»Daleká cesta« (Der weite Weg) am 4.3. beim Tschechischen Filmmittwoch
23.02.2026
Beim Tschechischen Filmmittwoch am 4. März zeigen wir den Film "Daleká cesta" (Der weite Weg) von 1949.
Der Weg der Prager Juden in die deutschen Vernichtungslager wird am Beispiel der Familie Kaufmann nachgezeichnet. Tochter Hana ist Ärztin und mit ihrem nicht-jüdischen Kollegen Dr. Antonín Bureš verheiratet. Doch die Ehe kann nicht verhindern, dass Hanas Eltern ins KZ Theresienstadt deportiert werden. Als Antonín sich dort heimlich einschleicht, erlebt er nicht nur die entwürdigenden Lebensbedingungen, sondern erfährt auch, dass die Schwiegereltern bereits in den Osten „verlegt“ worden sind – nach Auschwitz, Majdanek oder Sobibor …
Regisseur Alfréd Radok war selbst im Arbeitslager interniert war und hatte enge Verwandte in den KZs verlor. Stetig unterbrochen von dokumentarischem Filmmaterial, das die Einzelschicksale mit der Zeitgeschichte verknüpft, verdichten sich die Spielszenen zu einem albtraumhaften, expressionistischen „Totentanz“.
Gedreht wurde Daleká cesta teilweise am Originalschauplatz im nur wenige Jahre zuvor befreiten KZ Theresienstadt (Terezín), was dem Film eine besondere Authentizität verleiht. Er verschwand 1949 nach wenigen Vorstellungen aus den tschechischen Kinos und wurde erst 1991 wiederaufgeführt. 2019 wurde er digital restauriert und 2020 auf der Berlinale gezeigt.