Euroregion Elbe/Labe

RICHARD WAGNER SPIELE 2017

Projektnummer:

EEL-0207-SN-10.03.2017

Spiegelprojekt:

EEL-0217-CZ-13.03.2017 - RICHARD WAGNER SPIELE 2017

Lead Partner:

ProGraupa e.V.
Richard-Wagner-Straße 46, 01796 Pirna - Graupa
http://www.richard-wagner-spiele.de

Projektpartner:

Zámek Děčín
Dlouhá jízda 1254, 40501 Děčín 1
http://www.zamek-decin.info/

Zeitraum:

13.03.17 - 30.09.17

Fördermittel:

11.000,00 Euro

Inhalt

Mit vier sehr erfolgreichen Spielzeiten ergänzen seit 2013 die Richard-Wagner-Spiele die Kulturlandschaft Sachsens nachhaltig. Als einziges künstlerisches Projekt in der Region, das sich explizit mit der Romantik beschäftigt, plant es im Sommer 2017 die nunmehr fünfte Saison in Graupa und Děčín mit einer zweisprachigen Aufführungsserie der Inszenierung „Ein Stück vom Himmel oder Wenn ich erst ewig bin“ in spartenübergreifender deutsch-tschechischer Co-Produktion. Dabei wird der Brückenschlag zwischen den Kunstgattungen Musik, Sprechtheater und Malerei vollzogen und das Sujet erweitert – ganz im Sinne der Wagnerschen Gesamtkunstwerksidee. Das Zentrum bildet eine fiktive Begegnung zwischen Richard Wagner und dem ihm künstlerisch ebenbürtigen Maler Caspar David Friedrich. Als denkmalstiftende geistige Weggefährten sächsisch-böhmischer Romantik, auf ihrem Weg erklärte Suchende und zugleich Vollendete ihrer Profession, streiten sie auf der Bühne gemeinsam um den Wert, den Sinn und die Form ihrer Kunst, inspiriert von den sie umgebenden, malerischen Felspanoramen des Elbsandsteingebirges und begleitet von musikalischen Darbietungen der Gegenwart. Im Verlauf ihrer wechselvollen Geschichte vermochte die Region mit Kunstwerken jeder Gattung dem Gedanken an eine ganzheitliche Betrachtung von Mensch und Natur immer wieder Geltung zu verschaffen und das Bild der Region auch international zu prägen, bis heute bewahrt und befördert von einer reichen Gedächtniskultur. Die Richard-Wagner-Stätten sind daher ein überaus geeigneter Ort, um Wagners Schaffen und darüber hinaus bedeutende Aspekte der romantischen Kunst in ihrer zugleich regionalen Verwurzelung und kulturell übergreifenden Bedeutung erfahrbar zu machen. Spielort der Open-Air-Produktion ist der Hof des Jagdschlosses. Schloss Děčín als langjährige Heimat von Friedrichs Gemälde „Tetschener Altar“ stellt einen kulturell ebenbürtigen Ort auf tschechischer Seite dar. Am 1./2./7./8./14. Juli 2017 finden jeweils um 20:00 Uhr die szenisch-musikalischen Aufführungen mit Schauspielern, Sängerin und Kammerorchester statt. Für 2018-2019 sind weitere gemeinsame Inszenierungen in Graupa und Decin geplant.

Ergebnisse, Mehrwert, Nachhaltigkeit

Über die Vermittlung eines fundierten Einstiegs in die Geschichte und Gedankenwelt Sächsisch Böhmischer Romantik hinaus verfolgen die RICHARD WAGNER SPIELE das Ziel, eine breit geführte Auseinandersetzung über das gemeinsame künstlerisch-kulturelle Erbe auf beiden Seiten der Grenze anzuregen: Zuschauer ebenso wie Künstler und Musiker beider Länder können durch gemeinsame Veranstaltungen und Gesprächsforen eine erweiterte Sicht auf ihre Region gewinnen, die nicht allein für Richard Wagner bedeutsam war, sondern auch für zahlreiche weitere Künstler und Intellektuelle bis heute. Von allen Beteiligten wird darum eine feste Etablierung der RICHARD WAGNER SPIELE in der Kulturlandschaft Sachsens und Nordböhmens angestrebt. Die sich seit der Aufführung 2014 entwickelnden künstlerischen und zwischenmenschlichen Kontakte zwischen den deutschen und tschechischen Projektpartnern werden weiterhin gepflegt und ausgebaut. Daraus können sich weitere musikalische Projekte entwickeln und sind zum Teil schon in Planung. In jedem Falle sind wir bestrebt, die RICHARD WAGNER SPIELE auch in den kommenden Jahren auf allen bereits bestehenden Ebenen deutsch-tschechischer Kooperation zu gewährleisten und diese noch zu erweitern: Weitere Gastspiele in Tschechien sind neben Erwägungen der Tourismus-Förderung vor allem über die stattfindende künstlerisch-kulturelle Verständigung für alle Beteiligten ein Gewinn und speziell für das tschechische Publikum etwas ganz Besonderes – bedingt zum einen durch den Charakter der Inszenierung selbst (Verknüpfung von Wagners Biografie mit live dargebotenen Hörbeispielen seiner Opern) und zum anderen durch die derzeit eher geringe Aufführungspraxis bzgl. Wagners Musik, von deren Steigerung und Intensivierung Künstler und Publikum gleichermaßen profitieren. Im Zuge ihrer Zusammenarbeit haben schlussendlich alle am Projekt Beteiligten die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen, dauerhaft zu vernetzen und entstehende Synergien vielfältig kreativ und auf lange Sicht zu nutzen.

Best practice

Die künstlerische Ausgestaltung des Abends gründete sich auf das eigens verfasste Bühnenstück „Ein Stück vom Himmel oder Wenn ich erst ewig bin“ von Johannes Gärtner. Auch in dieser Saison setzte die Produktion auf die erfolgreiche Zusammenarbeit von Profis mit Komparsen/Laien, bereits zum vierten Male unter besonderer Einbindung von Solisten der Nordböhmischen Philharmonie Teplice, welche die kammermusikalische Begleitung des Bühnenstücks übernahmen. Die Orchesterproben in Teplice, Decin und Graupa sowie die Aufführungen wurden von der Übersetzerin und Dolmetscherin Jana Krötzsch begleitet und fanden unter Verwendung der tschechischen, englischen und deutschen Sprache statt. Die Aufführungen in Decin wurden von tschechischen Schauspielern simultan übersetzt. Die künstlerische Zusammenarbeit mit der Nordböhmischen Philharmonie Teplice gestaltete sich erneut zur äußersten Zufriedenheit aller Beteiligten und ist Teil eines umfassenden und auf lange Sicht angelegten beiderseitigen Kooperationsvorhabens mit dem Ziel, gerade auch junge Mitglieder des Orchesters weiter mit der Spiel- und Theaterpraxis Wagnerscher sowie Neuer Musik im Geiste der Romantik vertraut zu machen und den künstlerischen Austausch in der Grenzregion sowie den Tourismus in Hinblick auf eine weitreichende Belebung dieses gemeinsamen Kulturraums voranzutreiben. Eine von regem künstlerischen Austausch geprägte und für beide Seiten fruchtbare Probenarbeit fand unter Leitung von Prof. Christine Hesse (HfM Dresden) und in Anwesenheit des Komponisten Johannes Wulff-Woesten / Semperoper Dresden statt. Schloss Decin beteiligte sich in allen Phasen intensiv inhaltlich und organisatorisch. Die im Projekt vorgesehene Planung für weitere gemeinsame Produktionen und Gastspiele findet derzeit für die kommenden Jahre statt.

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