Euroregion Elbe/Labe

Begleitprogramm des Pavel-Koutecký-Filmpreises - grenzüberschreitendes Bildungsprogramm für Studenten und die Aufführung von tschechischen Filmen in Dresden

Projektnummer:

EEL-0397-SN-05.04.2018

Spiegelprojekt:

EEL-0401-CZ-06.04.2018

Lead Partner:

riesa efau. Kultur Forum Dresden
Adlergasse 14, 01067 Dresden
https://riesa-efau.de

Projektpartner:

JURTA, o.p.s. Děčín
Pěší 9, 40502 Děčín 33 - Nebočady
http://www.jurta.cz

Zeitraum:

01.03.18 - 30.09.18

Fördermittel:

10.240,42 Euro

Inhalt

Der Pavel-Koutecký-Filmpreis (PKP) ist das Festival der besten tschechischen und internationalen Dokumentarfilme. In den letzten 11 Jahre hat es sich von einer bilanzierenden Filmschau zu einem Festival mit internationaler Reichweite entwickelt. In diesem Jahr findet der PKP von 16.05.-20.05.2018 in Ústí nad Labem statt. Neu ist die Präsentation der besten deutschen Dokumentarfilme. Die Ziele des PKP sind, der Jugend und einer breiten Öffentlichkeit einen Vergleich zwischen aktuellen Trends in Tschechien, in Deutschland und der Welt zu ermöglichen, neue Zuschauer für den Dokumentarfilm zu gewinnen und somit einen Blick auf die Probleme hinter der Grenze zu werfen.

Weil sich das Festival an ein junges Publikum richtet, ist Filmbildung Teil des Programms. Deshalb haben sich das riesa efau. Kultur Forum Dresden (riesa efau) und Jurta, o.p.s., die sich seit langem mit Filmbildung beschäftigen, entschlossen, ein grenzübergreifendes Filmbildungsprogramm für Pädagogik- und Germanistikstudenten, konkret aus der deutsch-tschechischen Euroregion Elbe/Labe (jeweils 10 Studenten) zu veranstalten. Dieser Pilot-Workshop hat neben der erzieherischen Komponente auch einen grenzübergreifenden Networking-Charakter. Der internationale Rahmen des Festivals ermöglicht es, Persönlichkeiten von überregionaler Bedeutung nach Ústí nad Labem bzw. Dresden zu bringen. Das Programm wird geleitet von Tereza Dvořáková, die sich dem Bereich der Filmerziehung widmet. Der Workshop wird ergänzt durch Vorträge über Filmkritik und Diskussionsleitung. Er steht fünf Germanistikstudenten aus Ústí nad Labem offen. Diese Teilnehmer werden in der darauffolgenden Woche die Filmvorführungen der tschechischen Filme in Dresden begleiten (Filmeinführungen, Gespräche mit Regisseuren).

Das Programm des PKP in Dresden setzt sich zusammen aus tschechischen, deutschen und eventuell internationalen Dokumentarfilmen. Die Vorführungen finden im Dresdner Kino Thalia in der Zeit vom 24. bis 27. Mai statt. Ein Bestandteil des Dresdner Programms werden zwei Musikabende sein. Es ist geplant, diese Zusammenarbeit fortzusetzten.

Ergebnisse, Mehrwert, Nachhaltigkeit

Obwohl Tschechien und Deutschland sich geografisch und kulturell sehr nah sind, kommt es im Dokumentarfilmbereich und der Filmbildung nur sehr selten zu einem Austausch. 2018 wird zum ersten Mal der PKP in der Region Usti und in Dresden stattfinden. Die Aktivitäten der Partnerorganisationen Jurta, o.p.s. und riesa efau werden Teil des Gesamtprogramms des PKP sein. Dieses "Begleitprogramm" wird völlig selbständig organisiert und dies nicht nur organisatorisch und personell, sondern auch buchhalterisch.
Das Projekt möchte auch die Stadt Ustí nad Labem beleben, seine Bewohner einladen, sich im öffentlichen Raum zu bewegen, indem es ein niedrigschwelliges deutsch-tschechisches Kulturprogramm anbietet. Vertiefenden Diskussionen nach den Filmprojektionen sind Essenziell wichtig für uns. Der Dokumentarfilm vermittelt, öffnet und problematisiert dem Publikum die heutige Welt. Er hilft, sie zu verstehen, indem er auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam macht. Er ermöglicht die Empathie mit Menschen, die wir ansonsten nicht treffen würden. Wir sind überzeugt, dass die Präsentation des Dokumentarfilmschaffens aus Tschechien und Deutschland nicht nur das aktuelle künstlerische Schaffen zugänglich machen kann, sondern vor allem aufzuzeigen vermag, welche Probleme und Themen zu beiden Seiten der Grenze gerade aktuell sind. Dadurch hilft es zu begreifen, welche gesellschaftlichen Wandlungen beide Länder zurzeit durchlaufen.

Wir rechnen mit Zuschauerzahlen von 3000 in Tschechien und 500 in Deutschland. Der PKP besitzt allerdings auch eine erhebliche mediale Wirkung. Es kann damit gerechnet werden, dass einige Themen zusätzlich von der Presse aufgegriffen werden. Ein selbstständiger, für den Kulturaustausch sehr wichtiger Bestandteil des Events ist das Programm für Studenten von verschiedenen Hochschulen aus der Region Ústí und Dresden. Neben den genannten Besucherzahlen erwarten wir auch einen Networking-Effekt unter den Studenten der gleichen Studienrichtungen in beiden Ländern. Das grenzübergreifende Studentenprogramm möchten wir in Zukunft noch erweitern und für mehr Studenten zugänglich machen.

Best practice

Als Nachspieltour mit Begleitprogramm des in Ústí nad Labem stattfindenden Pavel-Koutecký-Filmpreises (PKP) begab sich das internationale Festival Elbe Doc.k vom 24. bis 26. Mai auf Jungfernfahrt nach Dresden. Der renommierte tschechische PKP zeichnet seit elf Jahren herausragende nationale Dokumentarfilme aus. Elbe Doc.k Dresden präsentierte zum ersten Mal dem Publikum im Thalia-Kino die diesjährigen Preisträger und Nominierten des Filmpreises sowie internationale Dokumentarfilme und ein deutsch-tschechisches dokumentarisches Kurzfilmprogramm. Ein weiterer Bestandteil des Programms in Dresden waren zwei Musikabende mit tschechischen Musikern. Ziel des Projektes war nicht nur, neue Zuschauer für den Dokumentarfilm zu gewinnen, sondern auch einen Vergleich zwischen aktuellen gesellschaftlichen Trends in Tschechien, Deutschland und der Welt anzuregen.
Da sich das Festival an ein junges Publikum richtete, beinhaltete das Begleitprogramm ein grenzüberschreitendes Filmbildungsprogramm für deutsche und tschechische Studenten. Der vom 16. bis 20. Mai in Ústí nad Labem stattgefundene Workshop hatte neben der erzieherischen Komponente auch einen grenzüberschreitenden Netzwerkcharakter. Ein Teil der Workshopteilnehmer hat in der darauffolgenden Woche die Filmvorführungen in Dresden im Rahmen von Filmeinführungen und Q&As mit den Filmemachern begleitet.
Das Begleitprogramm zum PKP ermöglichte den deutschen und tschechischen Teilnehmern und Zuschauern einen durch Dokumentarfilme angeregten interkulturellen Austausch. Insbesondere das moderierte Filmprogramm weckte das gegenseitige Interesse an aktuellen gesellschaftlichen Problemen und Wandlungen beider Länder. Die anschließenden Diskussionen mit den Filmemachern regte die Teilnehmer und Zuschauer auch über den Kinosaal hinaus zum Austausch über das Leben jenseits der Grenze an. Es konnten neue Bekanntschaften gemacht und gegenseitige Empathien geweckt werden. Nicht zuletzt ermöglichte das Projekt den Projekt- und Kooperationspartnern durch die eng verzahnte Zusammenarbeit, ein deutsch-tschechisches Kulturnetzwerk aufzubauen, welches in den kommenden Jahren fortbestehen soll.

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