Der Kleinprojektefonds wird als Projekt im Rahmen des Programms INTERREG Sachsen-Tschechien durchgeführt. Die Projektnummer ist 100686415. Die Gesamtkosten des Projektes inkl. Administration und Fördermitteln für Kleinprojekte betragen 4.848.600,- Euro. Der EU-Beitrag beträgt 3.827.880,75 Euro.
Gemeinsam die Nachbarn kennenlernen - Menschen und Orte, ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Projektnummer:
EEL-0634-DE-11-02-2026
Lead Partner:
Buntes Sebnitz e. V., Verein für Kultur, Bildung und Begegnung
Lange Str. 14, 01855 Sebnitz
www.buntes-sebnitz.de
Projektpartner:
Klub českých turistů Dolní Poustevna
Tyršova 299, 40782 Dolní Poustevna
Zeitraum:
11.02.2026 - 30.11.2026
Fördermittel:
19.699,20 € Euro
Inhalt
Der Kontakt zwischen den Nachbarländern Deutschland und Tschechien ist sehr ausgeprägt, wenn man nur den grenzüberschreitenden Autoverkehr gerade auch in unserer Stadt vor Augen hat. Aber der beschränkt sich zum überwiegenden Teil auf Einkaufen, Tanken und Essengehen auf tschechischer Seite und Einkaufen oder arbeiten auf deutscher Seite.
Wir möchten dagegen mit unserem Projekt zum Kennenlernen der Menschen im Rahmen der gesellschaftlichen Verhältnisse in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf der eigenen wie auf der anderen Seite der Grenze beitragen. Unsere Vereine stellen sich das Ziel, die Teilnehmer auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen und sich mit den daraus ergebenden Fragen zu beschäftigen. Deshalb führen die Exkursionen zu Orten, an denen die jeweiligen Fragen und Probleme sichtbar sind und wo sich die Teilnehmer damit auseinandersetzen können. Es geht einerseits also um Wissenserweiterung und Erkenntnisgewinnung. Letztlich auch um Voraussetzungen einer persönlichen demokratischen Mitgestaltung. Visuelle Erlebnisse an den jeweiligen Orten sowie Erklärungen von Sachverständigen oder Spezialisten und Gespräche mit örtlichen Gruppen hinterlassen tiefere Erkenntnisse als es anderweitig möglich wäre.
Wir möchten als Kennenlern- und Vorbereitungsphase jedem Teilnehmer jeweils eine Vorschau in die Hand geben, damit sich jeder bereits vor der Exkursion mit den jeweiligen Themen und Örtlichkeiten beschäftigen kann. Das soll dann „vor Ort“ durch die bereits genannten Gespräche und Eindrücke vertieft werden. Die Teilnehmer sollen dabei nicht nur passive Zuhörer sein, sondern auch selbst aktiv werden. Wir werden auf deutscher wie auf tschechischer Seite jeweils 2 – 3 Teilnehmer beauftragen, eine Fotodokumentation (ca. 10 Fotos) zu erstellen. Allerdings können an diese Verantwortlichen auch alle anderen Fotos schicken. Die Verantwortlichen wählen dann die mit der größten Aussagekraft aus. Alle Teilnehmer sollen sich daneben nach oder während einer Führung im Gespräch oder direkt während einer moderierten Diskussion mit dem inhaltlichen Thema auseinandersetzen. Mit der schriftliche Zusammenfassung dessen werden wir dann aber wechselnd 2 – 3 Teilnehmer beauftragen, eine kurze textliche Zusammenfassung des Projekttages zu erstellen. Auch bei der Fertigstellung dieser Zusammenfassung können sich aber alle Teilnehmer beteiligen. Am Ende des Projektes haben wir dann eine oder zwei fotografische und textliche Übersichten über das gesamte Projekt. Das kann Teilnehmern wie Nichtteilnehmern oder für künftige Projekte zur Auswertung oder Anleitung dienen. Wir sind uns im klaren, dass die Beschäftigung mit einem Thema wie mit anderen Menschen nur dann angenommen wird, wenn auch ein Anreiz gegeben ist, neue interessante Themen wie Orte kennenzulernen.
Teilnehmer sind in erster Linie Mitglieder der Vereine. Zwar ergibt sich dadurch nahezu ein geschlossener Teilnehmerkreis, aus dem aber einzelne Teilnehmer aus verschiedenen Gründen nicht immer teilnehmen können. Deshalb ist es unser Anliegen, auch andere Personen, die am Thema wie dem Ort der Exkursion Interesse haben, eine Teilnahme zu ermöglichen. Aus diesem Grund werden nicht nur die Vereinsmitglieder beider Seiten direkt informiert, sondern Themen wie Exkursionsziele über Plakate, Flyer und die sozialen Systeme beworben. Voraussetzung zur Teilnahme ist also eine verbindliche Voranmeldung (Registrierung) bei den beiden Vereinen. Solange, bis die festgelegte Höchstzahl erreicht ist.
Die Exkursionen sind nahezu ausschließlich an Sonntagen geplant, um nicht allein Senioren als Zielgruppe zu definieren, sondern auch Berufstätigen und Jugendlichen – Schülern wie Auszubildenden – eine Teilnahme zu ermöglichen. Erfahrungsgemäß sind diese allerdings schwieriger zu erreichen als Senioren und sie haben auch noch eine Vielzahl anderer Interessen und Beschäftigungen. Aber versuchen werden wir das.
Die Exkursionen werden jeweils gegen 8.12 Uhr (bei Nutzung der Eisenbahn) bzw. 9.00 Uhr bei Nutzung eines Busses starten und unterschiedlich enden. In der Regel aber zwischen 17.00 und 18.00 Uhr, also grundsätzlich mindestens 8 Stunden dauern. Das genaue Datum, Thema und Ziel der Exkursionen werden bei den einzelnen Veranstaltungen genannt.
Aktivitäten
Vereine treffen Verein
Wir besuchen den KulturOrt „Heymannbaude“, einen relativ jungen Verein in Kleinhennersdorf. Wir machen uns vor Ort mit den Möglichkeiten vertraut, welche die Mitglieder des dortigen Vereins vor Ort geschaffen haben und tauschen Erfahrungen aus, die für alle drei Vereine von Nutzen sein können.
Sonntag, 20. September 2026
Start: 10.00 Uhr Bahnhof D. P., Sebnitz
Tourismus – wichtiger Teil der Kommunalpolitik
Diskussion mit der Bürgermeisterin von Lohmen;
Besichtigung des Schlosses; Sandstein-Abbau;
entlang der Wesenitz zum Wagner-Denkmal.
Sonntag, 28. Juni 2026,
Start: 9.30, Bahnhof Sebnitz
Welche Zukunft haben staatliche Schlösser?
Besichtigung und Diskussion mit Verantwortlichen
des Schlosses Pillnitz
Sonntag, 23. August 2026
Start: 08.00 Uhr, Bahnhöfe Dolni Poustevna, Sebnitz
Jede Geschichte hat auch dunkle Kapitel
Besuch der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
und Stadtführung Pirna
Sonntag, 22. März 2026, Start: 08.12/08.18
Bahnhof Dolni Poustevna/Bahnhof Sebnitz
Massentourismus – Gefahr für die Natur;
Waldbrände, neue Stiegen auf unberührte Felsen
Treffen mit Verantwortlichen in Jetrichovice,
Sonntag, 12. Juli 2026,
Start: 09.00 Uhr, Grenzübergang
Das Erbe des „Braunen Goldes“
Veränderungen durch und nach dem Kohleabbau
Besichtigung und Gespräche in Most, Bilina
und Teplice
Sonntag, 11. Oktober 2026
Start: 08.00 Uhr Bahnhöfe D. P. u. Sebnitz
Braucht die Natur Nationalparks? Wie erhalten wir historische Bauten und Denkmäler?
Besuch des Nationalparkhauses in Krasna Lipa
und Diskussion zum Thema; Besichtigung des
rekonstruierten Hradek/Varnsdorf; wo entspringt
eigentlich die Kirnitzsch?
Sonntag, 19. April 2026, Start: 09.00 Grenze
Wandern – das ist Vergangenheit? Gehört dem Biker die Zukunft? Auch in unseren Wäldern?
Teilnahme an der traditionellen Wanderung
„Nördlichen Spur“, die u. a. auf der Trasse des
neuen Borderless Trails (grenzüberschreitende
Fahrradwege) verläuft. Eine Woche danach
Auswertung und Gespräche zum Thema am
Lagerfeuer beim Zentrum des Tourismusvereins
von Dolni Poustevna.
Sonnabend, 16. Mai 2026, 9.00 Uhr Bistro Rietschel
Sonntag, 24. Mai 2026, 17.00 Bahnhof Dolni Poustevna
Keine Zukunft ohne Energie– aber welche?
Gespräch mit dem Betreiber einer großen Solaranlage in Ustek, einem einst von vielen Deutschen bewohnten Zentrum des Hopfenanbaus im Böhmischen Mittelgebirge.
Sonntag, 07. Juni 2026,
Start: 09.00 Uhr Grenzübergang
Ergebnisse, Mehrwert, Nachhaltigkeit
Das Projekt ist genau auf alle Ziele unserer Vereine ausgerichtet: Es werden Örtlichkeiten auf beiden Seiten der Grenze aufgesucht, die mit den historischen wie aktuellen gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit im Zusammenhang stehen. Damit wird ein Beitrag zur Bildung und Wissenserweiterung geleistet. Das besondere Augenmerk liegt auf der visuellen, emotionalen wie rationalen Wahrnahme von geschichtlich wie gesellschaftlich bedeutsamen Orten und der Auseinandersetzung damit über Gespräche unter den Teilnehmern wie durch Informationen durch Spezialisten oder Gruppen vor Ort. Die Teilnehmer von beiden Seiten der Grenze sollen sich möglichst aus unterschiedlichen sozialen Schichten und unterschiedlichen Altersgruppen zusammensetzten. Die Nachhaltigkeit ist dadurch gegeben, dass sich aus dem Kennenlernen von bisher unbekannten Menschen und Orten und unterschiedlichen Themen in vielen Fällen dauerhafte Beziehungen ergeben, die sich in anderer Weise nie ergeben hätten. Unsere bisherige grenzüberschreitende Zusammenarbeit liefert dazu zahlreiche Beispiele. Es kommt zu Besuchen von Veranstaltungen auf der anderen Seite der Grenze. Diese Praxis wird sich nach dem Projekt noch wesentlich verstärken.