Unsere Nachbarn - Land und Leute II (EEL-0467-DE)
Das Projekt "Unsere Nachbarn - Land und Leute II" bringt Menschen aus Sachsen und Tschechien miteinander in Kontakt, indem sie 9 gemeinsame Exkursionen zur interessanten Orten in der sächsisch-tschechischen Grenzregion unternehmen. Dabei wird nicht nur viel Wissen über die Grenzregion, die gemeinsame Geschichte und über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede vermittelt, sondern auch eine Vielzahl persönlicher Kontakte geknüpft. Das Projekt ist die Fortsetzung von "Unsere Nachbarn - Land und Leute" aus dem Jahr 2024.
Die Exkursionen führen zu folgenden Zielen:
- Wanderung zum Belvedere (Labská Stráň) am 06.04.2025
- Exkursion zu Schloss Weesenstein am 04.05.2025
- gemeinsame Teilnahme am Wandertreff "Nördliche Spur" am 17.05.2025
- Exkursion nach Litoměřice am 15.06.2025
- Besuch des Asia-Festival in Vílemov am 05.07.2025
- Exkursion nach Doksy und zur Burg Bězdez am 27.07.2025
- Exkursion nach Meißen am 10.08.2025
- Wanderung nach Tisá am 21.09.2025
- Wanderung im Zittauer Gebirge am 12.10.2025
Insgesamt planen wir, dass ca. 500 Personen an dem Projekt teilnehmen werden.
Berichte von Exkursionen
Ausgehend von den Erfahrungen des Vorjahres wurden wieder in Sebnitz und Dolni Poustevna zahlreiche Plakate aufgehängt, im „Sebnitzer Grenzblatt“ und im „Poustevnik“ annonciert und der Flyer mit dem Gesamtprogramm verteilt. Auf der Web-Seite und in den sozialen Medien wurde auf diese und die weiteren Veranstaltungen dieses Programms hingewiesen. Dazu noch die Ankündigung der Exkursion auf der Web-Seite der Euroregion (worauf sich 3 Leute meldeten, die allerdings alle nicht kamen. Trotz Kontaktaufnahme) – eine gute Vorbereitung, übrigens immer unter Nennung der finanziellen Unterstützung von Interreg und Euroregion.
Zunächst hatten sich je 20 deutsche und tschechische Teilnehmer angemeldet. Dann wollten kurz vorher noch 17 bzw. 25 ukrainische Bekannte mitfahren. Da musste gebremst und weitere Werbung beendet werden, da der bestellte Bus nur 54 Plätze besaß. Dann kam es allerdings anders. Im Zug fanden sich dann mit 6 ukrainischen Gästen insgesamt nur 39 Teilnehmer ein. Die einen waren also abgewiesen worden. Von den angemeldeten war einfach eine zu große Zahl nicht erschienen.
Wie bereits oft wurde die günstige Möglichkeit genutzt, ab 10.12 Uhr bzw. 10.18 Uhr mit dem Zug (U 28) zu reisen. Es konnte allerdings nicht wie geplant bis Dolni Zleb gefahren werden, da die Autofähre zur geplanten Elbüberquerung noch nicht in Betrieb genommen wurde. Deshalb wurde also die Fähre in Schöna benutzt. Nun hätten wir allerdings 4 km auf der gut befahrenen Hauptstraße in Richtung Decin laufen müssen. Das wollten wir nicht und bestellten deshalb einen Bus, der uns diese Strecke fuhr (und uns später abholte). Da einige Personen (u. a. 2 Ehemänner) gerne mitwollten, sich aber den Aufstieg nicht zutrauten, hatten wir mit den Besitzern des Gasthauses „Belvedere“ die Abholung dieser Personen mit einem PKW gegen Bezahlung organisiert, was auch wunderbar geklappt hat.
War es am Morgen noch etwas kalt, so wurde allen beim anstrengenden aber sehr schönen Aufstieg ziemlich warm. Die Sicht von der Elbaussicht und auch später sowie das wunderbare Menü mit freundlicher Bedienung (in der eigentlich nicht mehr betriebenen Gaststätte, nur noch Hotels Garni) waren ein guter Lohn für die Aufstiegsmühen. Ein kleiner Wermutstropfen war die Tatsache, dass wegen eines Workshops im 2. Gastraum nicht alle Teilnehmer gleichzeitig im Restaurant Platz fanden. Deshalb fehlen auch 9 Teilnehmer auf dem Gruppenfoto.
Nach dem Aufenthalt im Bereich „Belvedere“, den zahlreiche Teilnehmer nicht kannten, ging es gemütlich nach Labska Stran, wo uns der bestellte Bus abholte und nach Decin brachte. Dort blieb noch Zeit für einen kleinen Stadtbummel und Besuch eines Kaffees
Dann fuhren wir pünktlich ab 16.41 Uhr von Decin mit der U 28 zurück und kamen 17.39 Uhr in Sebnitz und kurz darauf in Dolni Poustevna an.
Mit der Gemeinsamkeit von Fahrt, Wandern, Essen und Unterhaltung, zahlreichen Erklärungen zu einzelnen Stationen und historischen Ereignissen, noch dazu bei schönem Wetter, wurde das Ziel der Exkursion mit zufriedenen Teilnehmern erreicht.
Rainer Böhme
Sebnitz 8.4.25
Neben der Standard-Werbung – Flyer, Plakate, Veröffentlichung im „Grenzblatt“ und im „Poustevnik“ legten wir diesmal auch größeren Wert auf die Ansprache unserer „Stammgäste“ sowie darauf, dass diese weitere Personen ansprechen. Außerdem wollten wir vermeiden, dass wegen bereits angemeldeter Personen anderen abgesagt wird und dann Angemeldete nicht erscheinen. Wir hatten auf 50 – 55 Teilnehmer orientiert. Da wir aber nicht auf eine Buskapazität Rücksicht nehmen mussten, sondern nur auf die Kapazität der Gaststätte, ließen wir uns schließlich doch auf einige Teilnehmer mehr ein und ermöglichten auch einigen bereits abgesagten Personen (Anmeldungen über Euroregion Dresden) noch die Teilnahme. Am Bahnhof Sebnitz erlebten wir dann eine absolute Überraschung: Es kamen noch weitere Personen, die angaben, sich angemeldet zu haben, so dass schließlich 70 Erwachsene und 4 Kinder die Reise antraten. Erfreulicherweise waren darunter zahlreiche Personen, die erstmalig an Veranstaltungen unseres Vereins und speziell einer Exkursion im Rahmen des Projektes „Unsere Nachbarn – Land und Leute“ teilnahmen. Durch ein sofortiges Telefonat mit der „Schlossschänke Weesenstein“ sicherten wir ab, dass das Essen auch für alle Teilnehmer reichen würde.
Erneut nutzten wir die günstige Möglichkeit, ab 10.12 Uhr bzw. 10.18 Uhr mit dem Zug (U 28) zu reisen. Nach Umstiegen in Bad Schandau und Heidenau landeten wir pünktlich auf dem Bahnhof in Weesenstein, wo wir die ersten Gruppenfotos machten.
Schon auf dem Weg zum Schloss bzw. zur Gaststätte wurden von den Teilnehmern, die zum überwiegenden Teil erstmalig in Weesenstein waren, erste Fotos vom Schloss „geschossen“. Auf dem Weg machten wir Halt an der kleinen Ausstellung zum Hochwasser von 2002 und erläuterten, wie schwer dieses Ereignis den kleinen Ort getroffen hatte.
In der Schlossschänke fanden wir das vereinbarte Buffet bereits vor und es konnte unkompliziert, reichlich und gut gegessen werden. Natürlich bildet sich bei 70 Personen doch eine Schlange vor dem Buffet, was aber alle mit Humor und Gelassenheit nahmen.
Da wir mehr Personen als angekündigt waren, gab es dann bzgl. der Führung durch das Schloss doch einige Diskussionen an der Rezeption, die aber schließlich zur Zufriedenheit aller beendet wurden.
In zwei Gruppen mit zwei Führern ging es dann durch das Gewirr von Treppen und Zimmern (ca. 200, die wir natürlich nicht alle besichtigen konnten). Selbst die, die das Schloss bereits früher besucht hatten, waren erneut beeindruckt von der Vielfalt der Exponate, der historischen wie modernen Darstellung und damit der Fülle der Eindrücke.
Nach der Führung besuchten die meisten den Schlosspark oder weitere Räume des Schlosses. Da noch Zeit blieb, wanderten die einen noch auf den Berg gegenüber dem Schloss und andere gönnten sich Kaffee oder Eis in einer der drei Einkehrmöglichkeiten.
So verließen wir den Ort mit einer Vielzahl von Eindrücken. Leider hatte der Zug 5 Minuten Verspätung und wir verpassten in Heidenau die S-Bahn nach Bad Schandau. Da wir dort ohnehin noch längeren Aufenthalt gehabt hätten, entschlossen wir uns zu Bewegung, wanderten langsam über die noch unlängst gesperrte Brücke und liefen zum Bahnhof Rathmannsdorf. Hier wurde noch darauf hingewiesen, dass dieser Ortsteil früher Wendisch-Fähre hieß (stand bis zur Renovierung noch am Bahnhof Rathmannsdorf), was auf die frühere Besiedlung mit Slawischen Einwohnern hinwies (Sorben – Wenden).
Erneut kann man davon ausgehen, dass das Ziel des Projektes, Begegnungen, Gespräche und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen durch Grenzen getrennter Nachbarstädte zu fördern, voll erreicht wurde. Auch die erstmaligen Teilnehmer fanden sofort Kontakte.
Rainer Böhme
Sebnitz 6.5.25
Wir haben die Erfolg bringenden Formen der Werbung beibehalten und hatten vor allem durch einen „Stammgast“ weiteren Zulauf, da dieser dank seiner Tätigkeit als Wanderleiter in Neustadt dort unser Projekt bekannt gemacht hat und weitere Teilnehmer gewinnen konnte. Da Wandern ja ein Mindestmaß an körperlicher Fitness verlangt, sind einige Personen fern geblieben, die sich zwar Stadtführungen mit eher kürzeren Wegen zutrauen aber nicht größere Wanderungen. Trotzdem konnten wir 26 Teilnehmer aus Sebnitz begrüßen, von denen 4 allerdings erst am Startplatz zu uns stießen. Eine Person sogar erst am Ziel. Und zwar handelt es sich um die immer von uns bzw. vom tschechischen Partnerverein abgeholte Käthe Häntzschel. Mit ihren 104 Jahren hat sie doch tatsächlich die 5 km-Strecke absolviert.
Die tschechischen Teilnehmer unseres Projektes stießen zwar am Startplatz in Dolni Poustevna zu uns, verloren sich allerdings wie auch die Teilnehmer aus Sebnitz auf den unterschiedlichen Streckenabschnitten und durch unterschiedliches Wandertempo. Dadurch war es auch am Ziel nicht mehr möglich, sie auf ein gemeinsames Gruppenfoto zu bekommen.
Traditionell waren von den Organisatoren verschiedene Streckenlängen für die Wanderer bzw. Radfahrer ausgeschrieben und markiert worden. Die Teilnehmer unseres Projektes liefen mindestens die 5 km, die Mehrzahl hatte 9 km gewählt und einige besonders Aktive die 15 km.
Während die 5 km-Route den neu geschaffenen Radweg in Dolni Poustevna entlang des Vilemovky potok nutzte, verlief die 9-km-Trasse auf der anderen Seite dieses Baches durch den Sebnitzer Wald. Mit dem Wolfsstein wurde ein geologisch interessanter Punkt passiert. Anschließend die Eisenbahntrasse Dolni Poustevna – Rumburk kurz vor dem Bahnhof Mikulasovice sowie die Kirche in Vilemov.
Wie es dem Anliegen unseres Projektes entspricht, kam es zu vielen Gesprächen zwischen den Teilnehmern unterschiedlicher Herkunft. Dabei ging es neben Tagesproblemen auch sehr oft um die Geschichte von Land und Leuten, speziell dieser Gegend und speziell um die Zeit nach Ende des 2. Weltkrieges mit den Wirren der Vertreibung der sogenannten Sudetendeutschen.
Am Ziel warteten die Auswerter, die die Streckendokumente entgegen nahmen und Urkunden wie Anhänger überreichten.
Natürlich war auch reichlich für das leibliche Wohl gesorgt und unsere Teilnehmer konnten ihre Essenbons einlösen.
Begegnungen und Gespräche fanden bei dieser Wanderung mit weitaus mehr Menschen, also über den Kreis unserer Projektteilnehmer hinaus statt. Was natürlich positiv zu sehen ist und die Bekanntheit der organisierenden Vereine einerseits und unserer Projekte andererseits erhöht
Für die nächsten Exkursionen gibt es erneut bereits Anmeldungen.
Rainer Böhme
Sebnitz, 19.05.25
Da wir im Vorfeld bereits ein großes Interesse auch für diese Exkursion festgestellt hatten, wurde kurzerhand der Entschluss gefasst, diese Reise im Gegensatz zur ersten Planung nicht mit dem Bus, sondern auch mit dem Zug anzutreten. Da allerdings trotz guter Verbindung (je 2 x Umsteigen, aber mit sofortigem Anschluss) knapp 2 h Fahrt benötigt wurden, entschlossen wir uns, bereits den frühen Zug, 8.12 Uhr ab D. Poustevna und 8.18 Uhr ab Sebnitz zu nehmen. Um Zeit beim Ausfüllen der Teilnehmerliste zu sparen, trugen wir z. T. bereits die Namen der Angemeldeten ein, damit sie nur noch unterschreiben mussten. Das hat sich jedoch nicht bewährt, da einige Personen wegen der Hitze oder aus anderen Gründen nicht teilnehmen konnten.
Mit 54 Teilnehmern war die Exkursion dennoch gut besucht.
Die Zugfahrt verlief trotz zweimaliger Umstiege sehr ruhig, vor allem sehr pünktlich. Die Fahrt durch das romantische Elbtal mit seinen von Laubwäldern begrenzten Bergen des Böhmischen Mittelgebirges ist sehr angenehm. Nach der Ankunft in Litomerice waren alle Teilnehmer von den farbenfrohen Gotik-, Renaissance- und Barockbauten auf dem Weg zum und rund um den historischen Marktplatz sehr angetan. Der Stadtführer gab sehr gut Auskunft zur Geschichte, wie der Architektur der Stadt. Neu war für alle, dass die Stadt nach der Besetzung durch die Hussiten vom katholischen Glauben zu dem der Reformierten und nach dem Sieg des katholischen kaiserlichen Heeres im 30jährigen Krieg wieder zurück zum Katholizismus gewechselt war. In beiden Fällen konnte dadurch die Zerstörung der Stadt verhindert werden.
Nach den grundlegenden Ausführungen des Stadtführers trennten sich die Teilnehmer in zwei Gruppen und besuchten getrennt den Domhügel und weitere interessante Straßen und Plätze der Stadt.
Zum Essen fanden wir uns entsprechend unserer Bestellung im Restaurant „Dobra Basta“ ein. Bedauerlicherweise zogen sich Essen und Bezahlung so lange hin, dass Zeit verloren ging, die wir eigentlich noch für die weitere Besichtigung der Stadt nutzen wollten.
Durch alle Teilnehmer wurde die Exkursion als sehr lohnenswert bezeichnet. Und erneut wurde erklärt, dass es schön und angenehm wäre, mit fremden Personen ins Gespräch zu kommen und Gedanken austauschen zu können.
Mit Spannung und Erwartung wird bereits der Exkursion zur Burgruine Bezdez und zum Machasee entgegengesehen. Geburts- und Wohnhaus des Dichters haben wir ja in Litomerice gesehen.
Rainer Böhme
Sebnitz, den 16.06.25
Für diese Exkursion musste erfahrungsgemäß das Interesse speziell geweckt werden. Schließlich ging es nicht an einen bekannten Ort oder ein bekanntes Ausflugsziel, sondern zu einem speziellen Kulturereignis, zu Begegnung mit asiatischen Menschen und ihrer Kultur.
Die nach wie vor enorme Hitze in den Vortagen und der ungünstige Zeitpunkt (in Sebnitz fanden die Sommer-Kulturtage mit ihrem Höhepunkt genau am gleichen Tag statt) ließen eine geringere Teilnehmerzahl erwarten, zumal von den tschechischen „Stammgästen“ einige nicht so Kulturbegeisterte abgesagt hatten. Mit 36 Mitreisenden wurden unsere Erwartungen allerdings sogar übertroffen.
Nach der kurzen Zugfahrt verhinderte lediglich eine Oldtimer-Kolonne den ebenfalls kurzen Anmarsch. Kurze Zeit später, es war genau um die Mittagszeit, konnte aber niemand mehr die Teilnehmer hindern, sich an den verschiedenen Ständen das vor allem kulinarische Angebot an asiatischer Speisen und Getränken anzusehen und auch gleich auszuprobieren. Obwohl die Hitze allen große Probleme bereitete, waren alle Teilnehmer von den Vorführungen der Künstler u. a. von den Philippinen, aus dem Iran, aus Syrien oder Kasachstan angetan. Für diejenigen, die erstmals am Fest teilnahmen, war nicht nur das Ambiente und die Anlage mit den tibetischen Yaks, sondern die gesamte Atmosphäre mit den asiatischen Künstlern (die allerdings zum großen Teil in Deutschland oder Tschechien leben) sowie das freundschaftliche Verhältnis aller untereinander erstaunlich und wurde als beispielhaft für das Miteinander unterschiedlicher Kulturen benannt.
Rainer Böhme
Sebnitz, den 05.07.25
Mit dieser Exkursion müssen wir ein ganz allgemeines Interesse getroffen haben, denn die Anfragen waren so groß, dass wir zahlreichen
Interessenten absagen mussten. Dann war es allerdings wieder so, dass im letzten Moment Angemeldete Probleme hatten (oder vorgaben), so dass zum Schluss doch noch 5 Plätze im Bus frei blieben und wir genau 50 Teilnehmer zählten. Da wir von den Absagen aber erst bei Fahrtantritt erfuhren, konnte man auch keinen Kurzentschlossenen mehr Bescheid geben. Neu ist allerdings, dass sich Teilnehmer auch schon für die nächsten bis zur letzten Exkursion anmelden.
Die Befürchtung, dass uns das Wetter die Exkursion verderben könnte, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Wie immer holten wir auf der tschechischen Seite weitere Gäste von ihren Wohnorten ab (Mikulašovice, Rumburk). Dadurch und durch verschiedene Baustellen verzögerte sich die Ankunft im Ort Bezděz. Wir konnten mit dem Bus allerdings ziemlich weit innerhalb des Ortes hoch fahren, was den Aufstieg immerhin etwas verkürzte. Einige gehbehinderte Mitreisende blieben im Ort, wo es neuerdings neben großen Parkplätzen am Ortseingang auch zahlreiche Gaststätten gibt, in denen auch unsere Wartenden Platz fanden. Die große Anzahl der zur Burg strömenden Besucher hat offensichtlich auch damit zu tun, dass diesem touristischen Highlight von Seiten der Kommunalpolitik oder dem Tourismusbereich mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung beigemessen wird. Bemerkenswert und nützlich sind z. B. einige kostenlose ToiToi-WCs, am Wanderweg, was mir so noch an keiner anderen Stelle aufgefallen ist. Der Aufstieg, obwohl nur ca. 1 km lang, ist durchaus anstrengend zu nennen, wie der Abstieg leicht gefährlich. Das kommt durch die schon bei Trockenheit recht glatten Steine auf dem Fußweg. Hätte es wie am Tag später leicht oder gar stark geregnet, hätte man noch langsamer und vorsichtiger die Trasse nutzen müssen.
Wir hatten aber sowohl mit dem Wetter wie auch mit dem „Tagesangebot“ Glück. Eine Gruppe junger „Ritter“ bereitete sich auf Schaukämpfe vor, eine „Rittersfrau“ erklärte bei einem Rundgang die Geschichte der Burg. Leider nur auf Tschechisch und wir hatten zudem nicht die Zeit, den Rundgang mit unseren Dolmetschern zu verfolgen.
Die meisten der deutschen Mitreisenden und auch zahlreiche tschechische waren das erste Mal auf Burg Bezděz und begeistert von der Burg, den einzelnen Räumen, Höfen und Türmen. Obwohl es im Gegensatz zu anderen Schlössern und Burgen kaum Mobiliar oder anderes Inventar zu sehen gab. Es war vor allem die Aussicht auf die Umgebung die die Besonderheit des Bezděz ausmacht.
Das Essen im „Grand Hotel“ Doksy war von uns wie dem Hotel als Büfett gut vorbereitet und wohlschmeckend. Durch den vorherigen Umtausch von Euro in Kronen gab es auch bei der Bezahlung keine Probleme.
Da aber auch der Besuch auf der Burg Bezděz länger gedauert hatte, als geplant, schafften wir es nicht mehr, die Anlegestelle für die Schifffahrt in Doksy zu erreichen. Wir entschlossen uns deshalb nach Staré Splavy zu fahren (dort ist der See einfacher zu erreichen als in Doksy) und wollten ca. 1 Stunde lang in der Nähe der Staumauer Kaffeetrinken und dabei den Máchasee bewundern. Als die ersten Mitreisenden schon ihren Kaffee bestellt hatten, tauchte plötzlich an der Anlegestelle von Staré Splavy das Schiff auf, welches die Seerundfahrt absolviert. Also kam die Hälfte der Mitreisenden doch noch zu seiner Seerundfahrt. Ein wenig zum Bedauern der an Land verbliebenen. Da die Rundfahrt bei schönstem Sonnenschein mit dem Bezděz im Hintergrund nur knapp eine Stunde dauerte, wurde zumindest dieses Zeitlimit eingehalten. Letztlich schwärmten die „Seefahrer“ wie die Kaffeetrinker von der Schönheit der Natur im Bereich des Máchasees.
Bei der Rückfahrt nahmen wir die Strecke durch unendlich erscheinende Kiefernwälder in Richtung Mimoň, ich erklärte einiges zum ehemals gesperrten Militärgelände in Ralsko und wir fuhren über Zákupy, Svojkov mit der schönen Aussicht auf das Böhmische Mittelgebirge und Sloup v. C. – hier wurde auf die Felsenburg und den neuen Aussichtsturm hingewiesen – über Nový Bor und Rumburk nach Dolní Poustevna zurück.
Da nicht nur das Wetter hervorragend war, sondern auch alle Programmpunkte absolviert wurden, äußerten sich alle Teilnehmer sehr zufrieden. Was wiederum zum Versprechen bzw. dem oben genannten Wunsch führte, auch an künftigen Exkursionen teilnehmen zu wollen und darüber hinaus, sich auch für andere Aktionen bzw. Veranstaltungen des Vereins zu interessieren.
Rainer Böhme
Sebnitz, den 28.07.2025
Auch bezüglich der Exkursion nach Meißen war das Interesse sehr groß. Obwohl es wegen der Fahrt mit dem Zug eigentlich keine Kapazitätsgrenzen gab, mussten wir zum Schluss die offensive Werbung einstellen. Zunächst hatten wir für das Mittagessen im Meißner „Ratskeller“ 50 Personen angemeldet, konnten das aber ohne Probleme auf 60 Personen erhöhen und waren dann schließlich 63 Teilnehmer.
Wie immer ist schon die Fahrt mit dem Zug ein erster Erlebnisbereich. Die Teilnehmer aus Dolní Poustevna treffen erneut auf die aus Sebnitz, es gibt Begrüßungen und Gespräche schon während der Fahrt. Es gibt in der Sächsischen Schweiz, in Dresden und bei den Weinbergen bei Radebeul immer Interessantes zu sehen. Auch die Verbindung klappte sehr gut.
In Meißen war von der Belegschaft des „Ratskellers“ auf Grund der mehrfachen Absprachen alles gut vorbereitet und wir verließen sehr zufrieden das Restaurant.
Auch die Stadtführung mit den beiden Führern war sehr informativ und interessant. Wir mussten uns in zwei Gruppen teilen, wobei die Gruppe mit 26 tschechischen und 6 ukrainischen Teilnehmern sowohl eine tschechische als auch eine russische Übersetzerin unter den Teilnehmern hatte und deshalb sehr gut informiert wurden. Nebenbei gab es noch ein großes Lob der Ukrainer für ihre russische Übersetzerin, was man schon als Beitrag zur Verständigung betrachten kann. Da die Führung direkt auf der Albrechtsburg mit dem Dom endete, entschieden wir uns, dass wir erst 2 h später als geplant nach Hause fahren. Dadurch blieben noch fast 2 Stunden zum individuellen Bummel mit Kaffeetrinken.
Ein Problem gab es, als wir uns zur Rückfahrt auf dem Bahnhof einfanden – ein Teilnehmer war nicht erschienen. Es handelte sich um einen Sebnitzer, von dem den meisten bekannt war, dass er bereits Probleme mit seinem Erinnerungsvermögen hat. Da er bis zur Einfahrt der S-Bahn nicht erschien, entschieden wir uns, dass 2 Personen in Meißen verbleiben und nach ihm suchen. Diese bezogen die örtliche Polizei ein und so wurde unser Vermisster an der Elbe gefunden und alle drei erreichten mit dem letzten Zug gegen 22.00 Uhr ihre Heimatstadt Sebnitz.
In diesem Zusammenhang muss noch einmal erklärt werden, dass sich das Teilnehmerfeld unsere Exkursionen nicht nur aus Personen mit unterschiedlicher nationaler Herkunft, sondern auch mit unterschiedlichem sozialen Standard zusammensetzt. Deutlich wurde das dadurch, dass mich 4 Teilnehmer ansprachen, ob der Teilnehmerbeitrag gestundet werden könnte bzw. ob ich ihnen nicht 10 oder 20 € bis zu einem bestimmen Tag borgen könnte. Das ist kein Einzelfall, sondern wiederholt sich gelegentlich. Natürlich sind wir interessiert, dass gerade einkommensschwächere Personen auch an unseren Veranstaltungen teilnehmen können.
Da vom Wetter angefangen, über die Fahrt, das Mittagessen, die Stadtführung bis zur Attraktivität des Ziels alles bestens gelungen war, war auch die Resonanz der Teilnehmer entsprechend positiv.
Rainer Böhme
Sebnitz, den 13.08.25
Mit jeder weiteren Exkursion wächst das Interesse unter den „Stammgästen“. Da bei Größe einer so gewachsenen Gruppe aber immer mal jemand verhindert ist, gelingt es auch neuen Interessenten, sich noch einen Platz für die Exkursion zu sichern. Als Verein sind wir ja sehr an neuen Teilnehmern interessiert, da wir uns immer erhoffen, dass die eine oder andere Person über die Exkursionen hinaus Interesse an der Arbeit in unserem Verein findet.
Wieder einmal bestätigte sich, dass es besser ist, ein, zwei Personen mehr auf der Anmeldeliste zu haben, weil bei so einer großen Gruppe immer wieder jemand ausfallen kann. So war es eben auch bei dieser Reise. Statt der angemeldeten 57 Personen waren es schließlich 52 Teilnehmer.
Bei der Planung hatten wir überlegt, ob wir von unserem Startbereich (Sebnitz/Dolni Poustevna) direkt mit einem Sonderbus nach Tysa fahren, oder wie zumeist mit dem Zug, in dem Falle bis Decin und dann mit einem extra gemieteten Bus bis nach Tysa. Letztlich entschieden wir uns aus ökologischen wie preislichen Gründen für die Zug-Bus-Variante.
Was wir nicht wussten – die Bahn setzte wegen Bauarbeiten ab Rathmannsdorf Schienenersatzverkehr bis nach Decin ein. Was ja gut zu verkraften gewesen wäre, wenn die DB zwei Busse eingesetzt hätte. Vielleicht stand kein weiterer Bus zur Verfügung oder kein Fahrer – es kam, wie es bei der Situation – Wochenende mit perfektem Reisewetter – zu erwarten war – von den aus Richtung Dresden mit der S-Bahn gekommenen Reisenden standen nach Abfahrt unseres Busses noch zahlreiche traurige Touristen an der Elbbrücke. Unsere Gruppe saß zwar geschlossen im Bus, aber fremdes Leid macht nicht glücklich.
Glücklich waren wir dann, als nach wenigen Minuten des Wartens am Deciner Hauptbahnhof unser Sonderbus kam und uns planmäßig nach Tysa zum Gasthof „Laura“ brachte.
Die sicher wegen unserer Anmeldung aufgestockte, sehr freundliche Belegschaft des einfachen Dorfgasthofs erwartete uns schon. Essen und Trinken machte alle zufrieden und satt und ging zügig vonstatten. Da hatten wir z. B. im Vorjahr in Bautzen ganz andere Erfahrungen mit Wartezeiten gemacht.
Eine kleine Diskussion gab es allerdings doch: 2, 3 Teilnehmer fanden, es hätte doch zum Schnitzel oder zum Gulasch auch etwas Kraut geben können. Also entspann sich eine kurze Diskussion über unterschiedliche Essgewohnheiten und Traditionen, was ja auch etwas für sich hat.
Dann ging es endlich in die Felsen. Sowohl beim Gang über den Gipfelweg mit seinem herrlichen Ausblick auf das Osterzgebirge und das Böhmische Mittelgebirge wie beim Durchwandern der bizarren und einmaligen Felsensäulen und Felsformationen musste, ausgehend von den Äußerungen der Teilnehmer, allen offensichtlich die Glückshormone die Körper durchströmt haben. Das galt sowohl für die, die erstmalig diese Wunder der Natur sahen, ebenso aber auch für die, die erneut und zum wiederholten Male ins Staunen und Schwärmen gerieten.
Bei der Rückfahrt wiederholte sich zwar das Gedränge beim Schienenersatzverkehr, aber das störte schon niemanden mehr.
Als Fazit kann nur wiederholt werden, was schon die letzte Exkursion betraf: Vom Wetter angefangen (als die Teilnehmer zu Hause angekommen waren, gab es doch tatsächlich einen so starken Gewitterguss, den niemand unterwegs hätte erleben wollen), also, vom Wetter über die Fahrt, das Mittagessen, bis zur Attraktivität des Ziels – alles bestens gelungen! Und dabei wieder Neues kennengelernt, eben Land und Natur wie Leute betreffend.
Rainer Böhme
Sebnitz, den 22.09.25
Wie schon nach der vorherigen Exkursion erklärt, wächst mit jeder weiteren das Interesse, informieren die regelmäßigen Teilnehmer immer neue Interessenten. Ohne größere und zusätzliche Werbung war die Nachfrage außerordentlich groß. So war geplant, neben dem Bus noch einen großen PKW mit zum Einsatz zu bringen, um die Personen mitzunehmen, die sich noch gemeldet hatten, als der Bus eigentlich schon ausgebucht war.
Aber es kam wie bisher leider immer – es fielen mehrere Personen kurzfristig aus, so dass der Bus mit seinen 58 Plätzen absolut besetzt war, aber kein zusätzlicher PKW benötigt wurde.
Der Einsatz des tschechischen Reisebusses ab 9.30 Uhr führte dazu, dass wir in Jonsdorf angekommen genügend Zeit hatten, mit dem größten Teil der Mitreisenden den Nonnenfelsen zu besteigen. Von den anderen mitgerissen, stiegen auch ältere Personen mit auf den Berg, die sonst eher nicht an Wanderungen in die Felsenwelt interessiert sind.
Im sehr gut hergerichteten Romantik Hotel „Zum Lindengarten“ hatten wir eine gemütliche Einkehr gefunden. Neben dem vorher wie immer bestellten und abgesprochenen Essen, alle waren damit zufrieden, kam es ebenfalls wie immer zu anregenden Gesprächen.
Da wir die Abfahrt der geplanten Kleinbahn nicht geschafft hatten und uns die nächste zu spät gewesen wäre, planten wir um und machten noch eine vorher nicht geplante Rundfahrt mit einem Halt im Luftkurort Lückendorf. So schön wie vom sogenannten Aussichtspunkt „Sudetenblick“ die weite böhmische Landschaft betrachtet werden konnte, so traurig machte der Anblick des geschlossenen Hotels „Hochwaldblick“, dessen einst stolze Anlage mehr und mehr von wildwachsenden Bäumen und Sträuchern erobert wird.
Den nächsten Halt machten wir bei den Kelchfelsen, die mit ihrem roten Sandstein ebenfalls einmalig sein dürften.
Und dann waren wir auch schon in Oybin. Immer noch machte sich weit über die Hälfte der Exkursionsteilnehmer auf den Weg zum Gipfel des gleichnamigen Burgberges. Einige wenige spazierten durch den Ort, sahen sich Bahnhof und Kleinbahn an und fanden immerhin neben doch recht zahlreichen kleineren Geschäften im Cafe Balzer Platz, um bei Kaffee und Kuchen das Gesehene zu bereden. Das immerhin als „Wiener Cafe Meier“ vorgefundene große Objekt hatte trotz Herbstferien „vorrübergehend geschlossen“.
Ein großer Teil der deutschen wie der tschechischen Gäste gab an, dass sie erstmalig im Zittauer Gebirge waren und viel Neues kennengelernt hatten.
Die Rückfahrt mit zufriedenen aber doch recht ermüdeten Gästen verlief problemlos. Letzter Wunsch nach der letzten Exkursion: es möge doch im Jahr 2026 mit so interessanten Exkursionen und diesen national gemischten Teilnehmern weitergehen.
Rainer Böhme
Sebnitz, den 13.10.25
Das Projekt "Unsere Nachbarn - Land und Leute" mit der Projektnummer EEL-0467-DE-25-02-2025 wird aus dem Kleinprojektefonds in der Euroregion Elbe/Labe finanziell unterstützt. Die zugesagte Fördersumme beträgt 20.000 EUR.
Lead Partner im Projekt ist die Kommunalgemeinschaft Euroregion Oberes Elbtal/Osterzgebirge e.V.
Projektpartner sind der Klub českých turistů Dolní Poustevna, z.s. sowie Buntes Sebnitz e.V. - Verein zur Förderung von Kultur, Bildung und Begegnung.
Das Projekt wird im Rahmen des Projektservice der Euroregion Elbe/Labe unterstützt.