Derweil in Tschechien... 23/25
20.06.2025
Mit Drohnen gegen Feuer im Nationalpark
Zwei Drohnen sollen künftig helfen, frühzeitig Brandherde im Nationalpark Böhmische Schweiz zu erkennen und zu lokalisieren. Eine Drohne wurde bereits vor einem halben Jahr angeschafft. Eine zweite soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres hinzukommen.
Die Drohnen werden künftig von einer Pilotenstaffel gesteuert. Die Piloten haben rund um die Uhr Bereitschaftsdienst. Die Drohnen lassen sich wenn nötig auch über das Handy und von zu Hause steuern. Damit verkürzet sich erheblich die Zeit zwischen der Brandmeldung und seiner Lokalisierung in häufig schwer zugänglichem, felsigem Gelände.
Der Nationalpark hat jedoch inzwischen eine ganze Reihe von Brandschutzmaßnahmen eingeführt, die vor allem im nahenden Sommer für Sicherheit sorgen sollen. So finden regelmäßig Brandschutzstreifen statt. Außerdem hat der Park inzwischen sechs große Wasserbehälter mit einem Gesamtfassungsvermögen von 390.000 Liter Wasser installiert. Der letzte kam im Frühjahr in der Nähe von Brtníky hinzu. „Damit haben wir Wasser dort, wo wenig vorhanden ist“, heißt es beim Nationalpark. Dazu kommen weitere 13 kleine Behälter mit jeweils 1.000 Liter Wasser. Schwimmende Hindernisse helfen zudem der Feuerwehr, Löschwasser aus den Flussläufen zu pumpen.
Um in dem unwegsamen Gelände schnell an Brandherden zu sein, hat der Nationalpark schon einige Jahre ein spezielles für den Löscheinsatz präpariertes Quad. Darüber hinaus hat der Nationalpark gefährdete Baumstämme gefällt und abtransportiert. Auf Kahlstellen wurden neue, feuerbeständigere Bäume wie Buchen oder Eichen gepflanzt. Die Autos der Nationalparkranger sind inzwischen mit Löschwasserrucksäcken ausgestattet.
Baldige Wiedereröffnung der Edmundsklamm
Im Grenzdorf Hřensko laufen die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung der Edmundsklamm auf Hochtouren. Das beliebte Ausflugsziel ist seit dem verheerenden Brand im Sommer 2022 geschlossen. Lang drohten vom Brand geschädigte Bäume in die Klamm zu stürzen und teils auch Felsblöcke mit sich zu reißen. Diese Gefahren sind nun beseitigt. Dennoch kann es immer noch zu Baumbrüchen oder Felsabstürzen kommen. Um die Klamm dennoch für Besucher öffnen zu können, plant die Gemeinde den Eintritt für eine begrenzte Anzahl von Personen, die immer in Gruppen durch die Klamm zu den Bootsfahrten geführt werden. "Die dafür notwendige Sicherheitsordnung liegt bereits in einer Arbeitsversion vor", sagte Bürgermeisterin Kateřina Horáková dem Tschechischen Rundfunk Český rozhlas. Nun stehe noch ein abschließendes Monitoring und Treffen mit dem Chefgeologen des Nationalparks Böhmische Schweiz vor. Außerdem müssen noch die konkreten Bedingungen geklärt werden, unter denen ein Zutritt künftig möglich ist. Geht es nach Bürgermeisterin Horáková, könnte die Klamm Anfang Juli wiedereröffnet werden.
Ab Dezember schneller nach Liberec
MIt dem großen Fahrplanwechsel bei der Eisenbahn am 14. Dezember wird das Reisen von Sachsen nach Liberec deutlich schneller. Denn bis dahin verschwindet ein schon berüchtigtes Nadelöhr im grenzüberschreitenden Verkehr: ein gut drei Kilometer langes Gleis zwischen der tschechischen Grenzstation Hrádek nad Nisou und dem deutschen Zittau. Das führt über polnisches Staatsgebiet und war schon seit Jahrzehnten sanierungsbedürftig. Da es sich um eine reine Transitstrecke handelt, ohne Haltepunkt in Polen, war die Motivation für die polnische Seite, Finanzen in die Sanierung zu stecken, sehr gering. Also rumpelten die Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h über das Gleis.
Doch inzwischen saniert die polnische Bahnstreckenfirma PKP Polskie Linie Kolejowe den Streckenabschnitt. Ab Dezember können Züge auf dieser Strecke 100 km/h fahren. Damit verringert sich die Fahrtzeit ganz beachtlich. Dazu kommen Sanierungsarbeiten an der Strecke zwischen Liberec und Hrádek nad Nisou, die ebenfalls noch bis zum neuen Fahrplan fertiggestellt werden. Dann wird der Zug zwischen Liberec und Zittau zehn Minuten schneller unterwegs sein.
Doch die kürzere Fahrtzeit ist die eine Sache. Dass sich dadurch völlig neue Umsteigezeiten ergeben, die andere. Von Zittau aus haben Fahrgäste aus Tschechien fortan die Möglichkeit, stündlich in einen Zug nach Görlitz, Dresden oder Berlin zu steigen. Umgekehrt gilt das natürlich auch. Sowohl die Linie L7 von Liberec über Zittau, Varnsdorf nach Seifhennersdorf als auch die RE2 von Dresden nach Liberec erhalten ab Mitte Dezember neue Fahrpläne.
Eine letzte Langsamfahrstelle bleibt aber auch in Zukunft. Das ist die Grenzbrücke über die Neiße, auf der nur 50 km/h erlaubt sind. Der Effekt ist aber nicht so erheblich und die Brücke bleibt bis auf Weiteres unsaniert. Bis Dezember müssen Fahrgäste aufgrund der Bauarbeiten auf den Ersatzbus ausweichen. Doch mit dem neuen Fahrplan wird Reisen komfortabel.
Förderung für 24 Projekte bewilligt
Heute tagte in Modlany der Lokale Lenkungsausschuss zum Kleinprojektefonds in der Euroregion Elbe/Labe. Ihm lagen mit 27 Projektanträgen so viele zur Entscheidung vor wie noch nie in dieser Förderperiode. Sportprojekte bildeten diesmal einen großen Teil der Anträge, zudem waren auch die Bereiche Kultur und Bildung gut vertreten.
Für 24 Anträge wurden Fördermittel in Höhe von 212.937,20 € bewilligt. Zwei Anträge wurden abgelehnt und einer zur Überarbeitung zurückgestellt. 13 der bewilligten Anträge mit einem Fördervolumen von 98.831,60 € kamen von deutschen, zehn Anträge mit einem Fördervolumen von 114.105,60 € von tschechischen Antragstellern.
Alle Informationen zu den einzelnen Projekten (auch den abgelehnten) finden Sie in der Liste der Projekte.
Toiletten am Elberadweg
Die Stadt Děčín hat am Elberadweg auf ihrem Stadtgebiet zwei mobile Toiletten aufgestellt. Der beliebte Fernradweg soll damit noch freundlicher werden. Die Toiletten sind überdies sparsam, brauchen weder Energie noch regelämßige Wartung. Außerdem sind sie bereits umweltfreundlich hergestellt, Baumaterial ist Holz.
Das Prinzip der Toiletten erinnert an Plumpsklos. In den Toiletten werden nach der Bedürfnisverrichtung Sägespäne auf die Ausscheidung gestreut, was auch etwaige Gerüche neutralisiert.
Bis zum Ferienbeginn Anfang Juli sollen noch weitere drei Toiletten aufgestellt werden.
Tschechische Regierung gewinnt Vertrauensabstimmung
Die tschechische Regierung hat ein Misstrauensantrag wegen der Bitcoin-Affäre erfolgreich überstanden. Angestrengt wurde die Abstimmung von der Opposition, die der Regierung aufgrund der Affäre das Vertrauen entziehen wollte. Alle anwesenden 98 Abgeordneten des Parlaments aus den Regierungsfraktionen stützten die Regierung. Für einen Sturz der Regierung sprachen sich nur 94 Abgeordnete aus. Neben ANO und SPD, die das Votum angestrengt hatten, stimmten auch die Piraten gegen die Regierung.
In der sogenannten Bitcoin-Affäre hatte das Justizministerium ein Bitcoin-Geschenk im Wert von über 1 Milliarde Kronen (40 Millionen Euro) eines verurteilten Straftäters angenommen. Justizminister Pavel Blažek (ODS) sah zwar kein illegales Handeln seinerseits, trat aber Ende Mai zurück. Die Opposition beharrt aber auf einem Rücktritt der gesamten Regierung, denn auch der Premierminister Petr Fiala (ODS) trage die Verantwortung für den Skandal. Besonders im Mittelpunkt der Kritik stand Finanzminister Zbyněk Stanjura (ODS). Ihm wird vorgeworfen, früher von der Affäre gewusst zu haben, als dieser zugebe.
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