Euroregion Elbe/Labe

Tagung "Das gemeinsame Mittelalter im Gebiet von Ústí nad Labem, Lausitz und Sachsen"

Projektnummer:

EEL-0661-CZ-05-02-2026

Lead Partner:

Oblastní muzeum v Děčíně, příspěvková organizace
Čsl. mládeže 1/31, Děčín IV
https://www.muzeumdc.cz/

Projektpartner:

Bund der Niederländer e. V. - Nordböhmisches Heimatmuseum Seifhennersdorf
Seifhennersdorf, Am Weißeweg 15a
https://bdnev.de/

Zeitraum:

05.02.2026 - 31.10.2026

Fördermittel:

8.800,00 € Euro

Inhalt

Nach der erfolgreichen Konferenz mit dem Titel „Rumburk und die Lichtensteiner – Geschichte an der Grenze“ entstand eine neue Welle des Interesses an der Organisation einer weiteren Konferenz, die die gemeinsame Geschichte unserer grenzüberschreitenden Region Ústí, Sachsen und Lausitz widerspiegeln würde. Wir würden daher gerne eine Konferenz zu diesem Thema organisieren, da es sich um die gemeinsame mittelalterliche Geschichte handelt. Das Interesse an dieser historischen Epoche ist auf beiden Seiten der Grenze groß, was auch die Vielzahl von Beiträgen in verschiedenen Publikationen, Zeitschriften und nicht zuletzt in den derzeit sehr beliebten sozialen Netzwerken und Blogs belegt.

Diese Konferenz soll das Mittelalter aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, wodurch wir auch das thematische Spektrum der Fachbeiträge erweitern und nicht nur bei Fachleuten, sondern auch bei Laien größeres Interesse an einer Teilnahme wecken wollen.

Warum das Thema „Mittelalter”?
Das Mittelalter im Gebiet der heutigen Regionen Ústí nad Labem und Sachsen war geprägt durch die gemeinsame geografische Lage entlang der Elbe, die als wichtige Handelsroute diente, und durch grenzüberschreitende Interaktionen, obwohl die Regionen zu unterschiedlichen politischen Einheiten gehörten (Königreich Böhmen vs. Heiliges Römisches Reich bzw. Kurfürstentum Sachsen).
Region Ústí nad Labem – Das Mittelalter brachte hier eine Zunahme der Besiedlung mit sich, häufig im Rahmen der großen Kolonisierung im 13. und 14. Jahrhundert, als deutsche Siedler hierher kamen. Die Wirtschaft basierte auf Landwirtschaft, Handel (dank der Elbe) und später auch auf den Anfängen des Rohstoffabbaus, insbesondere von Braunkohle, z. B. in der Umgebung von Chabařovice.
Das Gebiet hatte als nördliches Tor zu Böhmen (Porta Bohemica) eine erhebliche strategische Bedeutung, was zum Bau von Burgen (z. B. Střekov) zum Schutz der Landesgrenze und der Handelswege führte.

Sachsen – Sachsen entwickelte sich nach und nach zu einem mächtigen und einflussreichen Kurfürstentum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches.
Sachsen war ebenfalls dicht besiedelt und profitierte von seiner Lage an den Handelswegen. Die lokale Wirtschaft war stark mit dem Abbau von Silber und anderen Metallen im Erzgebirge (z. B. Freiberg) verbunden, was der Region beträchtlichen Reichtum und die Entwicklung von Städten und Bergbaurecht brachte.

Elbe: Die Elbe verband beide Regionen als wichtige Verkehrsader und erleichterte den Handel (z. B. tschechisches Getreide und Holz gegen sächsische Metalle und Salz).

Die oben genannten Aspekte, insbesondere die massive Kolonisierung und der grenzüberschreitende Handel, bildeten die Grundlage für eine gemeinsame Geschichte in Bezug auf den Handel und das Leben in diesen Grenzregionen im Allgemeinen.

Aktivitäten

Die Konferenz ist für die zweite Oktoberhälfte 2026 in Seifhennersdorf (Oberlausitz) geplant.
Sie wird in einem Konferenzsaal des Heimatvereins „Bund der Niederländer“ (Projektpartner) stattfinden, was mit dem Verein bereits abgesprochen ist. Sollte das Interesse größer sein, werden wir die Konferenz im örtlichen Rathaus in Seifhennersdorf veranstalten.
Zwischen den Vorträgen planen wir eine etwa einstündige interessante Exkursion zu einem Umgebindehaus, das das älteste erhaltene seiner Art in der Lausitz ist. Der Vorteil ist, dass dieses Haus unmittelbar neben dem Gebäude liegt, in dem die Konferenz stattfinden wird. Es ist also nicht notwendig, die Konferenzteilnehmer umständlich zu transportieren, was Zeit und Geld spart
Dauer der Konferenz: 1 Tag
Anzahl der Beiträge zur Konferenz: 6-8 Fachvorträge
Exkursion: vor Ort, 5 Minuten zu Fuß, ältestes erhaltenes Umgebindehaus in der Lausitz, mit Führung.

Die Einladungen zur Konferenz werden ab Juni 2026 in zwei Wellen verschickt: 1. Welle – vor allem an Fachleute, d. h. Museumsmitarbeiter, Pädagogen in Bildungseinrichtungen, Akademiker, Studenten und Interessierte an Geschichtswissenschaften usw.
Falls die maximale Kapazität nicht ausgeschöpft wird, folgt eine zweite Welle – dann werden auch Personen aus der breiten Öffentlichkeit, die sich für regionale Geschichte interessieren, zur Konferenz eingeladen. Damit öffnen wir die Konferenz für ein breiteres Publikum, wodurch die Veranstaltung einen stärkeren Gemeinschaftscharakter erhält.


Vorläufiger Zeitplan der Konferenz und Liste der Referenten – siehe Anhang

Ergebnisse, Mehrwert, Nachhaltigkeit

Die Ergebnisse:
Die Ergebnisse werden in Form von digitalen Beiträgen auf den Websites beider Partner veröffentlicht.
Während der Konferenz entstehen neue soziale Bindungen und Kontakte.
Der Mehrwert des Projekts kann somit in potenziellen neuen Ideen liegen, wie man gemeinsame Gebiete, Kultur, Geschichte und menschliches Potenzial miteinander verbinden und nutzen kann. All dies kann weitere Ideen für Projektvorhaben oder Aktivitäten hervorbringen.
Auf der Konferenz werden zwei weitere Treffen mit potenziellen Interessenten nach Abschluss des Projekts vereinbart (eines auf tschechischer Seite – initiiert vom tschechischen Vertreter, eines auf deutscher Seite – initiiert vom deutschen Vertreter), bei denen dann neue Möglichkeiten für die Umsetzung von Folgeaktivitäten nach Abschluss des Projekts diskutiert werden.
Die Konferenz wird durch dieses Thema ein weiteres „Tor” zu weiteren Aktivitäten und potenziell größeren Projekten öffnen.

Der Kleinprojektefonds wird als Projekt im Rahmen des Programms INTERREG Sachsen-Tschechien durchgeführt. Die Projektnummer ist 100686415. Die Gesamtkosten des Projektes inkl. Administration und Fördermitteln für Kleinprojekte betragen 4.848.600,- Euro. Der EU-Beitrag beträgt 3.827.880,75 Euro.

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