Derweil in Tschechien... 42/26

Mitarbeiterstreik bei den öffentlich-rechtlichen Medien – Tschechische Eishockey-Mannschaft boykottiert Spiele mit Russland – Erster Schnee in tschechischen Gebirgen

06.11.2026

Mitarbeiterstreik bei den öffentlich-rechtlichen Medien

Am Dienstag streikten fast alle Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Tschechien. Sie reagierten damit auf den Plan der Regierung, den gebührenfinanzierten Rundfunk abzuschaffen und unter eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt zu stellen. Die Mitarbeiter fürchten um ihre Unabhängigkeit und dass eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt zu einer Abhängigkeit und direkten Beeinflussung durch die Regierung führen könnte. Weitere Befürchtungen sind eine schlechtere Finanzierung und damit Entlassung von Mitarbeiter und sich verschlechternde Arbeitsbedingungen.

Während des Streiks war das Programm in Fernsehen und Hörfunk den ganzen Tag eingeschränkt. Aktuell produzierte Programme waren die Ausnahme, es dominierten Wiederholungen. Die Webseiten wurden teilweise nicht mit aktuellen Berichten gefüllt.

Der Streik fand Unterstützung in ganz Tschechien. Es schlossen sich vor allem Studenten an. Aber auch viele Kultureinrichtungen beteiligten sich. Davon waren zum Teil auch die Tschechisch-Deutschen Kulturtage betroffen. Am Dienstag fielen alle geplanten Vorstellungen des Schauspielstudios in Ústí nad Labem aus.

Die Regierung erklärte bereits, sich nicht von ihren Plänen abbringen zu lassen. Premierminister Andrej Babiš kündigte aber an, eine Variante prüfen zu lassen, in der Rundfunkgebühren freiwillig bezahlt werden.

Im parlamentarischen Prozess folgt am 15. Januar die zweite Lesung. 

Tschechischer Eishockey-Verband boykottiert Spiele mit Russland

Tschechiens Eishockey-Nationalmannschaft der Männer hat angekündigt, bei einer Wiederzulassung Russlands zur Weltmeisterschaft keine Spiele gegen Russland spielen zu wollen. „Niemand sollte an unserer Haltung zweifeln. Von Beginn an lehnen wir eine Rückkehr russischer Nationalteams in internationale Wettbewerbe in der aktuellen Situation ab. In dieser Haltung sind wir uns mit den Verbänden Finnlands und Schwedens und weiteren Verbänden einig“, sagte der Generalsekretär des tschechischen Eishockeyverbands Jan Černý. Tschechien ist damit nach Schweden und Finnland die dritte große Eishockeynation, die sich nach dem Urteil der CAS gegen Spiele gegen Russland ausgesprochen hat. Auch Dänemark, Norwegen und Lettland unterstützen diese Haltung. Kanada als eine der erfolgreichsten Eishockey-Nationen denkt ebenfalls über diesen Schritt nach.

Die nächste Eishockeyweltmeisterschaft findet ausgerechnet in Deutschland statt.

Erster Schnee in tschechischen Gebirgen

Praděd (Altvater) (© Witeg)

Der Winter hält Einzug in den Höhenlagen Tschechiens. Im Altvatergebirge, dem Riesengebirge und dem Böhmerwald fiel der erste Schnee. Auf dem mit 1.490 Metern höchsten Berg des Altvatergebirges, dem Praděd (Altvater), meldeten Meteorologen 15 Zentimeter Schneedecke. An der Wiesenbaude im Riesengebirge wurden 12 Zentimeter gemessen, und auf dem höchsten Berg Tschechiens, der Schneekoppe im Riesengebirge, waren es 10 Zentimeter. 

Aufgrund der Kälte ist zu erwarten, dass der Schnee liegen bleibt. Allerdings werden in den nächsten Tagen keine weiteren Niederschläge erwartet.

 


 

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