»O věcech nadpřirozených« (Von übernatürlichen Dingen) am 4.11. beim Tschechischen Filmmittwoch
26.10.2026
Beim nächsten Tschechischen Filmmittwoch am 4. November haben wir ein Kleinod von 1958 im Programm: »O věcech nadpřirozených« (Von übernatürlichen Dingen). Darin geht es in drei unabhängige Geschichten um den schwierigen Umgang mit unerklärlichen Phänomenen. Die literarische Vorlage stammt von Karel Čapek.
In der ersten Geschichte verhält sich ein kleiner Bankangestellter sehr anständig und erhält dafür einen Heiligenschein, der ihm aber nur Probleme bereitet.
In der zweiten versucht ein sehr eifersüchtiger Ehemann, mit Hilfe eines Wahrsagers seine Frau der Untreue zu überführen. Aufgrund einer Verwechslung wird aber die falsche Ehe analysiert, und alles gerät durcheinander.
Die dritte Geschichte handelt von einem Verkehrsunfall, der einen Toten auf dem Weg zum Friedhof wieder zum Leben erweckt. Auch hier sollte man große Freude erwarten, aber: Dieses Ergebnis wird Sie überraschen!
Es ist ja immer etwas schwierig, gute tschechoslowakische Filme aus den 1950ern zu finden. Dieser hier ist eine Ausnahme. Er steht noch in der Tradition des Filmemachens, bevor die Tschechoslowakische Neue Welle Anfang der 1960er vieles veränderte. Dennoch deutete er bereits eine Veränderung an, indem er sich den seit 1948 üblichen Propagandaelementen verweigerte. Dafür mussten die Geschichten wohl in die vorsozialistische Vergangenheit verlegt werden. Jiří Krejčík, einer der drei Regisseure, war mit ernsten Filmen wie "Probuzení" von 1959 und "Vyšší princip" von 1960, aber auch der absurden Komödie "Svatba jako řemen" von 1967 bereits mehrfach beim Filmmittwoch vertreten.
Mit Oldřich Nový spielt ein – z.B. aus "Kristian" von 1939 – sehr bekannter Schauspieler der vorherigen Jahrzehnte mit, ebenso wie weitere Stars der 1930er Jahre. Mit Vlastimil Brodský erleben wir hingegen einen der danach fleißigsten Schauspieler in noch recht jungen Jahren. So ist der Film in gewisser Weise ein Bindeglied zwischen dem Filmschaffen vor 1948 (oder gar vor 1939) und nach 1960.
Wir haben zwei Vorstellungen angesetzt, um 17.30 und um 20 Uhr. Die zweite ist schon recht voll, für die erste gibt es noch Tickets.