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Neuigkeiten
Tschechien schränkt Feuerwerksnutzung ein
Seit dem 1. Dezember kann Feuerwerk in Tschechien nur noch eingeschränkt genutzt werden. Grund sind verschärfte Regeln beim Verkauf, aber auch bei der Nutzung. Seit Anfang Dezember darf Pyrotechnik nicht mehr an Marktständen, in provisorischen Läden, die nur in der Zeit vor Silvester öffnen, aber auch nicht mehr in mobilen Containern verkauft werden. Außerdem darf im 250-Meter-Umkreis von Krankenhäusern, Tageszentren, Förderstätten, Pflege- oder Altenheimen, aber auch Tierheimen und Rettungsstationen sowie Zoos und anderen Einrichtungen, die Tiere halten, geböllert werden. Dazu zählen Zuchtbetriebe genauso wie Standorte von Bienenvölkern. Öffnet man die Karte auf den Internetseiten des tschechischen Landwirtschaftsministeriums, gelten Bienenvölker als häufigste Einschränkung für die Nutzung von Pyrotechnik. Komplett rot gefärbt ist auch der gesamte Nationalpark Böhmische Schweiz, wo bereits vor Dezember ein Verbot zur Nutzung von Pyrotechnik galt.
Leider bildet die Karte noch nicht alle Verbotsflächen ab. Städten und Gemeinden hat das Gesetz nämlich auch die Möglichkeit gegeben, noch mehr Verbotszonen auszuweisen. Einzige Ausnahme ist Jugendfeuerwerk der Kategorie F1 (Knallerbsen, Wunderkerzen usw.) und professionelles Feuerwerk der Kategorie F4. Vorsicht also, wer in der Prager Altstadt auf die Idee kommt, Feuerwerksraketen zu zünden. Die gesamte Altstadt wurde nämlich zur feuerwerksfreien Zone erklärt. Außerdem braucht man auch für Pyrotechnik der Kategorie F3 ab Juli 2026 eine Zulassung. Dabei geht es um komplexe Batterien, die heute noch frei gezündet werden können.
Die Einschränkungen dienen der Verringerung der Lärmbelastung, der Luftverschmutzung und der Gefahr von Verletzungen und Bränden. Damit vollzieht das Nachbarland beinahe eine 180-Grad-Wendung. Denn bisher gilt Tschechien bei Pyrotechnik als recht freizügig, was auch viele Käufer aus Deutschland anzog, und das nicht nur vor Silvester.
Stundentakt zwischen Teplice und Dresden
Der neue Fahrplan im Bezirk Ústí hält im deutsch-tschechischen Grenzgebiet einige Verbesserungen bereit. Aus deutscher Sicht wichtigste Neuerung ist sicherlich der Stundentakt von Montag bis Samstag auf der Buslinie 398 zwischen Dresden Hauptbahnhof und Teplice Hauptbahnhof, der mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember eintritt. Bisher sind beide Orte nur aller zwei Stunden verbunden. Auch ab Possendorf, Dippoldiswalde oder Altenberg kommt man nun jede Stunde nach Dubí (Eichwald) oder Teplice. Insgesamt sind an sechs Tagen 15 Buspaare unterwegs. Zusätzlich fährt noch ein Bus 21.11 ab Teplice nach Dippoldiswalde, wo später mit dem 360er nach Dresden fortgesetzt werden kann. Ab Dresden fährt der letzte Bus 19.12 ab. Die Fahrtzeit beträgt weiterhin etwas mehr als 90 Minuten. Sonntags gilt weiter der bisherige Takt.
Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, mit einem Ticket des Verkehrsverbundes des Bezirks Ústí (DÚK) von Rumburk (Rumburg), Šluknov (Schluckenau) oder Mikulášovice (Nixdorf) nach Česká Lípa (Böhmisch Leipa) zu fahren. Česká Lípa liegt bereits im Bezirk Liberec. Bisher war die Fahrt dahin mit DÚK-Tickets nur von Děčín und Litoměřice aus möglich. Diese Neuerung ist auch für sächsische Tagestouristen interessant, weil sich der Geltungsbereich des Elbe/Labe-Tickets auf tschechischer Seite mit dem des DÚK-Netztickets deckt.
Auf der Buslinie 458 von Ústí nad Labem (Aussig) über Chabařovice (Karbitz) nach Krupka (Graupen) führt der Bezirk Ústí im Berufsverkehr neu einen Viertelstundentakt ein. Zu den übrigen Zeiten verkehren die Busse neu jede halbe Stunde als bisher jede Stunde.
Insgesamt treibt der Bezirk den Umstieg auf emissionsarme und emissionsfreie Verkehrsmittel voran. In Zukunft sollen einige Strecken ohne Elektrifizierung mit Batteriezügen befahren werden.
Rosengarten eröffnet wieder im Frühjahr
Nach zwei Jahren ist die Umgestaltung und Erneuerung des Rosengartens auf Schloss Děčín abgeschlossen. Dabei wurden nicht nur Rosenbeete und der Gartensaal (Sala terrena) erneuert. Ein Großteil der Disposition des beliebten Gartens hat sich verändert. Der Garten sollte wieder so nah wie möglich zu seinem Aussehen vor über 100 Jahren zurückkehren, als das Schloss noch von den Thun-Hohensteins bewohnt wurde. Umgestaltet wurde vor allem der Platz vor der Gloriette, dem erhöhten offenen Pavillon am Ostende des Gartens, der bereits im Vorfeld restauriert worden war. Insgesamt findet sich nun im Garten mehr Wasser in Form von Becken, Brunnen und einem Springbrunnen.
Erstmals können wieder die Terrassen unterhalb des Gartens zur Altstadtseite hin betreten werden, die für Besucher bislang unzugänglich waren. Vor allem aber wurden wieder Rosen angepflanzt, die auch früher hier im Garten blühten, einschließlich historischer Sorten, wenn sie noch aufzutreiben waren.
Für Besucher wiedereröffnet wird der Garten allerdings erst im Frühjahr, dann neu über eine Drehsperre. Ab der neuen Saison wird es auch Konzerte im Gartensaal geben.
Die Sanierung des Rosengartens erfolgte zusammen mit der Erneuerung der Schlosszufahrt, der sogenannten Langen Fahrt. Diese war schon vorher abgeschlossen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 120 Millionen Kronen (5 Millionen Euro). Erstmals seit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte Anfang der 1990er Jahre ist das Schloss damit vollumfänglich saniert.
Bald Aus für Personenzüge von Děčín nach Střekov
Voraussichtlich nur noch ein Jahr werden auf der rechten Elbseite zwischen Děčín Hauptbahnhof (Tetschen) und dem Bahnhof Ústí-Střekov (Aussig-Schreckenstein) Personenzüge fahren. Nach dem Willen des Bestellers für den regionalen Eisenbahnverkehr, des Bezirks Ústí, soll der Personenverkehr dann nach 150 Jahren eingestellt werden. Grund ist die geringe Auslastung im Vergleich zu der parallel verlaufenden Buslinie. Laut Bezirk nutzen die Bahnverbindung im morgendlichen Berufsverkehr im Schnitt rund 20 Reisende. Mit den drei Bussen, die morgens auf der Strecke unterwegs sind, reisen im Schnitt 120-150 Passagiere.
Der Bezirk Ústí schlussfolgert daraus eine fehlende Attraktivität der Eisenbahn. Die Bushaltestellen seien sowohl in Děčín und Ústí, als auch in den Orten an der Strecke, besser erreichbar. Das gilt allerdings eher nur für Ústí, wo der Zug in Střekov wenden muss, um auf den Westbahnhof zu kommen, der aber auch nicht so gut gelegen ist wie der Hauptbahnhof. Außerdem würden die Busse in den Orten häufig mehr als eine Haltestelle bieten, was auch für eine bessere Erreichbarkeit sorgt.
Die anstehende Schließung bekommen Bahnreisende auf der Verbindung schon ab 14. Dezember zu spüren. Mit dem Fahrplanwechsel verschwinden die modernen elektrischen Züge von RegioJet und es kehren die alten RegioNova-Triebwagen von České dráhy zurück.
Die Personenzüge auf der rechtselbischen Strecke standen schon früher wiederholt zur Disposition. Rettung brachte auch die Übernahme des Betriebs durch RegioJet nicht. Auch jetzt ist die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen. Dass der Betrieb auf jeden Fall noch bis Mitte Dezember 2027 läuft liegt vor allem an der Sanierung der Beneš-Brücke in Ústí. Während der Sanierung wollte der Bezirk den Personenverkehr nicht einstellen, da die Verbindung als Alternative zur geschlossenen Brücke dienen könnte.
Die rechtselbische Strecke wird schon heute überwiegend vom Güterverkehr genutzt, der damit der stark befahrenen linkselbischen Strecke durch das Elbtal ausweicht.
Eine Plattform für den Wolfsberg
Der Gipfel des Vlčí hora (Wolfsberg) nahe Krásná Lípa (Schönlinde) bekommt im kommenden Jahr eine Aussichtsplattform. Sie entsteht auf dem Fundament der Baude, die vor fast drei Jahren durch einem Brand zerstört wurde. Bis heute sind noch Teile davon zu erkennen. Die Baude befand sich direkt neben dem Turm, der damals auch teilweise beschädigt und bereits im vergangenen Jahr wieder instandgesetzt wurde. Der Bau der Plattform hat bereits begonnen und soll in der ersten Jahreshälfte 2026 fertig sein. Die Eröffnung ist für Ende Juni geplant.
Der Klub der tschechischen Touristen, der den Aussichtsturm von der Stadt Krásná Lípa angemietet hat, nutzt für die Errichtung der Plattform Spendengelder, die damals zu Instandsetzung des Turm gesammelt wurden. Da die Turminstandsetzung von der Stadt aber anderweitig finanziert werden konnte, können die rund 600.000 Kronen (25.000 Euro) für die Plattform eingesetzt werden. Offen ist noch, wie das ganze Baumaterial auf den Gipfel gelangen soll. Momentan wird die Idee verfolgt, die schweren Säcke im Rahmen eines Sportwettbewerbs nach oben zu befördern. Es gibt sogar schon einen Namen für den Lauf: Iron Man 26.
Der Mann, der Amadeus einkleidete
Der tschechische Maler, bildende Künstler und Kostümbildner Theodor Pištěk ist am Mittwoch im Alter von 93 Jahren in Prag verstorben. Pištěk ist international vor allem mit dem Mozart-Film „Amadeus“ des Regisseurs Miloš Forman verbunden, für dessen Kostümausstattung er 1984 den Oscar gewann. Für die Kostüme in einem weiteren Forman-Film „Valmont“ gewann er 1990 den französischen Filmpreis César.
Geboren am 25. Oktober 1932 in Prag, stammte Pištěk aus einer Familie von Filmschaffenden. Als Maler wurde er durch seine fotorealistische Malerei von Autos, Flugzeugen und Maschinen bekannt. Pištěk nahm auch selbst an Autorennen teil. Bereits seit Ende der 1950er Jahre arbeitete er immer wieder für die Ausstattung von Filmen, für Filme des Regisseurs František Vláčil (u.a. Markéta Lazarová). Auch für den beliebten Weihnachtsklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ entwarf er die Kostüme. Später entwarf er auch Kostüme für Theater und Musicals. Václav Havel übertrug ihm den Auftrag, die Uniformen für die Burgwache neu zu gestalten.
Auswärtiges Amt warnt vor Hepatitis in Tschechien
Das Auswärtige Amt hat auf den Anstieg der Hepatitis-A-Infektionen in Tschechien hingewiesen und eine Einreise nur mit Impfung gegen die Krankheit empfohlen. Besonders betroffen seien laut Auswärtigem Amt die Hauptstadt Prag sowie die Bezirke Karlovy Vary (Karlsbad), Mittelböhmen und Mährisch-Schlesien. „Achten Sie auf grundlegende Hygienemaßnahmen, insbesondere auf eine konsequente Handhygiene“, heißt es auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.
Tschechien erlebt derzeit die größte Hepatitis-A-Epidemie der letzten Jahrzehnte. Bis Mitte November wurden über 2.500 Ansteckungen gemeldet, viermal mehr als vor einem Jahr und so viele wie noch nie seit 1989. Die letzte Hepatitis-A-Epidemie datiert mit über 32.000 Infizierten aus dem Jahr 1979.
Erste Kohlekraftwerke werden schon 2027 geschlossen
Bereits Ende nächsten Jahres gehen in Tschechien erste Kohlekraftwerke vom Netz. Die Firma Sev.en hat angekündigt, die Kraftwerke Počerady und Chvaletice sowie das Kraftwerk in Kladno im Dezember 2026 abzuschalten, spätestens im März 2027. Grund sei die schwierige Marktsituation. Konkret geht es um die Höhe des Preises für die Emissionszertifikate sowie die Marktpreise für Elektroenergie sowie Gas. Damit würden die Kraftwerke weit vor dem bisherigen Regierungsplan abgeschaltet. Der war von einem Kohleausstieg im Jahr 2033 ausgegangen.
Das Kraftwerk Počerady liegt in Nordböhmen südlich von Most (Brüx). Das Kraftwerk in Chvaletice befindet sich an der Elbe im Bezirk Pardubice östlich von Kolín. Beide gehören zu den größten Kohlekraftwerken Tschechiens. Zusammen mit dem Kraftwerk in Kladno haben sie eine installierte Leistung von fast 2.400 Megawatt. Das Kraftwerk in Kladno hat zudem eine installierte Wärmeleistung von 950 Megawatt.
Sev.en fährt mit den Kraftwerken bereits das zweite Jahr in Folge hohe Verluste ein. Das Problem sind die hohen CO2-Emissionen. Sev.en braucht für die Herstellung einer Megawattstunde genau ein Emissionszertifikat. Zum Vergleich: Die Kohlekraftwerke des staatlichen Energiekonzerns ČEZ brauchen im Schnitt nur 0,8 Zertifikate. Die Kraftwerke von Sev.en verfügen auch über einen schlechteren Wirkungsgrad, der bei 32 bis 33 Prozent liegt.
Die große Frage wird sein, welche Auswirkungen die Schließung von gleich drei Kraftwerken auf das Netz und die Energieversorgung haben wird. Das muss die Netzgesellschaft ČEPS prüfen. In einer früheren Projektion war ČEPS bereits davon ausgegangen, dass eine Abschaltung gleich mehrerer Kraftwerke Tschechien zu einem Importeur von Elektroenergie machen würde. Das Land ist bisher traditionell Exporteur von Energie. Sollte es volkswirtschaftlich nötig sein, gibt es in Tschechien das Instrument, ein Kraftwerk mit staatlicher Hilfe weiterproduzieren zu lassen.
Eine wichtige Rolle spielt auch der bevorstehende Regierungswechsel. Die drei beteiligten Parteien haben bereits angekündigt, Kohlekraftwerke mit staatlicher Unterstützung länger laufen zu lassen.
Eine Oberleitung sorgt für Zugchaos zwischen Prag und Berlin
Zugumleitungen und stundenlange Verspätungen: Am 26. November (Mittwoch) mussten Bahnreisende von Prag über Dresden und weiter nach Berlin viel Geduld aufbringen. Ursache war eine nächtliche Havarie an der Oberleitung auf der Strecke Prag-Děčín, hieß es in einer Eilmeldung der Tschechischen Eisenbahn České dráhy. Zwischen den Stationen Hrobce und Roudnice nad Labem (Raudnitz) war der Bahnverkehr unterbrochen. Internationale Züge wurden mit erheblichen Verspätungen über die rechtselbische Alternativstrecke über Lysá nad Labem und Mělník umgeleitet, was sich dann auch auf den Verkehr zwischen Dresden und Berlin auswirkte. Erst ab 14 Uhr war die Strecke am Ort der Havarie wieder befahrbar, die Verspätungen zogen sich noch bis in die Abendstunden.
Was die Bahn allerdings nicht mitteilte: Zu einem Oberleitungsschaden kam es innerhalb von knapp neun Monaten bereits zum 16. Mal, das letzte Mal am vergangenen Wochenende. Und der Schaden entsteht nicht zufällig irgendwo auf freier Strecke, sondern mitten in Roudnice nad Labem. Er ist gewissermaßen ein Schaden mit Ansage. In Roudnice wird nämlich seit März die historische Špindler-Brücke über die Elbe saniert. Die Stahlkonstruktion aus dem Jahr 1910 war in die Jahre gekommen. Die internationale Bahnstrecke führt auf der Stadtseite direkt unter der Brücke hindurch. Als die Strecke elektrifiziert wurde, stand die Brücke bereits, weshalb die Oberleitung relativ niedrig hängt. Um die Brückensanierung und vor allem die Bauarbeiter nicht zu gefährden, wurde der Teil unter der Brücke vom Netz genommen. Lokführer müssen für die Zeit den Stromabnehmer einziehen. Um ganz sicher zu gehen, hat das Bahninfrastrukturunternehmen Správa železnic vorher und nachher Sicherheitshaken einbauen lassen. Bleibt der Stromabnehmer oben, wird er als Notlösung von den Haken heruntergerissen. Dann bleibt die Oberleitung zwar ganz, aber der Zug kommt mit kaputtem Stromabnehmer nicht weiter und blockiert die Strecke, bis eine neue Lokomotive beschafft ist.
Momentan schieben sich Infrastrukturunternehmen und Lokführer die Schuld gegenseitig in die Schuhe. Die einen beklagen ignorante Lokführer. Die anderen fühlen sich schlecht vorgewarnt. In der Tat, blinkende Warnsignale wurden erst vor kurzem installiert. Außerdem werden die Lokführer neuerdings angerufen und erinnert, den Stromabnehmer runterzufahren. Trotzdem kam es in der Nacht zu Mittwoch erneut zu einer Havarie. Die Lokführer meinen auch, dass sich das Problem technisch anders lösen ließe und die Stromabnehmer unnötig zerstört werden. Správa železnic bestreitet, dass es eine andere technische Lösung gibt.
Eine schlechte Nachricht dürfte es in dem Zusammenhang gewesen sein, als im Oktober bekannt wurde, dass die Brücke viel länger saniert werden muss als ursprünglich vorgesehen. Eigentlich sollte die Sanierung nämlich schon jetzt abgeschlossen sein. Da sowohl Stahlkonstruktion als auch Sandsteinträger in Teilen ausgetauscht werden müssen, dauert die Sanierung nun bis Herbst nächsten Jahres. Der Bezirk Ústí, dem die Brücke gehört, hat angekündigt, das Brückenstück, unter dem die Bahnstrecke führt, so schnell wie möglich fertigstellen zu wollen. Bis dahin drohen im erneuten Havariefall wieder stundenlange Verspätungen.
Nordböhmische Städte bieten Stipendien für Rückkehrer
Um den Wegzug vor allem gut ausgebildeter Fachkräfte zu stoppen, setzen Städte in Nordböhmen auf Stipendien. So bietet die Kurstadt Teplice (Teplitz) jedes Jahr 100.000 Kronen für all jene, die nach ihrem Studium nach Teplice zurückkehren und dort arbeiten oder unternehmerisch tätig sind. Bedingung ist, dass sie nach Beendigung des Studiums mindestens die gleiche Zeit in Teplice bleiben, wie sie das Stipendium empfangen haben. Das Interesse ist allerdings begrenzt. Gerade einmal fünf haben sich gemeldet. Umgerechnet kommt das Stipendium auf 4.167 Euro im Jahr. Das hört sich nicht viel an, aber kann schon weiterhelfen. Anders als bisher: Da hatte die Stadt nur ein Jahresstipendium von 10.000 Kronen geboten, also 417 Euro. Für so wenig Geld wollte sich niemand an die alte Heimat binden.
Noch geringer ist das Interesse an der Hopfen- und UNESCO-Welterbe-Stadt Žatec (Saaz). Für ein Jahresstipendium, das allerdings nur bei 50.000 Kronen liegt, hat sich seit Einführung im Jahr 2022 noch niemand gemeldet. In Žatec beschränkt sich das Angebot auch auf künftige Hausärzte, Kinderärzte und Zahnärzte.
Auch der Bezirk Ústí (Aussig) teilt Stipendien aus. Bis zu 100.000 Kronen kann man hier bekommen. Das Stipendium ist allerdings inzwischen auf künftige Lehrer beschränkt. Immerhin zehn pro Jahr meldeten sich. Das war früher anders, als das Stipendium noch ohne Einschränkung für andere Fächer bezogen werden konnte.
Auch der Stadt Aš im sächsisch-bayerisch-tschechischen Dreiländereck geht es vor allem um Lehrer. Studenten können pro Jahr bis zu 96.000 Kronen erhalten (4.000 Euro). Dazu kommt nach dem Studium ein einmaliges Startgeld von noch einmal 150.000 Kronen (6.250 Euro). Außerdem können die künftigen Lehrer langfristig an der Miete sparen. Sie bekommen sogar bevorzugt eine städtische Wohnung zugewiesen, die sie ein Jahr mietfrei nutzen können. Danach zahlen sie zwar die Miete selbst, aber nur halb so viel wie in anderen städtischen Wohnungen.
Gute Verbraucherstimmung in Tschechien
Für Einzelhändler dürfte das vor Weihnachten eine gute Nachricht sein: In Tschechien ist das Vertrauen der privaten Haushalte in die Wirtschaft im November sprunghaft um 4,3 Punkte auf 111,7 gestiegen. Das ist der höchste Wert seit sechs Jahren. Analysten führen das gestiegene Vertrauen in Teilen auf das Ergebnis der Parlamentswahlen im Oktober zurück. „Von der neuen Regierung versprechen sich die Haushalte bestimmte wirtschaftliche Verbesserungen“, wird der Chefanalyst von Provident Financial Petr Javůrek zitiert. Die Hoffnung bezieht sich konkret auf die Versprechen, die Energiepreise zu senken.
Der Anstieg findet aber auch vor dem Hintergrund einer guten wirtschaftlichen Entwicklung statt. Die Wirtschaft wächst schneller als erwartet, und auch die Löhne haben gut zugelegt. Alles zusammen dürfte der Grund für die gute Stimmung sein.
Anders allerdings bei den Unternehmen, wo das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung um 3,5 Punkte auf 99,9 nach unten ging. Damit liegt es leicht unter dem Durchschnitt. Das sei ein klares Indiz dafür, dass die gute wirtschaftliche Entwicklung in Tschechien weiterhin vom privaten Verbrauch angekurbelt wird. Aber auch in der Wirtschaft ist das Bild nicht einheitlich. Während in der Industrie und im Bauwesen die Stimmung nach unten geht, ist sie im Dienstleistungssektor prächtig.
Analysten erwarten 2025 ein Wirtschaftswachstum um 2,5 Prozent. Von einer Erholung in der Industrie gehen sie erst im Laufe des nächsten Jahres aus.
Weitere neun sächsisch-tschechische Projekte bewilligt
Heute wurde vom Lokalen Lenkungsausschuss die Förderung von weiteren neun sächsisch-tschechischen Kleinprojekten aus dem Kleinprojektefonds in der Euroregion Elbe/Labe bewilligt. Die Verteilung war diesmal sehr ungleich: Acht tschechischen Projekten stand nur eines aus Sachsen gegenüber. Insgesamt erhalten die Projekte eine Förderung in Höhe von 80.469,60 Euro.
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Schluckenauer Zipfel vor monatelanger Straßensperrung
Die Menschen im Schluckenauer Zipfel müssen sich im kommenden Jahr auf Einschränkungen auf der wichtigsten Straßenverbindung nach Süden einstellen. Die Staatsstraße I/9 wird nach Planungen der staatlichen Straßen- und Autobahndirektion ŘSD ab 1. März 2026 bis 31. Oktober zwischen Nová huť und Svor vollständig gesperrt. Grund ist der Neubau einer Umgehung um den Ort Svor, um den Verkehr aus dem Ort abzuleiten. Bislang verläuft die I/9 mitten hindurch. In Svor trifft die I/9 auf die Staatsstraße I/13, die dort in den letzten Jahren vierspurig ausgebaut wurde.
Das Vorhaben, eine Umgehung um Svor zu bauen, ist schon länger geplant. Dass der Schluckenauer Zipfel damit für acht Monate um seine einzige Staatsstraße Richtung Landesinneres gebracht wird, wurde allerdings erst jetzt bekannt. Die Umleitung ist beginnend in Jiřetín pod Jedlovou großräumig über Chříbská und Česká Kamenice geplant. Dagegen laufen aber die Bürgermeister der Gemeinden im Schluckenauer Zipfel Sturm. Vor allem in den Städten Varnsdorf, Krásná Lípa und Rumburk zeigt man Unverständnis. Auf der I/9 fahren nicht nur Tausende Menschen täglich zur Arbeit und zur Ausbildung, die Strecke wird auch von Rettungsdiensten für Fahrten ins Krankenhaus von Česká Lípa genutzt. Außerdem verkehren hier regelmäßige Autobusse nach Prag. Die Umleitungsstrecke wiederum ist bereits gut ausgelastet.
Die Bürgermeister fordern eine andere technische Lösung, um den Verkehr über die I/9 wenigstens im Wechsel einspurig oder durch eine provisorische Brücke zweispurig weiterzuführen. Mindestens sollte die Zeit der Sperrung deutlich verkürzt werden. Den Forderungen hat sich auch der Bezirk Ústí angeschlossen. Die Baumaßnahme selbst befindet sich im Bezirk Liberec. Der Investor, die staatliche Straßen- und Autobahndirektion ŘSD, hat auf das schwierige Profil in der Umgebung der Straßenbaustelle verwiesen. Eine Vollsperrung sei unumgänglich.
Gemeinden bekommen Grundstücke am Tagebausee Milada
Die amtierende tschechische Regierung hat auf einer ihrer letzten Sitzungen die kostenlose Übertragung von Grundstücken am Tagebausee Milada bei Ústí nad Labem (Aussig) beschlossen. Die Entscheidung gilt als erster und wichtigster Schritt für die weitere touristische Entwicklung des schon jetzt beliebten Naherholungsgebiets. Bislang gehören die Grundstücke dem Staat und werden von der staatlichen Firma Diamo verwaltet, die sich um ehemalige Bergbaugebiete kümmert. Künftig gehen die Grundstücke an den Freiwilligen Gemeindeverband See Milada (Dobrovolný svazek obcí Jezero Milada). Darin sind neben Ústí die Gemeinden Chabařovice, Trmice und Řehlovice. Insgesamt geht es um 378 Grundstücke mit einer Fläche von 8,2 Millionen Quadratmeter.
Um die Planungen für ein Erholungsgebiet rund um den See Milada zu verwirklichen, fehlt nun nur noch ein Schritt: die Abschreibung der Braunkohlereserven unter dem Gelände rund um den See. Dabei handele es sich Schätzungen zufolge um 128 Millionen Tonnen Kohle. Obwohl der See bereits seit über zehn Jahren für die touristische Nutzung freigegeben ist, könnte der Staat theoretisch jederzeit noch auf die Braunkohlevorkommen zugreifen, was eine verlässliche Planung verhinderte. Die Abschreibung der Kohlevorkommen muss in Abstimmung mit dem Umweltministerium durch das Bergbauamt erfolgen. Es wird erwartet, dass dies im Laufe des Jahres 2026 erfolgt.
Schon jetzt befindet sich am Seeufer Infrastruktur für Freizeit und Erholung. Die Firma Diamo hatte zuletzt zehnjährige Pachtverträge an Betreiber von Boots- und SUP-Verleihen, Imbissbuden oder Bars vergeben. Die langfristigen Verträge behalten auch nach Übernahme der Grundstücke durch den Gemeindeverbund ihre Gültigkeit. Mit den neuen Eigentumsverhältnissen sind aber noch weitergehende Projekte möglich. Dazu gehört das Vorhaben „Wilde Milada“ (siehe "Derweil in Tschechien ... 20/25). Dabei planen der Zoo Ústí, die Stadt Ústí und der Bezirk Ústí im Gebiet des Milada-Sees ein 700 Hektar großes Reservat für wilde Tiere aus Asien, ein Vogelreservat sowie urzeitliche Tiere wie Wisente, Przewalski-Pferde und andere Nachzüchtungen.
Nordböhmens Wärmewirtschaft plant Kohleausstieg bis 2030
Tschechien macht Tempo beim Kohleausstieg. In Nordböhmen, dem Herz der bisherigen Braunkohleförderung, soll die Versorgung mit Fernwärme laut dem wichtigsten Wärmeversorger ČEZ bis 2030 nicht mehr auf der Basis von Braunkohle erfolgen. Kohle wird künftig durch Erdgas und Biomasse ersetzt. Langfristig setzt der mehrheitlich staatliche Energiekonzern ČEZ auch auf Wärmeversorgung aus kleinen modularen Kernreaktoren, Wasserstoff und der Müllverbrennung.
Erste Schritte sind bereits erfolgt. So ging im Juni in Prunéřov bei Chomutov ein neuer Gaskessel in Betrieb, der als alternative Wärmequelle zum bestehenden Kohlekraftwerk dient. Künftig soll er die nahe Stadt Kadaň mit Wärme versorgen, die ihre Fernwärme bisher aus dem Kohlekraftwerk Tušimice bezieht. Dafür baut ČEZ eine 5,7 Kilometer lange Wärmeleitung von Prunéřov nach Kadaň. In Prunéřov sollen außerdem ein Biomassekessel und weitere Gaskessel gebaut werden. Sie sollen ab der Heizsaison 2028/29 Wärme liefern.
In Prunéřov standen einmal die größten Kohlekraftwerke Tschechiens. Das Kraftwerk Prunéřov I galt als eine der größten Dreckschleudern Europas und wurde im Juni 2020 vom Netz genommen.
Außerdem hat ČEZ in Ústí nad Labem in Kooperation mit der Stadt fünf neue Gaskessel sowie einen Kilometer Wärmeleitung gebaut. Damit wurde die Fernwärme für 3.000 Haushalte abgesichert.
Zu den weiteren Planungen von ČEZ auf dem Weg zum Kohleausstieg gehören der Bau eines Blockheizkraftwerks in Prunéřov, eines kleinen modularen Reaktors in Tušimice sowie eines Gas-Dampf-Kombikraftwerks in Trmice bei Ústí. Bis 2030 hat ČEZ Investitionen in Höhe von über 4 Milliarden Euro in die Transformation der Energiewirtschaft allein im Bezirk Ústí angekündigt.
Tschechien verabschiedet sich von Kardinal Duka
Mit einer Messe im Prager Veitsdom auf dem Hradschin (Hradčany) hat sich Tschechien am vergangenen Wochenende von dem langjährigen Erzbischof von Prag und ´Kardinal Dominik Duka verabschiedet. Duka verstarb am 4. November im Alter von 82 Jahren. Er war bis 2022 mehr als 12 Jahre Erzbischof von Prag.
Das Gedenken erfolgte in Anwesenheit des jetzigen Staatspräsidenten Petr Pavel und seiner zwei Vorgänger Václav Klaus und Miloš Zeman. Dazu wurde das Requiem b-moll von Antonín Dvořák aufgeführt. Auch Würdenträger anderer Religionen und Glaubensgemeinschaften erwiesen dem langjährigen Erzbischof die letzte Ehre. Dukas Körper fand in der Gruft der Erzbischöfe im Veitsdom seine letzte Ruhe. Dort ruhen bereits die sterblichen Überreste seiner Vorgänger František Tomášek und Miloslav Vlk.
Duka wirkte als Priester vor 1989 in der Illegalität und musste dafür zwei Jahre ins Gefängnis. Seit 1986 führte er den Dominikanerorden in der Tschechoslowakei. 1998 wurde er zum Bischof von Hradec Králové (Königgrätz) ernannt, bis er im Jahr 2010 zum neuen Erzbischof von Prag berufen wurde. Sein Nachfolger wurde 2022 der damalige Bischof von Olomouc (Olmütz) Jan Graubner.
Nach dem Ableben seines Vorgängers Miloslav Vlk ruhten auf Duka die Hoffnungen, den Kurs der Öffnung von Vlk fortzusetzen. Diese wurden allerdings ein ums andere Mal enttäuscht. Duka wirkte als konservativer Bewahrer katholischer Tradition. Einer der Höhepunkte seiner Amtszeit war die Wiedererrichtung und Weihe der Mariensäule auf dem Altstädter Ring.
Sudetendeutscher Tag 2026 erstmals in Tschechien
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft wird ihren Sudetendeutschen Tag im kommenden Jahr erstmals in der alten Heimat Tschechien ausrichten. Er findet traditionell zu Pfingsten, nächstes Jahr also vom 22. bis 25. Mai statt, diesmal in der mährischen Metropole Brno (Brünn). Dass die Wahl auf Brno fiel, ist kein Zufall. Die zweitgrößte Stadt Tschechiens hatte vor Jahren als erste offiziell der Opfer der Vertreibung der deutschen Bevölkerung gedacht. Wichtigstes Zeichen ist seit zehn Jahren der Marsch der Versöhnung, der immer im Juni in umgekehrter Richtung und in Gedenken des Todesmarsches von 1945 von der österreichischen Grenze nach Brno führt.
Die Entscheidung für Brno folgt auf eine Einladung des Vereins "Meeting Brno", der den Versöhnungsmarsch organisiert, welche auf dem letzten Sudetendeutschen Tag in Regensburg in diesem Jahr ausgesprochen wurde.
Premiere für Dampferfahrten im Advent
Erstmals gibt es in diesem Jahr auf der Elbe zwischen Bad Schandau und Roudnice nad Labem (Raudnitz) adventliche Dampferfahrten. Im Auftrag des Bezirks Ústí (Aussig) bricht die Reederei Labská plavební společnost ab 27. November mit ihrem historischen Schaufelraddampfer "Labe" (Elbe) zu regelmäßigen Flussfahrten auf. Die Dampferfahrten finden immer donnerstags bis sonntags statt. Die letzte Fahrt gibt es am 21. Dezember.
Da die Fahrten vom Bezirk Ústí bestellt werden, gilt auf allen Routen ein vergünstigtes Ticket der Verkehrsgesellschaft des Bezirks Doprava Ústeckého kraje, das über die auch auf Deutsch vorhandene App "DÚKapka" erworben werden kann. Laut Plan verkehrt der Dampfer donnerstags und freitags zwischen Ústí nad Labem und Litoměřice (Leitmeritz), samstags geht es von Ústí nach Bad Schandau und zurück sowie sonntags von Ústí nad Roudnice nad Labem.
Der Bezirk Ústí bietet Altersheimen und Schulklassen bevorzugt die Anmietung von Salons an. Gleichzeitig möchte der Bezirk mit diesem erstmaligen Angebot auch für die vielen Tage entschädigen, an denen in diesem Jahr wegen Niedrigwasser keine Dampferfahrten möglich waren, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Kosten für die Dampferfahrten beziffert der Bezirk mit 1,8 Millionen Kronen (75.000 Euro).
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