Derweil in Tschechien... 26/26
03.07.2026
Tschechischer Hitzerekord in Nordböhmen
Der wärmste je gemessene Ort in Tschechien befindet sich seit Sonntag im nordböhmischen Doksany. Am 28. Juni stieg die Temperatur in der dortigen Messstation auf 41,9 Grad Celsius. Die überhaupt höchste Temperatur wurde damit zum ersten Mal in einem Juni erreicht.
Dass der neue Rekord gerade in Doksany aufgestellt wurde, hat auch Gründe in einigen lokalen Besonderheiten. Die Messstation ist mit 158 Metern über dem Meeresspiegel die am niedrigsten gelegene in ganz Tschechien. Doksany befindet sich zudem im Niederschlagsschatten des Erzgebirges und öfter als anderswo herrscht in Doksany Windstille wie eben am Sonntag. Außerdem ist die Temperatur in Städten gewöhnlich um 1,5 Grad höher als auf dem Land.
Bundesverdienstkreuz für Kristina Kaiserová
Die Historikerin Kristina Kaiserová wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Kristina Kaiserová erhielt die Auszeichnung für ihre Verdienste um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen. „Die Auszeichnung honoriert zugleich Ihr oft freiwilliges Engagement auf dem Gebiet der tschechisch-deutschen Beziehungen und der Erforschung der gemeinsamen Geschichte“, schreibt Steinmeier weiter. Kaiserová erhielt das Bundesverdienstkreuz aus den Händen des deutschen Botschafters in Prag, Peter Reuss.
Kristina Kaiserová wurde 1956 in Varnsdorf geboren und studierte Geschichte und Tschechisch an der Karls-Universität in Prag. Nach sieben Jahren im Archiv in Děčín wechselte sie 1990 an die Universität in Ústí, zunächst als Fachassistentin am Lehrstuhl für Geschichte an der Pädagogischen Fakultät. Außerdem wurde sie wissenschaftliche Sekretärin am Institut für slawisch-germanische Studien, das sie ab 2006 bis heute leitet.
Sie machte sich vor allem um die Gründung des Collegium Bohemicum verdient, das die Ausstellung über die Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien vorbereitete und 2021 eröffnete. Bis heute ist sie Vorsitzende des Verwaltungsrats des Collegium Bohemicum. Doch ihr Engagement geht noch weit darüber hinaus. Sie forschte vor allem zur Geschichte von Ústí (Aussig), aber auch der ganzen sächsisch-böhmischen Grenzregion.
Ehrenamtlich organisierte sie auch über Jahrzehnte den erfolgreichen Sprachkurs Colloquia Ustensia, der jedes Jahr im Sommer in Ústí stattfand. Zugleich engagiert sie sich bis heute in vielen deutsch-tschechischen Initiativen und regt immer wieder die Zusammenarbeit an.
Tschechen sind urlaubsfreudiger als Deutsche
Die Sommerferien haben begonnen, in Tschechien wie jedes Jahr am 1. Juli. 8 von 10 Befragten in Tschechien fahren laut Holiday Barometer in den kommenden Wochen in Urlaub. Damit ist Tschechien unter elf betrachteten europäischen Ländern eines der urlaubsfreudigsten. Mehr Urlaub wird nur noch in Italien gemacht, schreibt die Tageszeitung Děčínský deník, die aus den Ergebnissen der Umfrage zitiert. Beim ehemaligen Urlaubsweltmeister Deutschland planen nur noch 7 von 10 Befragten einen Sommerurlaub.
Der wichtigste Grund für die Zurückhaltung sind vor allem finanzielle Probleme. In Tschechien gaben das unter den 20 Prozent, die nicht verreisen, 62 Prozent der Befragten an. 46 Prozent haben für ihre Zurückhaltung persönliche Gründe. Es waren mehrere Antworten möglich.
Die Urlaubsfreude der Tschechen bezieht sich nicht nur auf die Sommerferien. Laut Holiday Barometer reisen fast zwei Drittel zweimal oder noch häufiger pro Jahr in den Urlaub. Auch dieser Wert ist in Deutschland geringer. Die Hälfte der Befragten aus Tschechien verbringen wenigstens einen Teil des Urlaubs im Inland. In Italien, Spanien und Frankreich sind es mit 7 von 10 Befragten deutlich mehr. Auch sehen 56 Prozent der befragten Tschechen ihren Idealurlaub im Ausland. Nur 3 von 10 verreisen am liebsten im Inland.
Auch das kann finanzielle Gründe haben, denn der starke Kurs der Krone (momentan kostet ein Euro 24,2 Kronen) sorgt dafür, dass Auslandsurlaube günstiger werden. Vor zehn Jahren konnten sich nur 3 von 10 Befragten einen Auslandsurlaub leisten. Laut der Reiseagentur Invia gibt eine tschechische Familie im Urlaub am Meer, also im Ausland, im Schnitt 69.000 Kronen aus, umgerechnet rund 2.850 Euro.
Hřensko erweitert Böllerverbot
Der Grenzort Hřensko (Herrnskretschen) hat das geltende Böllerverbot auf das ganze Gemeindegebiet ausgedehnt. Eine Änderung der bisherigen Verordnung war wegen eines neuen Gesetzes nötig geworden, das unter anderem den Gebrauch von Pyrotechnik in der Nähe von Krankenhäusern oder Seniorenheimen verbietet. Nun befindet sich in Hřensko zwar weder das eine noch das andere, aber die Gemeinde hatte als eine von wenigen bereits vor dem Gesetz ein Böllerverbot und musste das jetzt entsprechend anpassen. Nun gilt das Verbot auf dem gesamten Gemeindegebiet. Dazu gehört auch der Weg zum Pravčická brána (Prebischtor), der jährlich von über 100.000 Menschen genutzt wird. Doch da gelten auch das Waldgesetz und das Naturschutzgesetz, und beide verbieten ebenfalls den Gebrauch von Pyrotechnik.
Die neue Verordnung lässt den Gebrauch von privaten Feuerwerkskörpern nur im bebauten Gebiet zu und das auch nur während des Übergangs vom alten ins neue Jahr.
Stark beanspruchte Notunterkünfte im Riesengebirge
Notunterkünfte sollen eigentlich nur für den Notfall genutzt werden, wie der Name schon sagt. Wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen Česká Televize berichtet, beklagt im Riesengebirge die dortige Nationalparkverwaltung allerdings einen gezielten Missbrauch. Entsprechend seien die Notunterkünfte etwas zu gut genutzt. „Eigentlich sind diese Unterkünfte dafür gedacht, bei schlechtem Wetter Unterschlupf zu finden. Dort kann man sich dann trockene Sachen anziehen und seine Wanderbrote essen“, erklärt Nationalparksprecher Radek Drahný. Bei dem derzeitigen Gebrauch sei dann für jene, die wirklich in Not sind, gar kein Platz mehr. Außerdem trage diese intensive Nutzung zu einer auffallenden Verschmutzung rund um die Unterkünfte bei. Da diese ohne Klo ausgestattet sind, verrichteten die Gäste ihre Notdurft überall in der Umgebung. Dort liegen dann Zellstofftaschentücher und weitere Abfälle.
Für die Übernachtung seien Bergbauden vorgesehen. Da stoßen allerdings offenbar völlig unterschiedliche Vorstellungen von Gebirgstouristik aufeinander. Wie der Fernsehbericht weiter zeigt, sei das Übernachten unter freiem Himmel oder in den Notunterkünften fester Bestandteil des Wanderns im Gebirge. „Für uns sind eher die Bergbauden die Notlösung“, sagte im Fernsehen eine Anna aus Prag. Das sei oft auch eine Geldfrage.
Insgesamt gibt es im Riesengebirge über 20 solcher einfacher Unterkünfte, in denen Schutzsuchende übernachten können. Allerdings drohe bei „Missbrauch“ auch keine Gefahr. An exponierten Stellen werde durch Nationalparkranger kontrolliert. Doch für den ganzen Nationalpark gibt es nur 19 Ranger. Die Durchsetzung einer ausschließlichen Notnutzung wäre also gar nicht möglich.
Anders als im Riesengebirge ist die Übernachtung in einfachen Unterkünften auf der böhmischen Seite des Erzgebirges gewollt. Dort treibt vor allem der Tourismusverband die Aufstellung von verschiedenen einfachen Übernachtungsmöglichkeiten für eine Nacht voran. Diese sind auch mit Toiletten ausgestattet. Sie sind vor allem für Fans des Fernwanderns gedacht, das schon seit einigen Jahren Konjunktur erlebt. Über das Erzgebirge führen verschiedene Fernwanderwege. Einer von ihnen ist die „Stezka Českem“.
Beste Eisdiele gekrönt
Das beste Eis im Kreis Ústí gibt es in dem kleinen Dorf Radejčín, das noch am ehesten durch den gleichnamigen Autobahntunnel durchs Böhmische Mittelgebirge bekannt ist. Nun macht dem Dorf auch das dortige Café "Kolotočka" alle Ehre. Die Leser der Tageszeitung Ústecký deník wählten es mit 52 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz der besten Eisdielen. Nur ganz knapp dahinter landete der Vorjahressieger „Zmrzlina z Garaže“ aus Svádov, einem rechtselbischen Ortsteil von Ústí. Für das Eis aus der Garage stimmten 45 Prozent. Die Eisdiele liegt verkehrsgünstig am Elberadweg. Bei der Abstimmung wurden auch noch weitere Eisdielen vorgeschlagen, die aber nur wenige Stimmen erhielten.
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