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Neuigkeiten
Beim nächsten Tschechischen Filmmittwoch am 2. September haben wir den ersten tschechoslowakischen Oscar-Gewinner im Programm: »Obchod na korze« (Das Geschäft in der Hauptstraße). Er gewann 1966 den Oscar als bester fremdsprachiger Film und mitsamt seinen HauptdarstellerInnen weitere internationale Preise.
In dem Film geht es um den anständigen Schreiner Tono Brtko, der im Zuge der Arisierung in der faschistischen Slowakei ab 1942 widerwillig das Kurzwarengeschäft der alten jüdischen Dame Rozalia Lautmannová übernehmen muss. Die halbtaube Dame versteht aber gar nicht, was im Lande vor sich geht und was Tono von ihr will, sondern betrachtet ihn als ihren Gehilfen. Er geht darauf ein und tut gegenüber seiner gierigen Ehefrau und in der Öffentlichkeit so, als würde er den Laden führen. In Wirklichkeit renoviert er im Haus von Frau Lautmannová alte Möbel, während sie sich um ihn kümmert wie um einen Sohn. Doch dann kommt der Tag, an dem alle Juden der Stadt zum Abtransport vorgeladen werden und Tono Farbe bekennen muss...
Wie in einer ganzen Reihe von tschechoslowakische Filmen gelingt es auch hier, trotz des schweren Themas über weite Strecken eine gewisse Leichtigkeit und Humor zu vermitteln. Nicht bei jedem Oscar-Gewinner kann man behaupten, dass er auch nach Jahrzehnten noch sehenswert ist, aber hier trifft das ohne Zweifel zu. Dieser Film ist ein zeitloses Meisterwerk.
Wir haben wieder zwei Vorstellungen angesetzt, um 17.15 Uhr und um 20 Uhr.
Tschechien baut drei neue Talsperren
Die lange Trockenheit hat auch die Politik in Tschechien wachgerüttelt. Premier Andrej Babiš reaktivierte die Nationale Koalition gegen die Trockenheit, die künftig unter seiner Führung arbeiten wird und sich unter anderem eine Beschleunigung des Neubaus von Talsperren und Stauseen zum Ziel gesetzt hat. Allerdings sind die meisten Schritte zum ersten Talsperrenneubau nach der Samtenen Revolution bereits vor der Reaktivierung der Trockenheitskoalition gegangen worden, so dass die Talsperre in Nové Heřminovy nun kurz vor dem Baubeginn steht. Bis 2033 soll die Talsperre fertig sein und eine Wasserfläche von 130 Hektar haben.
Danach folgen die Talsperren in Vlachovice bei Zlín (156 Hektar) und in Kryry bei Louny (73 Hektar), deren Bau jeweils 2031 und 2035 abgeschlossen werden soll. Weniger konkret sind weitere Talsperren in Senomaty und Šanov an der Grenze der Bezirke Mittelböhmen und Ústí. Auch sie befinden sich im Kryry-Gebiet, langfristig eines der trockensten Gebiete Tschechiens.
Um den Ausbau zu beschleunigen, legt die Regierung bis Oktober ein neues Gesetz für weitere Talsperren vor. In ihrem langfristigen Masterplan rechnet die tschechische Regierung mit 86 Standorten.
Kreis Děčín verliert seinen größten See
In diesen trockenen Zeiten, in denen jeder Wasserspeicher gebraucht wird, ist der größte See im Kreis Děčín verschwunden. Wo bis vor zwei Jahren noch 36 Hektar mit Wasser bedeckt waren, befindet sich im besten Fall nun noch ein Feuchgebiet – fast 400.000 Kubikmeter Wasser einfach weg.
Dabei handelt es sich um den Velký rybník, wörtlich übersetzt Großer Fischteich, der im Deutschen als Bernsdorfer See bekannt ist. Er befindet sich auf den Fluren des Ortes Rybniště (Teichstatt), am nordöstlichen Ende der Gemeinde. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich um eine künstlich angelegt Fläche, die bereits im 16. Jahrhundert erwähnt wurde, damals noch unter dem Namen Pelmensdorffer Teich. Damit erinnerte er an das einstige Pelmennsdorff, das heute Horní Podluží (Obergrund) heißt und Richtung Osten an den Teich grenzte.
Der Hauptgrund, warum die riesige Wasserfläche, die sogar als Naturreservat eingestuft und ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel sowie den Seeadler und den Graureiher ist, liegt in dem nicht mehr stabilen Staudamm. Als vor zwei Jahren der Dammbruch drohte, ordnete die Stadtverwaltung von Varnsdorf (Warnsdorf) an, das Wasser abzulassen. Ein Dammbruch hätte katastrophale Folgen für die anliegenden Gemeinden Horní Podluží und Dolní Podluží, aber auch Varnsdorf und die angrenzenden Gemeinden in Sachsen gehabt. Die Wassermassen wären naturgemäß dem Flusslauf der Lausur gefolgt, die in Tschechien als Lužnička als einer von zwei Flüssen im Velký rybník angestaut wurde und in Großschönau in die Mandau mündet.
Allerdings schaffte es der Eigentümer bisher nicht, den Damm zu sanieren. In der Zwischenzeit tat die große Trockenheit ihr Übriges, und von der riesigen Wasserfläche blieb fast nichts mehr übrig. Das ändert sich zwar mit Zunahme der Niederschlagstätigkeit in den kalten Monaten wieder. Allerdings ist zu allem Überfluss auch die Abflusssteuerung kaputt, so dass das Wasser auch nicht auf niedrigerem Niveau zurückgehalten werden kann. Damit der Stausee sich wieder füllen kann, ist die Sanierung des Staudamms entscheidend. Der Eigentümer, bei dem es sich um den Besitzer der Varnsdorfer Firma Velveta handelt, versichert allerdings, dass er sich um eine baldige Sanierung bemühe, schreibt die Tageszeitung Děčínský deník.
Kabeldiebe stoppen Zug von Zittau nach Liberec
Eigentlich müsste der Zug von Liberec nach Zittau jetzt schnell unterwegs sein. Tschechien hatte mit Millionensummen die Strecke von Liberec bis zur tschechisch-polnischen Grenze ausgebaut. Auch auf deutscher Seite ist viel passiert. Und am Ende konnte auch die polnische Seite endlich überzeugt werden, den kleinen Streckenabschnitt ohne Halt durch ihr Land zu sanieren. Auf der ehemaligen Langsamfahrstrecke mit höchstens 30 km/h sind nun bis zu 100 km/h möglich.
Doch nun wird der Zug wieder auf dem kleinen Abschnitt durch Polen ausgebremst. Dort treiben nämlich Kabeldiebe ihr Unwesen. Immer wieder werden Glasfaserkabel entwendet und sorgen so für Ausfälle. Da der Fahrplan nun auf der höheren Geschwindigkeit beruht, summieren sich zudem schnell die Verspätungen.
Bezirkshauptmann Martin Půta hat das Problem nun zur Chefsache gemacht. Půta stammt ja aus Hrádek nad Nisou und verfügt zudem über gute Kontakte nach Polen. Immerhin handelt es sich um die Strecke im Bezirk Liberec mit der zweithöchsten Auslastung. Täglich fahren mit dem Zug im Schnitt 2.500 Fahrgäste.
Der Bezirk wünscht sich eine schnellere Beseitigung von Schäden durch den Streckenverwalter und fordert eine grenzübergreifende polizeiliche Zusammenarbeit. Ziel ist, die Strecke bis zum Beginn des neuen Schuljahrs (am Dienstag, 1.9.) zu stabilisieren.
Šluknov will Plattenbauten zurückkaufen
Der geplante Rückkauf von 400 Wohnungen in der Plattenbausiedlung von Šluknov (Schluckenau) nimmt Formen an. Da die Stadt allein nicht über die nötigen Mittel verfügt, hat sie den Staat und den Bezirk Ústí um Unterstützung gebeten. Da der Staat ursprünglich zugesagte Mittel in Höhe von 200 Millionen Kronen (8,3 Millionen Euro) nicht bereitstellen konnte, wurde entschieden, den EU-Fonds „Gerechte Transformation“ um das Kapitel „Wohnen“ zu erweitern. Die Entscheidung über die Zusage der Mittel steht kurz bevor. Eigentlich ist der Fonds für Gebiete gedacht, wo früher bzw. immer noch Kohle gefördert wurde. Das war in Šluknov nie der Fall. Die klassischen Kohlegebiete befinden sich bei Ústí und weiter westlich. Allerdings wird Nordböhmen allgemein als problematisch angesehen, weshalb sich hier auch eine Vielzahl sogenannter sozial abgehängter Orte befindet.
Nicht nur in Šluknov ist die Hoffnung groß, dass es mit den Fördermittel klappt. Der Bezirksrat von Ústí hat seinerseits bereits einer Summe von 60 Millionen Kronen zugestimmt. Die letzte Entscheidung liegt beim Bezirksparlament. Die Stadt selbst gibt bis zu 30 Millionen Kronen. Ingesamt beläuft sich die Kaufsumme auf 285 Millionen Kronen. Der Kauf soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.
Das Plattenbaugebiet ist nicht nur sanierungsbedürftig. Es leidet auch unter seiner ungünstigen Einwohnerstruktur. Neben Senioren wohnen hier vor allem Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. Insgesamt leben in der Siedlung 1.500 Menschen, über ein Viertel der ganzen Stadt. Der bisherige Eigentümer wiederum kassiert für die einfachen, teils stark sanierungsbedürftigen Wohnungen eine verhältnismäßig hohe Miete. Da das Wohngeld die Miete bis zu einer gewissen Höhe finanziert, hat der Vermieter sein Geld sicher – ein Geschäftsmodell, das in Tschechien sehr verbreitet ist.
Sobald die Wohnungen zurück in Stadtbesitz sind, will die Stadt mit der Sanierung beginnen. Ein Teil soll auch abgerissen werden. Für die Mieter müssen Zwischenlösungen gefunden werden. Vor allem will die Stadt den Menschen wieder eine Perspektive geben. In Zusammenarbeit mit dem Bezirk Ústí sollen die Probleme der Menschen angegangen werden. Dafür sucht der Bezirk gerade Sozialarbeiter, die ab 1. Oktober in der Siedlung mit den Menschen arbeiten sollen. Insgesamt sind 7,5 Stellen ausgeschrieben.
Beneš-Brücke wird teurer und später fertig
Seit Frühling 2025 wird die Beneš-Brücke in Ústí nad Labem (Aussig) saniert. Das bedeutet erhebliche Verkehrseinschränkungen, ist sie doch eine von nur zwei Straßenbrücken über die Elbe in der Bezirksstadt. Nun wurde bekannt, dass die ursprünglich Ende dieses Jahres geplante Wiedereröffnung nicht mehr zu schaffen ist.
Der Grund dafür waren unvorhergesehene Ereignisse. Das wichtigste waren die Rohre des Baches Střibrnický potok, durch die dieser in der Stadt fließt. Sie befinden sich am Brückenkopf zum Stadtzentrum hin. Bei den Arbeiten wurde festgestellt, dass die Rohre baufällig sind. Da diese der Stadt gehören, musste man sich mit der Stadt über die Sanierung abstimmen. Alles zusammen hat das 100 Tage gekostet. Doch damit nicht genug. Mit den 100 Tagen Verspätung rutscht man nun voll in die kalte Jahreszeit, in der viele Arbeiten nicht möglich sind, wie zum Beispiel das Aufbringen der Asphaltschicht. Je nachdem, wie lange die Frostphase ist, verlängert sich die Zeit bis zur Eröffnung noch einmal um weitere zwei Monate, so dass die Brücke erste Ende Mai 2027 eröffnet werden kann.
Bis dahin müssen die Autofahrer weiter auf die Marienbrücke ausweichen. Fußgänger und Radfahrer können eine provisorische Brücke neben der historischen Beneš-Brücke nutzen.
Nicht nur die Wiederöffnung verschiebt sich, auch die Kosten steigen. Laut Bezirk Ústí schnellten die Kosten um rund 14 Prozent auf 720 Millionen Kronen (30 Millionen Euro) in die Höhe.
Bereits der Baubeginn der Brücke hatte sich so lange verzögert, dass sie zuletzt sogar für schwere Fahrzeuge gesperrt werden musste. Die Busse durften die Brücke nur allein kreuzen. Die Sanierung war überfällig.
Die Dr.-Edvard-Beneš-Brücke wurde 1934 bis 1936 gebaut und war seinerzeit eine der modernsten Stahlkonstruktionen. Mit einer Spannweite zwischen den Pfeilern von 123,6 Metern hielt sie damals den Rekord in der Tschechoslowakei.
Die Schule beginnt!
Während Schülerinnen und Schüler in Sachsen schon wieder seit zwei Wochen in die Schule gehen, können die Kinder in Tschechien immer noch ihre Ferien genießen. Für sie geht es erst nächsten Dienstag wieder los, traditionell am 1. September. Den älteren Ostdeutschen wird das bekannt vorkommen, war das doch früher auch hier der Termin für den Start ins neue Schuljahr. Kein nerviges Hin und Her mit den Ferienterminen. Keine Schule im heißen August oder im mindestens so heißen Juli. OK, dafür auch mal noch Schule, wenn sächsische Kinder im Juni noch dazu in der Vorsaison bereits die Beine in den Strandsand strecken können.
Trotzdem erscheinen die langen großen Ferien vor dem Hintergrund der Temperaturen durchaus vernünftig, zumal auch das schon von Politikern vorgeschlagen wurde. Regelmäßig wird dann gewarnt, dass die Kinder in der langen Zeit alles verlernen, was ihnen beigebracht wurde. Ein Argument so gähnend flach wie das Sommerloch. Was sollen dann die Kinder aus südlichen Ländern sagen?
Doch Vorsicht: Auch in Tschechien entbrennt die Debatte um die langen Sommerferien immer wieder neu. Jedes Jahr stehen die Eltern vor der Aufgabe: Was mache ich mit meinen Kindern, die neun Wochen frei haben, während mein Jahresurlaub gerade mal für etwas mehr als die Hälfte reicht? Da wird schon mal das Homeoffice in den Urlaub verlegt, werden Ferien gern bei Oma und Opa verbracht und sind Ferienlager so schnell ausgebucht wie ein Oasis-Konzert.
Es wundert daher nicht, dass der Schulminister kürzlich auf seinem Account in den sozialen Medien fragte, ob man an dem 101 Jahre alten System der Ferien nicht mal was ändern sollte? Zum Beispiel die großen Ferien besser übers Jahr verteilen. Angesichts der Wehklagen nicht weniger Eltern über die Ferienplanung fielen die Reaktionen überraschend negativ aus: die einen verdächtigten den Minister, er wolle Ferien kürzen, die anderen warfen ihm eine Verlängerung der Ferien vor und alle erklärten ihn für verrückt. Darum stellte der Minister nun in einem Interview klar, dass sich rein gar nichts ändern wird und alles so bleibt wie es immer war. Die großen Ferien bleiben in Tschechien groß und dauern auch in Zukunft vom 1. Juli bis zum 31. August.
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Tschechien gedenkt der Niederschlagung des Prager Frühlings
An vielen Orten Tschechiens wurde am Freitag der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings gedacht. In der Nacht zum 21. August vor 58 Jahren begann die Invasion von Truppen der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens in die Tschechoslowakei, um den dortigen Versuch einer Reform des Sozialismus zu unterbinden. Dabei starben 58 Menschen. Bis Ende 1968 waren weitere 50 Opfer zu beklagen.
Mit dem Einmarsch endete der sogenannte Prager Frühling unter dem Sekretär der Kommunistischen Partei Alexandr Dubček, der dem Land vor allem in der ersten Hälfte des Jahres 1968 ungeahnte Freiheiten wie Pressefreiheit und Reisefreiheit, aber auch eine Vielfalt an bis heute bedeutenden Filmen und Büchern gebracht hatte. Die Okkupation, die eigentlich nur zeitweise dauern sollte, endete erst nach 1989, als die damalige Tschechoslowakei einen beschleunigten Abzug der sowjetischen Truppen aushandelte.
Am Gedenken beteiligten sich hohe Politiker, aber auch Zehntausende Menschen. In seiner Ansprache vor dem Gebäude des Tschechischen Rundfunks hob Präsident Petr Pavel die herausragende Rolle der Rundfunkjournalisten bei der Information der Bürger über den Verlauf der Invasion hervor. „Der Tschechische Rundfunk und auch das Tschechische Fernsehen spielen auch heute eine gewichtige Rolle im tschechischen medialen Raum nicht nur für die Berichterstattung, sondern auch im Investigativjournalismus, der Bildung, Kultur und Sport“, hob Pavel hervor. Die öffentlich-rechtlichen Medien stehen heute laut Pavel unter politischem Druck, ihre Freiheit und Unabhängigkeit zu begrenzen. Er bezog sich dabei auf die Entscheidung der tschechischen Regierung, die Rundfunkgebühren abzuschaffen und Rundfunk und Fernsehen direkt aus dem Staatshaushalt zu finanzieren. „Sie sind mit uns – seid mit ihnen!“, rief der Präsident in Anspielung auf die Losung der Rundfunkjournalisten von 1968 („Wir sind mit Ihnen, seien Sie mit uns!“) auf. Auch Senatspräsident Miloš Vystrčil von der oppositionellen ODS verband das Gedenken an die Invasion von 1968 mit einer Kritik am neuen Rundfunkgesetz. „Unabhängige Medien und Mut sind die ersten Ziele einer Macht, die normalisieren will“, sagte er.
Beim Gedenken traten auch Regierungspolitiker auf, die Pfiffe über sich ergehen lassen mussten. Premierminister Andrej Babiš ließ sich entschuldigen. Er hatte für einen der wichtigsten Gedenktage in Tschechien eine Reise nach Südböhmen geplant.
Staatliche Museen und Galerien einmal im Monat kostenlos
Die staatlichen Galerien und Museen in Tschechien können ab September jeden ersten Sonntag im Monat kostenlos besucht werden. Das teilte der Kulturminister Oto Klempíř mit. Der erste Tag mit freiem Eintritt ist damit der 6. September. Die Neuerung gilt zunächst bis Jahresende. Der Minister strebt allerdings eine dauerhafte Lösung an. Die Liste mit Einrichtungen, die davon betroffen sind, veröffentlichte das Kulturministerium auf seiner Facebook-Seite. Dazu gehören unter anderem fünf Objekte der Nationalgalerie in Prag, vier Objekte der Mährischen Galerie in Brünn (Brno) und zwei Objekte des Kunstmuseums in Olomouc (Olmütz). Freien Eintritt an den ersten Sonntagen des Monats gibt es auch im Staatlichen Glas- und Bijouteriemuseum in Jablonec nad Nisou (Gablonz). „Ziel ist, die Kultur einem möglichst breiten Spektrum an Menschen zugänglich zu machen“, so der Minister.
Die Neuerung knüpft an einen Pilotversuch im Frühjahr an, als jeweils am ersten Sonntag im Monat staatliche Galerien kostenlos geöffnet waren, am zweiten Sonntag die größten staatlichen Museen und am dritten die Regionalmuseen. Daraufhin waren die Besucherzahlen deutlich gestiegen im Vergleich zu anderen Sonntagen. Am 30. August und 27. September werden auch staatliche Schlösser und Burgen kostenlos geöffnet sein. Die Einrichtungen sollen im Gegenzug staatliche Kompensationszahlungen erhalten.
Nördlicher Prager Autobahnring soll ab 2028 gebaut werden
Der Bau des noch fehlenden nördlichen Stücks des Prager Autobahnrings soll in zwei Jahren beginnen. Wie die staatliche Straßen- und Autobahndirektion ŘSD mitteilt, sollen bis Ende des Jahres 2027 bis zu 90 Prozent der nötigen Grundstücke aufgekauft sein. Dann will die Direktion auch die Baugenehmigung beantragen. Der nördliche Teil ist eines der letzten großen Stücke des Rings, an dem noch gar nicht gebaut wird. Dagegen sind die Teile im Westen und Süden schon länger fertig, im Südosten wird das Teilstück zwischen der Autobahn D1 nach Brünn und dem Ort Běchovice gerade gebaut.
Der nördliche Teil hat vor allem für den Anschluss der D8 von Prag nach Dresden Bedeutung. Insbesondere der Weg zum Prager Flughafen würde sich dann signifikant beschleunigen. Allerdings rechnet das Verkehrsministerium mit Widerstand vor allem aus der Bevölkerung. Wann genau dann das nördliche Teilstück fertig wird, lässt sich daher noch nicht sagen.
Wie oft geht man in Tschechien in die Pilze?
Rein nach der Statistik gehen Tschechinnen und Tschechen jedes Jahr 33 mal auf Pilzsuche. Das geht aus Daten des Landwirtschaftsministeriums hervor, welche die Forst- und Holzverarbeitungsfakultät der Tschechischen Landwirtschaftlichen Universität ausgewertet hat. Da es auch in der tschechischen Bevölkerung weniger leidenschaftliche Pilzfreunde gibt und die Statistik auch Kinder umfasst, dürfte die Zahl der jährlichen Pilzunternehmungen deutlich höher liegen. Tschechische Pilzfreunde könnten demnach gut und gerne zweimal die Woche Pilze suchen gehen. Allein im vergangenen Jahr wurden dabei 20 Tonnen Pilze gesammelt.
Doch die Zahl der Pilzgänge ist rückläufig. Die 33 Pilzsuchtage beziehen sich auf das Jahr 2025. 2024 ging statistisch jeder Einwohner noch 44 mal in die Pilze, ein Jahr zuvor sogar 47 mal. Allerdings liegen selbst 33 Pilzgänge deutlich über dem langjährigen Mittel von 24.
Aus den Daten geht hervor, dass 65 Prozent der Menschen wenigstens einmal pro Monat auf Pilzsuche gehen. Weitere 21 Prozent der Befragten gab an, dies wenigstens einmal in der Woche zu tun, 14 Prozent sogar mehrfach pro Woche. Dagegen suchten 25 Prozent der Befragten nur ein bis zwei Mal im Jahr Pilze und fast 10 Prozent ignorieren dieses fast schon nationale Freizeitabenteuer.
Am aktivsten waren die Pilzsucher laut der Statistik in den Bezirken Liberec, Südböhmen und Plzeň.
Die Bedingungen in Tschechien laden zum Pilze sammeln regelrecht ein. Für private Zwecke kann unbegrenzt geerntet werden. Ausnahmen sind geschützte Pflanzen und umzäunte Grundstücke. Allerdings dürfte dieses Jahr aufgrund der Trockenheit vielen der Spaß vergangen sein.
Rekordbeteiligung an Gaston-Schwimmen
Das Elbeschwimmen „Gaston Memorial“ fand in diesem Jahr mit Rekordbeteiligung statt. 120 Teilnehmer legten die Strecke von Ústí nad Labem nach Děčín zurück oder schwammen zumindest einen Teil.
Als fixe Idee eines Kneipenabends begründet, hat das Event mit Start unweit der Staustufe am Schreckenstein eine gewisse Popularität erlangt. 2008 hatte sich im Restaurant „U Gastona“ das Wasserballteam nach dem Training „auf ein Bier“ getroffen. Da kam das Thema auf, wie lange man wohl von Ústí nach Děčín schwimmend braucht. „Einer unserer Wasserballspieler entschloss sich dann, das zu testen, und so begann alles“, sagte Tomáš Česnek, der Organisator des Elbeschwimmens, der Tageszeitung Děčínský deník.
Der Name des Elbeschwimmens ist ein Andenken an den südafrikanischen Seebären Gaston, der von 1991 bis 2002 im Prager Zoo lebte. Berühmt wurde er, als beim Hochwasser im August 2002 der Prager Zoo nahe der Moldau überschwemmt wurde und Gaston sich in die Moldau rettete. Nachdem es nicht gelang, ihn einzufangen, setzte er seinen Weg bis nach Wittenberg fort, wo er zwar von Tierpflegern aus der vollen Elbe geholt werden konnte, aber vor Stress und Erschöpfung starb. Der unter den Besuchern des Prager Zoo beliebte Seebär hatte verfolgt von den Tierpflegern und Zoologen gut 300 Kilometer im Elbe-Hochwasser zurückgelegt.
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Bei Děčín zeigen sich die Hungersteine
Traditionell in trockenen Sommern lassen sich an der Elbe bei Děčín die sogenannten Hungersteine beobachten. Dabei handelt es sich um große Steinblöcke mit eingravierten Inschriften. Meist geht es um Jahreszahlen, als der Elbe-Pegel am niedrigsten war und damit die wirtschaftliche Lage gefährdete. Die Elbe war in der Vergangenheit einer der wichtigsten Transportwege und die Menschen in Děčín davon wirtschaftlich abhängig – daher der Name Hungersteine. Das Phänomen findet sich nur an unregulierten Teilen der Flüsse. Die letzte Elbestaustufe befindet sich in Ústí nad Labem, unterhalb gibt es zwar auch Anpassungen (Uferbereiche, Fahrrinnen), aber der Fluss fließt unreguliert.
Der Elbe-Wasserbetrieb Povodí Labe ließ die Steine nun neu identifizieren und reinigen. Ein Mitarbeiter fand dabei in Děčín sogar einen „neuen“ Hungerstein. Den Stein gibt es zwar schon immer, aber die Inschriften waren nicht mehr lesbar und der Stein geriet offenbar in Vergessenheit. Auf ihm sind zwei Jahreszahlen (1934 und 1947) eingraviert, zwei klassische Trockenjahre, die sich auch auf anderen Steinen finden. Dazu offenbar der Name dessen, der die Zahl 1934 eingraviert hat: F. Schade. Das Jahr 1947 zeigt, dass trotz Vertreibung eines Großteils der ursprünglichen Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg der Hungerstein immer noch bekannt war. Er geriet offenbar erst danach in Vergessenheit. Auch bei Hřensko finden sich solche Steine. Mitarbeiter von Povodí Labe zählten dort insgesamt 15 Steine.
Heute ist die wirtschaftliche Lage aufgrund anderer Verkehrswege zwar nicht mehr bedroht. Aber die Trockenheit macht auch Tschechien zu schaffen. Das betrifft weniger den ohnehin dezimierten Güterschiffverkehr, aber die Landwirtschaft und auch die Pflanzen- und Tierwelt. Außerdem wurden erste Wasserkraftwerke abgeschaltet, um Wasser zu sparen. Dass der Pegel in Děčín nicht unter 115 Zentimeter fällt, liegt an den Moldau-Kaskaden. Das System von Talsperren ist dafür verantwortlich, einen Mindestabfluss der Moldau von 40 Kubikmetern pro Sekunde sicherzustellen, vor allem für die ausreichende Wasserversorgung der Hauptstadt Prag. Nebenbei bekommt damit auch die Elbe Wasser und so können die Dampfer in Dresden noch in begrenztem Maße fahren.
Immerhin steht an den Moldau-Kaskaden nun ein historischer Moment an, denn die Talsperre Orlík darf bald nicht weiter angezapft werden, um eine Mindestmenge nicht zu unterschreiten. So übernimmt bald die nächste große Talsperre Slapy. Das kommt laut Historikern nur einmal in 50 Jahren vor. Trotzdem ist noch genug Wasser in Slapy vorrätig.
Sachsen über geplante Elbe-Staustufe informiert
Wie im letzten Newsletter berichtet, treibt Tschechien die Vorbereitungen für den Bau einer Staustufe an der Elbe in Děčín voran. Die dafür nötige Umweltverträglichkeitsprüfung soll demnächst fertig sein und zur Beurteilung zuständigen Ämtern und der Öffentlichkeit vorgelegt werden.
Darüber informierte der tschechische Umweltminister Igor Červený Ende Juli den sächsischen Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch sowie zwei Staatssekretäre aus dem Verkehrs- und dem Infrastrukturministerium. Dabei zeigte sich Breitenbuch laut der tschechischen Tageszeitung Mladá fronta Dnes (MfD) überrascht, dass Tschechien die Staustufe doch bauen will. Offenbar wurde die sächsische Regierung unzureichend informiert. Auch berichten sächsische Medien deutlich weniger aus dem sächsisch-tschechischen Grenzgebiet als noch vor zwei Jahren.
Allerdings zeigten sich laut MfD sowohl Breitenbuch als auch der Staatssekretär im Infrastrukturministerium Sören Trillenberg von den tschechischen Plänen angetan und kündigten Unterstützung an. Wie diese Unterstützung aussehen könnte, wurde laut MfD nicht verraten. Das stellt allerdings eine Wende in der bisherigen sächsischen Politik dar, die einen Bau der Staustufe immer kritisch gesehen hatte, vor allem wegen einer Verschlechterung der Wasserqualität, aber auch wegen Auswirkungen auf die Flora und Fauna im sächsischen Elbegebiet.
Tschechien sieht in dem 250 Millionen Euro teuren Bau eine Chance, mehr Güter auf dem Wasserweg zu transportieren. Das Verkehrsministerium nannte eine Zahl von bis zu 4 Millionen Tonnen pro Jahr. Dieses Maximum wurde bisher allerdings nur in den 1980er Jahren mit weitaus mehr Güterschiffen als heute erreicht. Im ersten Quartal wurden auf der Elbe gerade einmal 116.000 Tonnen transportiert. Deutschland kann nicht die von Tschechien fast ganzjährig geforderten Pegel garantieren, und der Bau von Staustufen auf deutscher Seite wird ausgeschlossen.
Auch soll sich im Bereich der Wasserstauung der Grundwasserspiegel heben, so die Hoffnung. Für den in dieser Trockenheit wichtigen Rückhalt von Wasser ist die Staustufe unerheblich, denn das Stauvolumen ist dafür viel zu klein.
Die Sinnhaftigkeit des Neubaus kritisierte in der Vergangenheit auch das tschechische Nationale Kontrollamt, das den Umgang mit Steuergeldern kontrolliert. Die Investitionssumme von 250 Millionen Euro erscheint Kritikern als zu niedrig, denn mit dieser Zahl operierte Tschechien schon in der Vergangenheit, während mittlerweile die Preise in fast allen Bereich stark gestiegen sind.
Mehrheit für Handyverbot in Schulen
8 von 10 Tschechen sind für ein Verbot von Handys an Schulen. Das ergab eine Meinungsumfrage der Firma Median für den Tschechischen Rundfunk von Anfang August. Von mehr als 1000 Befragten sprachen sich 78 Prozent für das Verbot aus, darunter vor allem Eltern und die ältere Generation. Bei Jugendlichen lag der Anteil der Befürworter knapp unter 50 Prozent. Immerhin drei Viertel aller Befragten stimmten aber auch der Aussage zu, dass die Schulen den Kindern den Umgang mit der Digitalisierung beibringen sollten.
Tschechien plant ein Handyverbot ab Beginn des Schuljahrs 2027/28. Die Regierung beschloss vor einigen Wochen ein komplettes Handyverbot an Kindergärten, Grundschulen und den niedrigeren Klassen an mehrjährigen Gymnasien und Konservatorien. Das Verbot bezieht sich nicht nur auf den Unterricht, sondern auch auf die Pausen, den Hort und die Mensa. Allerdings können Schulen die Nutzung digitaler Hilfsmittel für den Unterricht zulassen. Das Gesetz muss nun vom Parlament beschlossen und vom Staatspräsidenten unterzeichnet werden.
Allerdings gilt schon jetzt an 90 Prozent der Schulen ein solches Verbot, weshalb die Opposition das Gesetz als puren Aktivismus bezeichnete. „Ein flächendeckendes Verbot löst nichts. Entscheidend sind individuelle, durchsetzbare Lösungen der Schulen und die Zusammenarbeit zwischen Schulen auf diesem Gebiet."
Rückschlag für Ziegenbahn
Die zentrale Planungskommission des Verkehrsministeriums hat sich gegen eine Sanierung und Wiederinbetriebnahme des letzten Teils der Eisenbahnstrecke von Děčín nach Oldřichov u Duchcova ausgesprochen. Die Kosten wären mit rund 300 Millionen Kronen (12,5 Millionen Euro) zu hoch. Aufgrund begrenzter Mittel müssten zunächst wichtigere Strecken saniert werden. Dagegen sei auf der Strecke, die im Volksmund Ziegenbahn heißt, nur ein saisonaler Ausflugsverkehr geplant.
Bei dem Abschnitt handelt es sich um die 8,5 Kilometer lange Strecke von Krupka město (Graupen Stadt) nach Oldřichov, die derzeit nicht befahrbar ist. Seit 2022 sichert der Bezirk Ústí einen Ausflugsverkehr von Děčín zunächst nach Telnice, der 2024 bis Krupka verlängert wurde. Das Angebot wird gut genutzt, weshalb sich der Bezirk touristische Impulse auch von der Inbetriebnahme des letzten Streckenteils verspricht. Er bietet zudem einen Halt in Teplice (Station Lesní brána – Waldtor) und würde bei geschickter Anbindung an weitere Verkehrsangebote die Attraktivität der Teplicer Region erhöhen. Schon heute kann in Krupka zum Sessellift auf das Mückentürmchen umgestiegen werden.
Der Bezirk Ústí gibt deshalb noch nicht auf. Die Bezirksregierung setzt dabei die Politik der Vorgängerregierung fort. Und selbst das Verkehrsministerium hat die Tür noch nicht geschlossen. Man verwies darauf, dass die Sanierung „momentan“ nicht möglich ist und zeigte sich offen für eine Sanierung im Falle einer Beteiligung von Mitteln des Bezirks Ústí.
Schluckenauer bangen um Kinderklinik
Rund 55.000 Menschen leben im sogenannten Schluckenauer Zipfel, der nach Sachsen hineinragenden Landbucht mit Städten wie Rumburk, Varnsdorf, Mikulášovice oder eben Šluknov, der Kleinstadt, die dem Zipfel ihren Namen gab. In den letzten Tagen wächst die Unruhe in der Region, die immer wieder davon bedroht ist, vom Rest der Republik abgehängt zu sein. Momentan beziehen sich diese Ängste auf die medizinische Versorgung von Kindern, denn die Kinderklinik im Krankenhaus in Rumburk soll geschlossen werden. Darüber berichtet die Tageszeitung Děčínský deník. Eine offizielle Bestätigung vom Betreiber Krajská zdravotní, einem Krankenhausverbund in den Händen des Bezirks Ústí, gibt es bislang noch nicht. Allerdings seien personelle Engpässe die Gründe für eine mögliche Schließung. Der langjährige Klinikdirektor geht in den Ruhestand. Eltern müssten dann für die stationäre Behandlung ihrer Kinder auf Krankenhäuser in Česká Lípa, Děčín oder Liberec ausweichen.
Gegen eine mögliche Schließung formiert sich Protest von Bürgermeistern. In Kürze soll sich der Verbund für die weitere Entwicklung des Schluckenauer Zipfels mit dem Problem befassen. Alle fordern vor allem eine Erklärung durch den Bezirk.
Es ist nicht die erste Schließung einer Klinik im Krankenhaus Rumburk. Vor Jahren endete hier bereits der Betrieb der Geburtenklinik. Zwischenzeitlich stand das Krankenhaus ganz zur Disposition, als das damals noch städtische Krankenhaus Insolvenz anmelden musste. Rettung kam durch die Eingliederung in den Krankenhausverbund des Bezirks Ústí, zu dem unter anderem die Krankenhäuser in Teplice, Ústí und Děčín gehören. Andere Lösungen wie eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung im nächsten sächsischen Krankenhaus in Sebnitz scheiterten bisher.
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