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»Pelíšky« (Kuschelnester) beim Tschechischen Filmmittwoch (OmU)

03.05.2023 • 20:00 • Zentralkino Dresden

Hintergründige Komödie über einen linientreuen Parteisoldaten und einen bürgerlichen Nationalisten als streitende Nachbarn

»Pelíšky« (Kuschelnester) (© Space Films)
© Space Films

Mit sanfter Poesie und humorvoller Übertreibung wird das Leben dreier Generationen von Männern und Frauen in einer besonderen Periode der tschechischen Geschichte im Jahr 1968 erzählt...

Die Familien Šebek und Kraus sind Nachbarn in einer zweistöckigen Villa in Prag. Vater Šebek ist Offizier und treuer Parteisoldat, aber im Grunde ein einfacher, gutmütiger Mann. Er preist die Vorzüge des Kommunismus und die Fortschritte des Ostblocks. So spielen unkaputtbare Plastegläser aus Polen und - leider etwas temperaturempfindliche - Teelöffel aus der DDR eine wichtige Rolle als Beweis für die Überlegenheit des Kommunismus.

Familie Kraus über ihm pflegt einen bürgerlichen Lebensstil, im dem Kunst und Kultur sowie alte Traditionen eine große Rolle spielen. Vater Kraus, ehemaliger Widerstandskämpfer gegen die Nazis und überzeugter Antikommunist, verabscheut nicht nur die politische Haltung seines Nachbarn, sondern schaut auch auf dessen mangelnde Kultur herab. So geraten die beiden, die zudem - auch in ihren Familien - davon überzeugt sind, grundsätzlich Recht zu haben, regelmäßig aneinander.

Ihre Kinder hingegen verstehen sich gut. Michal Šebek ist in seine Nachbarin verliebt, doch die hat ein Auge auf jemand anderen geworfen. Diverse Besuche, Trinkgelage, Weihnachten, ein Todesfall, eine Hochzeit - viele Gelegenheiten, aus denen ein Feuerwerk hintergründigen Humors entsteht. Den erwähnten unzerbrechlichen Plastegläsern von den sozialistischen Brüdern stehen für die Jugend die Attraktionen der kapitalistischen Welt gegenüber. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes setzt letztendlich eine tiefe Zäsur.

Dieser Film wird im Rahmen der Reihe "Tschechischer Filmmittwoch" gezeigt, wie immer in Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Dieser Film ist ein echter Klassiker der tschechischen Cinematografie geworden. Es gibt eine Reihe von Bonmots, die Eingang in den normalen tschechischen Sprachgebrauch gefunden haben. Auch die unkaputtbaren Gläser und die Eierlöffel aus der DDR als Beweis für die Überlegenheit des Kommunismus kennen alle in Tschechien.

Beide Familienväter als Protagonisten verkörpern unterschiedliche gesellschaftliche Vorstellungen, die in Tschechien von 1945 bis 1948 miteinander rangen und durch den Putsch der Kommunisten entschieden wurden. Sie werden beide als Menschen mit vielen Fehlern gezeigt, die dennoch sympathisch sind. Für ihre Frauen und Kinder spielen die politischen Differenzen keine Rolle, was durchaus als Zeichen von Hoffnung gesehen werden kann.

Wie so oft in tschechischen Filmen, stehen hinter dem feinen und klugen - ja, manchmal auch derben - Humor ernste oder gar tragische Facetten. Politik und Gesellschaft wirken auf das Leben der einzelnen Personen zumeist in Einschränkungen oder Nachteilen, wobei die Invasion zur Niederschlagung des Prager Frühlings und die darauf folgende Phase der sog. "Normalisierung" die schlimmsten Einschnitte darstellen.

CZ 1999, 116 min, OmdU

Regie: Jan Hřebejk

Darsteller/innen: Miroslav Donutil, Jiří Kodet, Simona Stašová, Emília Vašáryová, Eva Holubová, Boleslav Polívka, Stella Zázvorková, Jiří Krejčík, Jaroslav Dušek, Michael Beran, Kristýna Nováková

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Adresse

Zentralkino Dresden
Kraftwerk Mitte 16
01067 Dresden

Kontakt

Tel: +49 351 3107375
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Anreise

Das Zentralkino befindet sich auf dem Gelände des (Kultur-) Kraftwerks Mitte (siehe Geländeplan, Nr. 16). Zugänge gibt es am Wettiner Platz, von der Könneritzstraße und von der Ehrlichstraße.

Vom "Bahnhof Mitte" directions_railway directions_bus sind es rund 350 m, vom "Haltepunkt Freiberger Straße" directions_railway directions_bus rund 500 m Fußweg bis zum Kino. An beiden Stationen halten auch diverse Straßenbahnlinien. Von der Haltestelle "Schweriner Straße" directions_railway directions_bus sind es 400 m.

Der große, kostenpflichtige Parkplatz zum Kraftwerk Mitte befindet sich hinter dem Bahndamm. Die Zufahrt erfolgt von der Löbtauer Straße. Vom Parkplatz gelangt man durch einen Durchgang und über die Könneritzstraße zum Kino.

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