße wird gerade saniert und führt direkt an den ehemaligen Schicht-Werken vorbei. Žukov wiederum war ein sowjetischer General, der in Tschechien nicht sonderlich beliebt ist. Eine schon einmal geplante Umbenennung in Marlene-Dietrich-Straße scheiterte allerdings schon einmal. Dietrich weilte oft in Ústí bei ihren Schwiegereltern.
Straßensperrung in der Böhmischen Schweiz
Die Straße von Hřensko (Herrnskretschen) nach Janov (Jonsdorf) in der Böhmischen Schweiz wird für einige Wochen gesperrt bleiben. Dabei kommt es bereits am 16. Mai zu einer ersten Sperrung, weil an dem Tag das traditionelle Bergzeitfahren Janovský trhák (Jonsdorfer Reißer) gefahren wird. Ab Montag, dem 18. Mai, rücken aber Baufahrzeuge an. Bis Ende Juni ist die Straße aufgrund von Bauarbeiten nicht befahrbar. Auf der Straße wird vor allem das Abflusssystem für Regenwasser erneuert sowie am Ende eine neue Asphaltschicht aufgetragen.
Für Autofahrer bedeuten das große Umleitung über Mezní Louka, Jetřichovice und Srbská Kamenice oder Děčín, Kámen und Arnoltice. Von der Sperrung ist auch der Busverkehr betroffen. Die Linie 441 entfällt für die Zeit der Bauarbeiten.
Liebe Filmfreunde,
neben dem Hinweis auf den nächsten Tschechischen Filmmittwoch haben wir heute auch noch zwei Fernsehtipps für Sie. Bitte gehen Sie damit verantwortungsvoll um und vernachlässigen Sie uns nicht deswegen das Kino.
Tschechischer Filmmittwoch am 6. Mai
Beim Filmmittwoch am 6. Mai im Zentralkino zeigen wir »Nejistá sezóna« (Eine unsichere Saison) von 1987. Dem genialen Duo Smoljak/Svěrák kommt man vermutlich nie so nahe wie in diesem Film.
Es geht darin um ein Laientheater, welches unschwer als das Jára-Cimrman-Theater zu erkennen ist. Diesem wird von der sozialistischen Obrigkeit das Leben schwer gemacht. Zwar dürfen sie spielen, müssen aber ständig umziehen, immer weiter an die Peripherie. Das Publikum bleibt ihnen dennoch treu, aber für die Freizeit-Schauspieler wird es immer anstrengender. Zudem reden die Behörden inhaltlich ständig rein. Da bleiben auch interne Spannungen nicht aus.
Wir erleben im Film einen Blick hinter die Kulissen des berühmten und beliebten Jára-Cimrman-Theaters und Schauspieler, die im wesentlichen sich selbst spielen, z.B. Zdeněk Svěrák als recht albernen Kindskopf und Ladislav Smoljak als ernsthaften, besorgten Leiter der Truppe.
Die Vorstellung um 20 Uhr ist fast ausverkauft, aber für 18 Uhr gibt es noch einige Tickets.
Návštěvníci – Die Besucher
Manche erinnern sich vielleicht noch an die tschechisch-westdeutsche Kultserie "Die Besucher" von 1983, die auch im DDR-Fernsehen lief, da aber unter dem Titel "Expedition Adam ’84" (der passt besser). Bei ARD plus, dem Streamingdienst der ARD, kann man diese Serie jetzt wieder sehen. Der kostet eigentlich 5 Euro im Monat, aber man kann erstmal zwei Wochen kostenlos testen.
Zu Beginn der 15-teiligen Serie wird die Erde im Jahr 2484 von einem desaströsen Meteoriteneinschlag bedroht. Die Rettung könnte eine Formel sein, die im Schulheft des (zukünftigen) Genies Adam Bernau steht, welches 1984 verbrannt ist. Also wird eine Gruppe ins Jahr 1984 geschickt, um das Heft zu besorgen. Dabei geht natürlich vieles schief, und die Verhältnisse im Jahr 1984 werden gehörig aufs Korn genommen.
Die Serie eignet sich perfekt, um ordentlich in Nostalgie zu schwelgen und die Tschechoslowakei in den 1980ern nochmal zu erleben (natürlich abzüglich der negativen Seiten, die nicht gezeigt werden). Dabei wird man auch viele beliebte, aus unterschiedlichen tschechoslowakischen Fernsehserien bekannte Gesichter wiedererkennen.
Sternstunde der Mörder
Eine aktuelle Kurzserie in der ARD-Mediathek führt uns ganz ohne Nostalgie noch weiter in die Vergangenheit zurück, in die letzten Kriegstage im April und Mai 1945. Im besetzten Prag treibt ein Frauenmörder sein Unwesen, und ein junger tschechischer Kriminalpolizist muss gemeinsam mit einem älteren Gestapo-Mann ermitteln. Gleichzeitig rücken die Rote und die US-Armee stetig näher und die Nazis in der Stadt geraten immer mehr unter Druck. Ihre Angst vor einer Widerstandsbewegung innerhalb der Prager Polizei behindert die Ermittlungen zusätzlich.
Eine Besonderheit der Serie ist, dass die Figuren häufig Tschechisch sprechen und dies untertitelt wurde. Das kommt im deutschen Fernsehen nicht oft vor, trägt aber enorm zur Authentizität bei. Auch die differenzierte Zeichnung der Charaktere ist für Fernsehen durchaus bemerkenswert. Die vierteilige Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman des berühmten Pavel Kohout von 1995, übrigens seinem einzigen Krimi. Wichtiger als der Fall dürfte die Schilderung der turbulenten, oft grausamen Zeit der letzten Kriegstage sein, die in Kohouts Leben eine große Rolle gespielt hat.
Zur Serie in der ARD-Mediathek
Das sind die besten Raststätten am Elberadweg
Der Elberadweg gehört zu den schönsten und beliebtesten Fernradwegen Europas. Das gilt auch für das kleine Stückchen, das er durch Tschechien führt, wobei die große Mehrheit nur den Elberadweg zwischen der deutsch-tschechischen Grenze und Mělník nutzt und dann an der Moldau weiter Richtung Prag abbiegt. Im Vergleich zu dem größeren Abschnitt in Deutschland hinkte der tschechische Teil hinsichtlich Service lange hinterher. Doch parallel zum Ausbau des Radwegs und seiner Ausstattung mit einer besseren Fahrbahn, Ausschilderung und Sicherung wuchs in den vergangenen zehn Jahren auch das Angebot an Raststellen für Radtouristen. Die Webseite „Elberadweg im Bezirk Ústí“ hat nun ihre Nutzer abstimmen lassen, welche für sie die besten Raststätten sind. Dabei geht es um den 96 Kilometer langen Abschnitt durch den Bezirk Ústí, also von der Staatsgrenze ungefähr bis auf Höhe der Kleinstadt Štětí (Wegstädtl).
Eine klassische Imbissbude, eine Eisdiele oder gleich ein Restaurant. Die Möglichkeiten, am Elberadweg einzukehren, sind groß. So auch in der Rangliste der TOP25. In der tauchen sogar gemütliche Cafés mit hochwertigen Kaffeekreationen bis hin zu Strandbars auf. Wer sich davon inspirieren lassen möchte, findet die TOP25 praktisch markiert beim Navigationsdienst mapy.cz.
Prag hat neue Moldaubrücke nur für Trams
Prag hat seit dem 18. April seine 21. Brücke über die Moldau. Sie ist insofern besonders, als dass sie nur für Straßenbahnen, Autobusse, Radfahrer und Fußgänger vorgesehen ist. Einzig der Rettungsdienst darf sie außerdem nutzen. Die neue Brücke mit dem Namen „Dvorecký most“ überspannt die Moldau im Süden der Stadt und verbindet die beiden Stadtteile Smíchov und Podolí.
Hintergrund für die Abwesenheit von Autos sind EU-Mittel, die die Hälfte der 2 Milliarden Kronen (83 Millionen Euro) teuren Brücke finanziert haben. Ohne Autos ist die Brücke zudem etwas schmaler, was schon mal den Preis gesenkt hat. Die Sperrung für den normalen Autoverkehr wird aber vor allem durch die innerstädtische Verkehrsführung begründet. Prag muss mit einem überbordenden Autoverkehr klar kommen. Ein Schritt soll sein, den öffentlichen Nahverkehr noch attraktiver zu machen. So erhalten die Tram-Linien 20 und 21 neue Linienführungen, wovon sich die Prager Verkehrsbetriebe eine große Nachfrage versprechen. Da zusätzlich einige weitere Linien neue Strecken bekommen, sind insgesamt neun Straßenbahnlinien betroffen.
Auch für Busse ergeben sich neue Linienführungen. Die Verkehrsbetriebe versprechen sich dadurch ein höheres Tempo und weniger Standzeiten in Staus.
Für Autofahrer ergibt sich zumindest die indirekte Entlastung dadurch, dass die Linienbusse von der sechsspurigen Barrandov-Brücke etwas weiter südlich verschwinden. „Autos über die neue Brücke zu führen, würde aufgrund der kleinen Parameter kaum Entlastung bringen und die Tempobeschleunigung bei Trams und vor allem Bussen verpuffen lassen“, wird in der Tageszeitung Hospodářské noviny der Verkehrsbürgermeister Jaromír Beránek zitiert. Während über die häufig von Staus betroffene Barrandov-Brücke täglich 140.000 Autos fahren, wäre auf der neuen Dvorecký-Brücke nur Platz für täglich 10.000 Autos.
Man wolle nun die Effekte zunächst prüfen. Die Stadt plant übrigens eine weitere reine Straßenbahnbrücke zwischen Karlín und Holešovice. Für den Autoverkehr erhofft man sich zudem Entlastung durch die Schließung des nördlichen Teils des Autobahnrings D0, zu der es 2033 kommen soll.
Neuer Lehrpfad in den Tyssaer Wänden
Seit April dürfen jeden Tag nur noch maximal 2.000 Menschen die beliebte Felsenwelt der Tyssaer Wände (Tiské stěny) betreten. Wer sichergehen möchte, nutzt das Online-Reservierungssystem. Für den 1. Mai standen bei Erscheinen des Newsletters am 24. April zum Beispiel noch 1.973 Tickets zum Verkauf. Doch wenn alle Tickets verkauft sind, gibt es für den Tag keine Möglichkeit mehr, die Felsen zu betreten. Damit möchte die Gemeinde die Natur vor Überlastung schützen. Jährlich besuchen rund 100.000 Touristen die Wände, die meisten zwischen April und Juni, üblicherweise zwischen 10 und 13 Uhr. Gegen viele Touristen hat die Gemeinde nichts einzuwenden. Sie bringen Geld und wegen ihnen gibt es in Tisá gleich mehrere Gaststätten und zudem mehr Kultur als in anderen, ähnlich großen Dörfern. „Es wäre aber schön, wenn es uns gelingt, die Touristen besser über den Tag und übers Jahr zu verteilen“, wünscht sich Bürgermeister Jiří Turek.
Zu einem achtsameren Verhalten gegenüber der Natur soll auch der neue Lehrpfad beitragen, der am vergangenen Wochenende eröffnet wurde. Er führt einmal durch die ganzen Tissaer Wände und erklärt nicht nur Felsformationen, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt. Die alte Beschilderung und Lehrtafeln waren zudem schon in die Jahre gekommen.
Universität in Ústí lockt mehr Studenten
Über 9.000 Bewerbungen notierte die Universität Jan Evangelista Purkyně in Ústí nad Labem (Aussig), kurz UJEP, bis Anfang April. Das sind gleich 1.000 mehr als vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Und es könnten noch mehr werden, denn die Sozioökonomische Fakultät, die Maschinenbaufakultät und die Umweltfakultät haben ihren Bewerbungsschluss erst Ende April. Das gilt auch für Bewerbungen für Promotionsstudien.
Die meisten Bewerber wurden traditionell in den Studiengängen Sonderpädagogik, Wirtschaft und Management sowie Grundschullehramt (1. Stufe) verzeichnet. Anhaltend hohes Interesse gibt es aber auch an einem Studium der Englischen Literatur und Sprache und der Physiotherapie. Die Universität bietet aber auch eine Reihe neuer Studiengänge wie Nachhaltigkeit erneuerbarer Rohstoffe (Bachelor) sowie Maschinenbautechnologie und Materialien und Steuerung und Effektivität im Gesundheitswesen. Beides sind Doktorstudiengänge, die auch auf Englisch absolviert werden können.
Die Universität verzeichnet – wenn auch auf niedrigem Niveau – ein gestiegenes Interesse aus dem Ausland mit insgesamt 374 Interessenten. Die meisten kommen aus der Ukraine und Kasachstan. Dahinter folgen die Slowakei, Russland und Pakistan.
Die Universität in Ústí wurde nach der samtenen Revolution gegründet. Sie ging aus einer pädagogischen Fachschule hervor. Die größte Fakultät ist daher auch die Pädagogische Fakultät. Es folgen die Fakultät für medizinische Studien sowie die Philosophische Fakultät und die Sozioökonomische Fakultät.
Neuer Wanderweg über die tschechische Grenze
Wanderer haben eine neue Möglichkeit, von Sachsen nach Tschechien zu wandern und umgekehrt. Am 11. April wurde der neue markierte Wanderweg von Schmilka nach Hřensko (Herrnskretschen) in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz eingeweiht. Die neue Route führt streng genommen nicht nach Hřensko, sondern mündet rund 100 Meter oberhalb der Wasseraufbereitungsanlage auf den markierten roten Wanderweg zum Prebischtor (Pravčická brána).
Er ist daher auch eine gute Alternative für alle, die das beliebte Wanderziel ansteuern und nicht auf der Straße von Schmilka nach Hřensko laufen möchten. Außerdem muss man nicht an einer Vielzahl von Verkaufsbuden eher fragwürdigen Angebots vorbei. Insgesamt hat der neue markierte Weg eine Länge von knapp drei Kilometern.
Von Schmilka kommend, kann man am oberen Ende des Dorfes nach rechts auf den gelb markierten Wanderweg mit dem Querstrich einbiegen. Der führt auf dem historischen Grenzweg zur tschechischen Grenze. Eine erste Abzweigung Richtung Tschechien lässt man noch rechts liegen, um später auf den durch ein grünes Dreieck markierten grenzüberschreitenden Wanderweg zu stoßen. Die vertraute Markierung im System des Klubs tschechischer Touristen wurde nicht vorgenommen.
Der erste Teil, der an den Hängen des Langen Horns (Dlouhý roh) aufwärts führt, ist komplett neu und wurde am steilen Hang größtenteils mit Stufen gesetzt. Oben angekommen führt der Weg auf der „Prasečí cesta“ (wörtlich: Schweineweg) ins Tal der Suchá Bělá (Dürre Biele) und stößt dort auf den erwähnten rot markierten Wanderweg zum Prebischtor. Leider müssen Wanderer wie bisher dann doch noch ein längeres Stück entlang der Straße laufen. Ein Wanderweg entlang der Ruhezone, der direkt im Wald an den Aufstieg zum Prebischtor anschließt, wurde nicht markiert. Alternativ kann man am Abzweig zum Prebischtor auch den gelb markierten Weg Richtung Mezná (Stimmersdorf) wählen.
Für den Rückweg nach Schmilka kann man sich von Hřensko auch in den Bus setzen. Die Linie 435 von Mezná nach Schmilka verkehrt am Wochenende stündlich. Sie hält auch in Mezní Louka (Rainwiese) und am Abzweig zum Prebischtor (Tři prameny). Es empfiehlt sich, ein Einzelticket in der deutschsprachigen App DÚKapka zu kaufen. Das Elbe-Labe-Ticket gilt zwar auch, lohnt sich allein für die kurze Strecke aber nicht.
Der neue Weg ist der erste grenzüberschreitende markierte Wanderweg seit Gründung des Nationalparks Böhmische Schweiz. Allerdings befindet er sich ganz am Rand der Nationalparke. Ohne Verbindung bleibt weiter das Gebiet zwischen der Grenze bei Schmilka und dem Grenzübergang am früheren Zadní Jetřichovice (Hinterdittersbach). Den Aufruf, einen der bestehenden historischen Wanderwege wie den Stimmersdorfer Weg oder die Verbindung zum Großen Zschand wieder zu öffnen, lehnt der Nationalpark ab.
Streit um NATO-Gipfel
Das nächste Gipfeltreffen der NATO-Länder ist zwar erst im Juli., doch in Tschechien wird seit Wochen erbittert gestritten, wer die tschechische Delegation leiten und wer an ihr beteiligt sein wird. Geht es nach Außenminister Petr Macinka (Autofahrerpartei), wird die Delegation nicht von Präsident Petr Pavel geleitet, wie es traditionell bisher der Fall war. Macinka möchte Pavel auch sonst nicht in der offiziellen Delegation dabeihaben. Ein aktueller Regierungsbeschluss über die Nutzung der offiziellen Flugzeuge weist für die Delegation zum NATO-Gipfel als Teilnehmer nur Premierminister Andrej Babiš, Außenminister Macinka und Verteidigungsminister Jaromír Zůna (SPD) aus.
Der Präsident repräsentiert Tschechien in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik. Dafür hat er weitreichende Vollmachten. So wird kein Botschafter ohne die Zustimmung des Präsidenten entsandt. Daraus resultiert die bisherige Praxis, dass der Präsident nicht nur Teil der Delegation bei NATO-Gipfeln ist, sondern sie auch führt. Dass Macinka mit dieser Tradition ausgerechnet bei dem früheren Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses brechen will, lässt sich nur mit dem monatelangen Streit um die Besetzung des Umweltministeriums verstehen. Präsident Pavel hatte sich geweigert, den Kandidaten der Autofahrer, Filip Turek, zu ernennen. Grund war für Pavel Tureks frühere rechtsextreme und fremdenfeindliche Äußerungen. Im Februar musste die Autofahrerpartei, deren Vorsitzender Macinka ist, Turek als Kandidat kleinlaut zurückziehen.
Präsident Pavel hatte zuletzt in einem Brief an Premier Andrej Babiš unterstrichen, dass er davon ausgeht, die tschechische Delegation zum NATO-Gipfel anzuführen. Beide Politiker treffen sich in der nächsten Woche und werden wohl auch über diese Frage beraten. Die Frage, wer am NATO-Gipfel teilnimmt, ist aber auch inhaltlich pikant. Während Pavel als Befürworter erhöhter Militärausgaben gilt, hat die Regierung von Andrej Babiš im Haushalt 2026 die Mittel für den Verteidigungsetat auf unter zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts heruntergefahren. Das ist deutlich unter dem Ziel, zu dem sich die NATO-Mitgliedsstaaten verpflichtet haben.
Aufsteiger im tschechischen Wohlstandsindex
Von Platz 162 auf 90. Das ist die Bilanz der Stadt Litoměřice (Leitmeritz) im tschechischen Wohlstandsindex der Regionen innerhalb eines Jahres. Den Wohlstandsindex stellt die Bank Česká spořitelna jedes Jahr neu auf Basis der Datenplattform „Europa in Daten“ zusammen und entwickelt nach 49 Indikatoren eine Rangfolge. Zu den Indikatoren gehören unter anderem die wirtschaftliche Situation, Zugang zu medizinischer Pflege, Bildung, Wohnung, die Umwelt oder die Freizeitangebote, aber auch die Geschwindigkeit des Internets.
Zu den größten Aufsteigern zählten in diesem Jahr zwei weitere Städte aus den sogenannten Sudeten, wie die Gebiete an der Grenze zu Deutschland, Österreich und Polen in Tschechien genannt werden. Die schneiden bei solchen Erhebungen häufig schlecht ab. Doch Nový Bor (Haida) machte einen noch größeren Satz von 174 auf 92. Zweitbester Aufsteiger war die Kleinstadt Králíky (Grulich) in Ostböhmen, nahe der Grenze zu Polen, die von Platz 108 auf 35 sprang.
Spitzenreiter wurde zum zweiten Mal in Folge die Stadt Turnov (Turnau) im Bezirk Liberec am Rande des Böhmischen Paradieses (Český ráj). Danach folgt wie schon im letzten Jahr der beliebte mährische Kurort Luhačovice. Auf den dritten Platz schaffte es überraschend die ostböhmische Kleinstadt Žamberk (Senftenberg).
Auch wenn mit Litoměřice eine Stadt aus dem Bezirk Ústí einen Achtungserfolg zielen konnte, sieht es für den Rest des Bezirks trübe aus. Neben Litoměřice platzierte sich mit Varnsdorf nur noch eine Stadt unter den ersten 100 Regionen. Dagegen fanden sich mit Chomutov (Komotau), Litvínov (Oberleutensdorf), Teplice (Teplitz), Louny (Laun), Podbořany (Podersam) und Bílina (Bilin) gleich sechs Städte und Regionen unter den letzten zehn Plätzen. Bílina landete dabei knapp vor dem westböhmischen Horšovský Týn (Bischofteinitz) auf dem vorletzten Platz..
Zulassungsprüfungen für weiterführende Schulen gestartet
Für alle Neuntklässler in Tschechien ist es gerade eine entscheidende Zeit, denn am 10. April begannen die Aufnahmetests für die weiterführenden Schulen. Wer nach der Grundschule, die in Tschechien nach der neunten Klasse endet, das Abitur anstrebt, kann sich wahlweise an einem Gymnasium, einer Mittelschule, einer Mittelfachschule oder einer Handelsakademie bewerben. Außer am Gymnasium besteht auch die Möglichkeit, die Schule mit einer Berufsausbildung abzuschließen. Mittelschulen weisen zudem auch schon eine Fachspezialisierung auf, selbst wenn man mit Abitur abschließt.
Doch der Weg zu Gymnasium oder Mittelschule führt ausschließlich über einen Test, der landesweit einheitlich ist. Er besteht aus einer Prüfung in Mathematik (70 Minuten) und in Deutsch (60 Minuten).
In der Regel beginnen die Grundschüler schon ein Jahr früher mit der Vorbereitung. Die Tests sind gefürchtet. Selbst Schüler mit gutem Allgemeinwissen sind schon gescheitert. Man muss eher die innere Logik des Tests verstehen, um erfolgreich zu sein. Deshalb gibt es spezielle Agenturen, die die Schüler gezielt auf die Aufnahmetests vorbereitet. Kaum ein Schüler kommt ohne solch eine Agentur aus. Das ist also ein interessanter Unternehmenszweig in Tschechien im Bereich Bildung/Fortbildung.
Schüler können sich an bis zu drei Schulen bewerben. An welcher Schule es mit der Aufnahme klappt, hängt auch vom Renommee der Schule ab. Für manche Schulen braucht es ein erstklassiges Testergebnis, bei anderen reicht ein gutes. Die Ergebnisse stehen Mitte Mai fest.
Schloss günstig zu verkaufen
Es ist bereits der vierte Versuch, das Schloss von Milešov zu verkaufen. Und diesmal entschied sich der Bezirk Ústí als Eigentümer zu einem rasanten Schritt: Der Preis fiel auf 29,9 Millionen Kronen, umgerechnet rund 1,25 Millionen Euro. Damit liegt er noch unter der Empfehlung eines Gutachtens, das seinen Wert auf 33 Millionen Kronen geschätzt hatte. Bei der ersten Versteigerung vor zwei Jahren kostete das Schloss noch 99 Millionen Kronen, also über 4 Millionen Euro. Die öffentliche Versteigerung findet am 13. Mai statt. Interessenten müssen als Sicherheit fast 3 Millionen Kronen hinterlegen. Zum Schloss gehören mehrere Bauobjekte.
Was nach einem Schnäppchen aussieht, wird noch viel Geld kosten. Denn der Zustand des Schlosses macht Investitionen erforderlich. Immerhin ist es noch nicht so lange her, dass in dem Schloss gewohnt wurde. Bis vor drei Jahren diente das Schloss noch als Altersheim. Davor war es schon Schule, Erholungsheim und Heilanstalt.
Gebaut wurde es im 14. Jahrhundert auf einem Felsensporn. Im 16. Jahrhundert wurde es zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Es folgte ein barocker Umbau zur Mitte des 17. Jahrhunderts sowie eine weitere Renovierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Schloss liegt malerisch am Fuße des höchsten Gipfels des Böhmischen Mittelgebirges Milešovka (Milleschauer).
Milešov ist übrigens nicht das einzige Schloss, das gerade verkauft wird. Immobilienmakler bieten auch die Schlösser in Encovany, Cítoliby und Vršovice bei Louny zum Verkauf.
Menschenkette für den Wolfsberg
Wie bekommt man 800 Sack Zement, eine Menge Formsteine und weiteres Baumaterial auf den 591 Meter hohen Gipfel Vlčí hora (Wolfsberg) nahe Krásná Lípa (Schönlinde)? Am besten, indem ganz viele Menschen mit anpacken. Denn der Wolfsberg hat zwar einen Aussichtsturm, aber keinen Lastenaufzug. Also musste das ganze Material per Hand nach oben getragen werden. Dass es aber so schnell geht, wie am vergangenen Samstag, hätte wohl der kühnste Optimist nicht zu glauben gewagt. Binnen zwei Stunden war alles oben. Zu verdanken war das den 127 Freiwilligen, die nicht nur mit anpackten, sondern gleich eine Menschenkette bildeten. Insgesamt waren knapp 20 Höhenmeter auf 150 Metern Länge zu überwinden. Also für jeden etwas mehr als einen Meter.
Aus dem Baumaterial entsteht in den kommenden Wochen eine Aussichtsplattform an dem Ort, an dem einst eine Berghütte stand. Die wurde allerdings vor drei Jahren durch Brandstiftung zerstört. Dabei wurde auch der Aussichtsturm in Mitleidenschaft gezogen, der aber wieder erneuert und eröffnet werden konnte.
Die Menschenkette kümmerte sich aber nicht nur um den Transport des Materials. Für jeden transportierten Sack Zement wurden auch 20 Kronen für die medizinische Behandlung eines kranken Jungen aus Dolní Podluží (Niedergrund) gespendet.
Preisdeckel für Kraftstoff in Tschechien
Die am 2. April von der tschechischen Regierung beschlossene Regelung zu Höchstpreisen für Kraftstoff fand am Dienstag erstmals Anwendung. Die Regierung legt seitdem täglich um 14 Uhr die Höchstpreise für Benzin und Diesel fest, die am nächsten Tag (bzw. übers Wochenende) gelten. Die Basis der festgelegten Preise bilden Marktdaten, insbesondere die Großhandelspreise. Die eigentliche Einschränkung besteht darin, dass für normale Kraftstoffe eine Gewinnmarge von 2,50 CZK pro Liter nicht überschritten werden darf. Zugleich wurden die Steuern auf Kraftstoffe um 2,35 CZK/l gesenkt.
Am Dienstag wurden als Höchstpreise für Mittwoch bei Benzin 43,15 CZK (1,77 €) und bei Diesel 49,59 CZK (2,03 €) pro Liter festgelegt. Für das Wochenende und Montag wurden heute auf der Website des Finanzministeriums 41,95 CZK (1,72 €) bzw. 45,90 CZK (1,88 €) pro Liter bekanntgegeben. Dort findet man auch einen hypothetischen Preis ohne Regulierung, mit dem die Regierung sich anscheinend selbst auf die Schulter klopfen möchte.
Staatsvertrag mit Vatikan ist verfassungswidrig
Als eines der letzten Länder Europas hat Tschechien 2024 einen Staatsvertrag mit dem Vatikan zur Regelung der Beziehungen geschlossen. Dieser muss jedoch durch Senat, Parlament und den Präsidenten ratifiziert werden. Die ersten beiden Schritte sind erfolgt, doch einige Senatoren haben ihn dem Verfassungsgericht zur Prüfung von acht konkreten Punkten vorgelegt. In zweien davon hat das Gericht letzte Woche entschieden, dass diese nicht mit der tschechischen Verfassung vereinbar seien.
Zum einen geht es dabei um das Beichtgeheimnis, welches laut Vertrag für katholische Priester unbeschränkt gelten soll, während es bei anderen Religionsgemeinschaften eingeschränkt ist. So müssten diese z.B. melden, wenn in der Beichte jemand eine schwere Straftat ankündigt, wozu katholische Priester hingegen nicht verpflichtet wären. Der zweite Punkt sind Einschränkungen beim Zugang zu den Archiven der katholischen Kirche.
Die Ratifizierung kann aufgrund des Urteils nicht vollendet werden. Nun ist es an der neuen Regierung, eine geänderte Version des Vertrages mit dem Vatikan auszuhandeln.
Tschechen sehen viele Länder positiver
Das renommierte tschechische Meinungsforschungsinstitut STEM führt seit vielen Jahren eine Untersuchung zur Einstellung der tschechischen Öffentlichkeit zu diversen anderen Ländern durch. Für 2025 zeigt diese einen leichten Anstieg der Sympathiewerte hinsichtlich vieler europäischer Länder. Die Befragten bewerten dabei ihre persönliche Einstellung mit Schulnoten von 1 bis 5. In der Auswertung wird dann insbesondere auf den Anteil derer Bezug genommen, die die Noten 1 und 2 verteilten.
Spitzenreiter war 2025 Österreich mit 71% (Note 1 und 2), dicht gefolgt von der Schweiz (69%), Italien und Polen (je 68%) sowie der Slowakei (67%). Deutschland rangiert mit 54% im Mittelfeld und bildet eine nahe beieinander liegende Gruppe mit Slowenien, Frankreich, Belgien, Japan und Großbritannien.
Interessant ist die Untersuchung vor allem in der Betrachtung längerer Zeitreihen (siehe Grafik). So lässt sich z.B. für die USA (orange Linie) seit 1994 und für Frankreich (weinrot) und Großbritannien (grün) seit etwa 2012 ein deutlicher Abwärtstrend erkennen. Für Deutschland (türkis) hingegen ist der Trend seit 1994 leicht ansteigend, allerdings mit sehr starken Ausschlägen, die oft aktuelle politische Entwicklungen widerspiegeln. So ist z.B. bei allen vier Ländern eine starke Delle im Jahr 2004 sowie eine etwas leichtere 2015/2016 erkennbar.
Hinsichtlich der Visegrád-Staaten (Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn) zeigt sich, dass einerseits Ungarn weit abgeschlagen bei 40% liegt, andererseits aber die Popularität der Slowakei seit rund 10 Jahren deutlich sinkt, während die Polens in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen ist.
In der Umfrage werden nicht nur Länder, sondern auch international bedeutende Persönlichkeiten bewertet. Den Spitzenplatz nimmt dabei Papst Leo XIV. ein, gefolgt von Emmanuel Macron und Karel Nawrocki. Interessanterweise schneidet auch Friedrich Merz recht gut ab und liegt auf Platz 5, wobei er allerdings 36% der Befragten unbekannt war. Unter denen, die ihn kannten, genoss er eine ähnliche Popularität wie Macron.
Mercedes-Benz Trucks investiert in Cheb
Vorige Woche hat Mercedes-Benz Trucks angekündigt, in Cheb (dt. Eger) eine neue Fabrik zur Montage von LKW zu errichten. Diese soll eine Produktionskapazität von 25.000 Fahrzeugen pro Jahr erreichen. Dabei sollen rund 1100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Mercedes will rund 300 Mio. Euro investieren und die Produktion bis 2030 aufnehmen. Für die strukturschwache Region ist das ein enorm wichtiges Projekt, welches einerseits die über dem Landesschnitt liegende Arbeitslosigkeit signifikant senken, aber auch das unter dem Landesschnitt liegende Lohnniveau erhöhen wird.
Erfolgreiche Spendenaktion für Anschlagsopfer
Am 19. Januar hatte ein Mann in der Stadtverwaltung von Chřibská (Kreibitz) im Schluckenauer Zipfel den Hausmeister Libor Cicvárek erschossen und sechs Menschen verletzt (wir berichteten). Danach erschoss er sich selbst. Der Bezirk Ústí hatte eine Spendenaktion für die Angehörigen des Todesopfers sowie die Verletzten gestartet, die diese Woche zu Ende ging. Es sind rund 1,1 Mio. CZK (ca. 45.000 Euro) aus 499 Spenden von Privatpersonen, Gemeinden und weiteren juristischen Personen zusammengekommen, wie jetzt mitgeteilt wurde. Von der Summe werden auf Beschluss des Rats des Bezirkes Ústí die Ehefrau von Libor Cicvárek 500.000 CZK, seine beiden Söhne je 250.000 CZK und die Verletzten je 25.000 CZK erhalten.
Zudem hat Hejtman Richard Brabec dem tschechischen Staatspräsidenten Petr Pavel vorgeschlagen, Libor Cicvárek mit der Heldenmedaille auszuzeichnen in Anerkennung dessen, dass er trotz der Lebensgefahr dem schwer verletzten Bürgermeister erste Hilfe geleistet, Kolleginnen vor dem Angreifer geschützt und noch im Sterben einen Kollegen telefonisch gewarnt habe, was diesem vermutlich das Leben rettete.
Wenn Sie unseren Wochenrückblick regelmäßig in Ihr Email-Postfach bekommen möchten, melden Sie sich für unseren Newsletter an.
Alle Meldungen unter Aktuelles.
Nächste Veranstaltungen
Weitere Veranstaltungen finden Sie im Veranstaltungskalender.