Euroregion Elbe/Labe

Erforschung der geteilten Städten an der sächsisch-tschechischen Grenze (REDITOW)

Projektnummer:

EEL-0257-CZ-16.08.2018

Lead Partner:

Univerzita J. E. Purkyně v Ústí nad Labem
Pasteurova 3544/1, 40096 Ústí nad Labem
http://www.ujep.cz

Projektpartner:

Technische Universität Chemnitz
Straße der Nationen 62, 09111 Chemnitz
http://www.tu-chemnitz.de

Zeitraum:

01.10.18 - 30.09.19

Fördermittel:

Euro

Inhalt

Im Rahmen der europäischen Integration kommt dem Zusammenwachsen von Grenzregionen eine besondere Bedeutung zu. Dabei spielen grenzüberschreitende Gemeinden bzw. Doppelstädte eine besondere Rolle, denn hier können konkrete grenzüberschreitende Kooperationen im Kontext der kommunalen Selbstverwaltung organisiert werden. Damit stellen sie gleichsam einen Indikator für die generelle Qualität der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit dar.
Das beantragte Spiegelprojekt (mit TU Chemnitz, beantragt bei der Euroregion Erzgebirge, Entscheidungstreffen bei dem Lenkungsauschuss am 12.09.2018) hat zum Ziel, die grenzüberschreitende Kooperationsbeziehungen im sächsisch-tschechischen Grenzraum am konkreten Beispiel sog. Doppelstädte zu untersuchen, d.h. Siedlungen, die baulich verbunden sind, die aber durch die Landesgrenze getrennt werden. Die Grenzsiedlungen im sächsisch-tschechische Grenzraum sind sowohl aus sächsischer wie auch aus tschechischer Sicht von einer starken Peripheralität geprägt, sowohl durch ihre Lage im ländlichen Mittelgebirgsraum als auch durch ihre randliche Lage innerhalb des Staates. Gleichzeitig sind sie jedoch Schnittstellen der nationalen Beziehungen beider Staaten, woraus sich besondere Potenziale ergeben können. Allerdings können unterschiedliche Verwaltungsstrukturen, Alltagsroutinen, Mentalitäten und Sprachbarrieren die Zusammenarbeit erschweren. Ziel des Projekts ist es, die Strukturen, Potenziale und Schwierigkeiten grenzüberschreitender Kooperation am konkreten Beispiel von Grenzsiedlungen herauszuarbeiten. Geplant sind die empirische Untersuchung der Ortschaften (Vejprty / Bärenstein und Dolní Poustevna / Sebnitz). In jeweils mehrtägigen Geländeaufenthalten sollen Begehungen durchgeführt werden, Befragungen der Bewohner sowie Expertengespräche mit lokalen Akteuren wie Bürgermeister, Schulen, Firmen, durchgeführt werden.

Ergebnisse, Mehrwert, Nachhaltigkeit

Die empirischen Erhebungen in den Ortschaften Vejprty / Bärenstein und Dolní Poustevna / Sebnitz werden durch die Dozenten und Studierenden vergleichend ausgewertet. Ausgehend von den konzeptionellen Vorüberlegungen werden folgende Faktoren berücksichtigt: 1) Lagefaktoren und Siedlungsgeschichte, 2) strukturelle, personelle und mentale Rahmenbedingungen, die Kooperationen fördern oder hemmen; sowie 3) Einstellungen und Erfahrungen der Bewohner und Experten hinsichtlich grenzüberschreitender Kooperation. Durch die vergleichende Analyse sollen Erfolgsfaktoren, Schwierigkeiten und zukünftige Entwicklungspotenziale der grenzüberschreitenden Kooperation herausgearbeitet werden. Diese werden in Vor-Ort-Präsentationen den lokalen Akteuren im Sinne einer responsiven Evaluierung vorgestellt und diskutiert. Damit ist die Validität der Analyse gewährleistet, zugleich werden die lokalen Akteure zur gemeinsamen Ergebnisreflexion angeregt, so dass sie das Projekt eine nachhaltige Wirkung entfalten kann. Die Ergebnisse werden in Form eines zweisprachigen Projektberichts festgehalten und online in der Reihe „Chemnitzer Beiträge zur Humangeographie online“ veröffentlicht, so dass sie den interessierten Akteuren kostenfrei zur Verfügung stehen. Alle Veröffentlichungen werden on-line zur Verfügung, gedruckte Versionen haben wir nicht vor. Zudem wird eine wissenschaftliche Publikation vorbereitet, in der die vorgefundenen Ergebnisse mit Erkenntnissen der Grenzraumforschung aus anderen Grenzregionen in Beziehung gesetzt werden. Die beteiligten Studierenden gewinnen durch die gemeinsame Arbeit in binationalen Teams und durch die konkrete empirische Erfahrung vor Ort einen vertiefenden Einblick in die Potenziale der grenzüberschreitenden Kooperation und die interkulturelle Verständigung als eine ihrer wichtigsten Voraussetzungen. Damit ist eine nachhaltige Wirkung auf Seiten aller beteiligten Akteure gewährleistet. Durch die Identifikation von gemeinsamen zukünftigen Handlungsfeldern der grenzüberschreitenden Kooperation wird zudem Mehrwert generiert, der über die Projektziele hinausreicht.

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