Euroregion Elbe/Labe

Wochenrückblick Nr. 26

Riesenosterei in Jablonné v Podještědí – Saisonstart der touristischen Eisenbahnen – Osterreiten in Mikulášovice – NGOs kritisieren Wohnsituation in Prag

28.03.2024

Tschechien feiert Ostern mit Riesenosterei

Riesenosterei auf dem Hauptplatz von Jablonné v Podještědí
Riesenosterei auf dem Hauptplatz von Jablonné v Podještědí (© Jana Cymbálová)

Ostern steht nicht nur vor der Tür, sondern im tschechischen Jablonné v Podještědí als ein riesiges Osterei mitten auf dem Hauptplatz. Nur knapp sechs Kilometer von der Grenze zu Sachsen entfernt, avancierte es in den letzten Tagen zur Touristenattraktion. Fotos mit dem Ei werden eifrig in sozialen Netzwerken geteilt. "Das Ei wurde von eifrigen Bastlern im Ortsteil Heřmanice in 80 Stunden Feierabendarbeit gefertigt", sagt Bürgermeister Jiří Rýdl. Es ist rund drei Meter hoch und dürfte damit das größte Ei weit und breit sein. Es besteht aus einem Drahtgeflecht aus Stahl, durch das Weidenruten und farbige Stoffbahnen geflochten wurden. "Wir hatten es schon letztes Jahr aufgebaut, allerdings da nur als reines Drahtgeflecht. Das geschmückte Osterei ist also eine Premiere", so der Bürgermeister weiter. Es ist noch mindestens bis Ostermontag zu bewundern. "Wir bauen es bestimmt nicht gleich am Dienstag wieder ab, sondern werden es auch nach Ostern noch ein paar Tage stehen lassen", sagt Rýdl angesichts des großen Interesses.
Das Osterei hat auch in Tschechien eine bis heute lebendige Tradition. Es gilt als Sinnbild für Fruchtbarkeit. Bunt geschmückt in vielen Varianten wurde es traditionell Ostermontag von Frauen den von Haus zu Haus ziehenden Männern überreicht.

Bahnstrecken leben wieder auf

Karfreitag starten im Nachbarland die Touristischen Eisenbahnlinien in die neue Saison. Das betrifft auch Zugstrecken, die im Rest des Jahres stillgelegt sind. Das gilt zum Beispiel für die im Volksmund genannte Ziegenbahn von Děčín nach Telnice, der Opárno-Express von Litoměřice nach Chotiměř im Böhmischen Mittelgebirge oder die Strecke von Ústí-Střekov nach Zubrnice, das auch als Museumsdorf bekannt ist. Die Züge fahren am Wochenende und an Feiertagen und es gilt das Elbe-Labe-Ticket. Auf den meisten Strecken werden historische Züge eingesetzt. Das Elbe-Labe-Ticket gilt auch auf den touristischen Schiffslinien T91 bis T93 auf der Elbe von Ústí nach Litoměřice oder Hřensko. Fahrpläne und weitere Strecken der mit einem „T“ bezeichneten Linien finden sich auf der Internetseite des Bezirks Ústí. Die Seite ist zwar nur auf Tschechisch, aber es ist die Navigation links über "Železniční linky" (Bahnlinien) und "Lodní linky a přívozy" (Schiffslinien und Fähren) möglich.

Osterreiten in Mikulášovice

Osterreiter in Mikulášovice
Osterreiter in Mikulášovice (© Steffen Neumann)

Am Ostersonntag sind auch bei den tschechischen Nachbarn die Osterreiter unterwegs. Bei dem Brauch, der seit einigen Jahren wieder in Mikulášovice gepflegt wird, handelt es sich ursprünglich um eine Tradition der dort noch lebenden deutschen Minderheit. Die Prozession mit den Pferden startet unmittelbar nach der Heiligen Messe, die wiederum 10 Uhr in der Kirche des heiligen Nikolaus beginnt.

NGOs kritisieren Wohnsituation in Prag

Mehrere tschechische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, welche die Wohnsituation in Prag als die schlechteste in Europa einschätzt. Nirgendwo anders seien Unterkünfte so unerschwinglich wie in der tschechischen Hauptstadt, heißt es in der Studie. Die NGOs fordern kommunalen Wohnungsbau, den es bisher so nicht gibt in Prag, sowie die Regulierung der Mieten.

Die Ergebnisse der Studie, die an eine vergleichbare Untersuchung im Jahr 2018 anschließt, korrespondieren mit der Einschätzung des Wirtschaftswissenschaftlers Martin Červinka in der Tageszeitung Hospodářské noviny. Er verweist auf die wieder anziehenden Kaufpreise für privaten Wohnraum und das begrenzte Angebot, das die Preise zusätzlich anheizt. Der Wohnungsbau war auch in Tschechien aufgrund der explodierenden Baupreise zum Erliegen gekommen. Außerdem hatte die tschechisch Notenbank die Leitzinsen deutlich stärker erhöht als die Europäische Zentralbank, was die Kosten für Wohnungskäufer erhöhte und zusätzlich die Bereitstellung neuen Wohnraums dämpfte. Inzwischen hat die Notenbank eine erste Zinssenkung vorgenommen. Doch der Wohnungsbau ist noch nicht wieder angesprungen. Auch die Mieten bleiben weiter auf einem hohen Niveau.

Červinka verweist auf Daten des Statistikamtes, dass Prag in den letzten zwei Jahren um 100.000 Einwohner gewachsen ist. Mobilfunkdaten lassen darauf schließen, dass die Zahl der Einwohner sogar noch höher ist als die offiziellen 1,38 Millionen. Dahinter steht vor allem der Zuzug ukrainischer Flüchtlinge in den letzten Jahren. Gleichzeitig wertete Červinka  die Situation auch positiv. Es sei beachtlich, wie der Wohnungsmarkt den Zuzug so vieler Menschen in so kurzer Zeit aufgenommen habe.

 

 


 

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