Euroregion Elbe/Labe

»Musíme si pomáhat« (Wir müssen zusammenhalten) beim Tschechischen Filmmittwoch

03.01.2024 • 20:00 • Zentralkino Dresden

Drama-Komödie über ein Ehepaar, dass im 2. Weltkrieg einen Juden versteckt und sich gleichzeitig mit den Nazis rundherum arrangieren muss

»Musíme si pomáhat« (Wir müssen zusammenhalten)
»Musíme si pomáhat« (Wir müssen zusammenhalten) (© Česká televize)

In einer tschechischen Kleinstadt, 1943: Josef (Bolek Polívka) und Marie Cizek (Anna Šišková), ein kinderloses Ehepaar, bekommen ab und zu Besuch vom Sudetendeutschen Horst (Jaroslav Dušek). Josef war vor der Okkupation sein Vorgesetzter, doch unter den Nazis ist es Horst, der Karriere macht und sich zudem noch in Marie verguckt (kein Wunder, seine Frau ist eine Nazi-Fanatikerin aus Sachsen). Er weiß seine neu gewonnene Bedeutung immer wieder zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Eines Tages taucht der aus dem KZ geflohene Jude David Wiener (Csongor Kassai) auf, Sohn des früheren Arbeitgebers von Josef. Sie verstecken ihn in einer geheimen Kammer und müssen ab da ständig Situationen umschiffen, in denen die Entdeckung droht. Josef arrangiert sich mit den Nazis, um weniger Verdacht zu erregen, und muss dafür die Verachtung seiner Nachbarn in Kauf nehmen. So nimmt er das zuvor immer abgelehnte Angebot ab, Horst bei der Konfiszierung jüdischen und anderen Eigentums zu helfen. Die ständigen Besuche von Horst machen es natürlich auch nicht leichter.

Dieser Film wird im Rahmen der Reihe "Tschechischer Filmmittwoch" gezeigt, wie immer in Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Wenn Sie immer rechtzeitig an den Filmmittwoch erinnert werden und auch weitere Informationen zu tschechischer Kultur in der Euroregion Elbe/Labe erhalten wollen, können Sie sich für unseren Kultur-Newsletter anmelden.

Dieser Film ist ein sehr gutes Beispiel für die häufig anzutreffende Eigenschaft der tschechischen Cinematografie, das große Ganze auf die Schicksale einfacher Leute herunterzubrechen. Regisseur Jan Hřebejk, Drehbuchautor Petr Jarchovský und Kameramann Jan Malíř gelang dies bereits in Bezug auf den Prager Frühling im Film »Pelíšky« von 1999 (der schon beim Filmmittwoch lief), und ein Jahr später hinsichtlich des noch schwierigeren Themas der Nazizeit mit diesem Film. Das dürfte den großen Erfolg beider Filme erklären.

Filme über die grausame Zeit von Holocaust, Krieg und Okkupation sind meist von einer erdrückenden Schwere gekennzeichnet, die kaum vermeidbar scheint. In »Musíme si pomáhat« werden diese großen Themen keinesfalls ausgeblendet, und dennoch bekommt der Film durch den Fokus auf den Charakter und das Verhalten einzelner Menschen und einen versteckten, aber spürbaren Humor eine gewisse Leichtigkeit. Im Gegensatz zu vielen Filmen über jene Zeit verlässt man diesen Film nicht deprimiert. So lustig wie »Pelíšky« ist der Film aber nicht, insofern ist die Einstufung als Drama-Komödie vielleicht ein wenig irreführend.

Bemerkenswert ist auch, wie es – vermutlich vor allem Drehbuchautor Petr Jarchovský – gelang, Figuren zu entwerfen, die sich einer klaren Bewertung hinsichtlich Gut und Böse entziehen und deshalb sehr menschlich erscheinen. Die Cizeks sind keine strahlenden, unfehlbaren Helden, der schleimige und stellenweise eklige Horst ist nicht einfach nur schlecht, und auch die urteilenden Nachbarn haben selbst Dreck am Stecken.

Hinzu kommt, dass auf große Effekthascherei verzichtet wurde. Wäre dies ein Hollywood-Film, so wären die diversen Möglichkeiten zur Erzeugung großer Dramatik, Gefühle und Spannung nicht ungenutzt geblieben. Hier wird aber viel mehr Augenmerk auf die Zeichnung der Figuren in ihrer schwierigen Lage in alltäglichen Situationen gelegt.

CZ 2000, 120 min, OmdtU

Regie: Jan Hřebejk

Darsteller: Bolek Polívka, Csongor Kassai, Jaroslav Dušek, Anna Šišková

Adresse

Zentralkino Dresden
Kraftwerk Mitte 16
01067 Dresden

Kontakt

Tel: +49 351 3107375
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Anreise

Das Zentralkino befindet sich auf dem Gelände des (Kultur-) Kraftwerks Mitte (siehe Geländeplan, Nr. 16). Zugänge gibt es am Wettiner Platz, von der Könneritzstraße und von der Ehrlichstraße.

Vom "Bahnhof Mitte" directions_railway directions_bus sind es rund 350 m, vom "Haltepunkt Freiberger Straße" directions_railway directions_bus rund 500 m Fußweg bis zum Kino. An beiden Stationen halten auch diverse Straßenbahnlinien. Von der Haltestelle "Schweriner Straße" directions_railway directions_bus sind es 400 m.

Der große, kostenpflichtige Parkplatz zum Kraftwerk Mitte befindet sich hinter dem Bahndamm. Die Zufahrt erfolgt von der Löbtauer Straße. Vom Parkplatz gelangt man durch einen Durchgang und über die Könneritzstraße zum Kino.

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