Euroregion Elbe/Labe

Týdenní přehled č. 18

Abraumbagger bei Most soll Attraktion werden – Weg zur Grundmühle teils gesperrt – Legendäres Kaufhaus Kotva wird saniert – Größter Batteriespeicher Tschechiens in Betrieb

02.02.2024

Abraumbagger bei Most soll Attraktion werden

Abraumbagger RK 5000 in der Grube bei Most
Abraumbagger RK 5000 in der Grube bei Most (© Karelj; cropped; CC BY-SA 4.0)

In einigen Jahren wird von dem riesigen Braunkohletagebau ČSA bei Most (Brüx) nur noch ein großer See übrig sein. Nächstes Jahr endet dort nämlich die Kohleförderung und beginnt die Rekultivierung. Geht alles gut, könnte es dann aber noch einen Zeugen der Kohleförderung geben. Der Bezirk Ústí verhandelt mit der Eigentümerin, der Grubenfirma Sev.en über den Erhalt des Abraumbaggers RK 5000. Er ist der größte seiner Art in Nordböhmen. Bis 2016 war er noch in Betrieb. Für seinen Erhalt müsste er allerdings rund einen Kilometer bewegt werden. Sein jetziger Standort soll in Zukunft unter Wasser liegen. Entscheidend wird, sich zu einigen, wer die Kosten für den Transport übernimmt. Diese werden auf rund 3 Millionen Euro geschätzt.
Der Eimerkettenbagger ist fast 160 Meter lang und fast 40 Meter hoch. Der Gigant mit 15.000 Tonnen Gewicht kam ab 1983 zum Einsatz. Damals kostete seine Anschaffung fast 250 Millionen Kronen, was in heutigen Preisen 160 Millionen Euro entspricht.

Weg zur Grundmühle teils gesperrt

Die Ruine der Grundmühle in der Böhmischen Schweiz
Die Ruine der Grundmühle in der Böhmischen Schweiz (© Steffen Neumann)

Wegen der Beseitigung instabiler Bäume kommt es in den nächsten Wochen zu Einschränkungen am gelb markierten Wanderweg von Jetřichovice (Dittersbach) Richtung Dolský mlýn (Grundmühle). Wie der Nationalpark Böhmische Schweiz informiert, dauern die Arbeiten auf dem gut einen Kilometer langen Abschnitt bis Ende März und nur in der Woche. An Wochenenden ist der Weg also geöffnet.

Die Grundmühle ist von den Fällungen nicht betroffen und bleibt weiter zugänglich. Der Nationalpark empfiehlt den blau markierten Weg von Vysoká Lípa und den grün markierten Weg von Srbská Kamenice. Beide sind für Fußgänger. Die dritte Möglichkeit ist der blau markierte Weg von Kamenická Stráň, den auch Radfahrer nutzen können.

Legendäres Kaufhaus Kotva wird saniert

Das Prager Kaufhaus Kotva
Das Prager Kaufhaus Kotva (© Steffen Neumann)

Nach 49 Jahren ist erst einmal Schluss für das Prager Kaufhaus Kotva. Das seinerzeit größte Kaufhaus der Tschechoslowakei hatte am Mittwoch zum letzten Mal geöffnet. Jetzt soll eine der Brutalismus-Ikonen in Tschechien saniert werden. Läuft alles gut, könnte das Kaufhaus in drei Jahren wiedereröffnen.

Der Eigentümer, die Immobilientochter der italienischen Versicherung Generali, möchte die Fassade zu 100 Prozent erhalten. Das Kaufhaus ist wohl das bekannteste Werk des Architektenpaars Věra und Vladimír Machonin. Die beiden Architekten setzten in attraktiver Lage am Platz der Republik (náměstí Republiky) einen markanten Kontrapunkt zur umgebenden älteren Architektur. Seit 2019 steht das Kotva unter Denkmalschutz.

Veränderungen sind im Innern des Kaufhauses und an den Außenanlagen geplant. So sollen in den oberen Etagen Büroräume und ganz oben neu ein Restaurant einziehen. Die unteren Etagen sind für die Geschäfte bekannter Marken vorgesehen. Für die Gestaltung der Außenanlagen möchte der Investor die Öffentlichkeit einbeziehen.

Das Kotva ist eine Legende der Einkaufskultur. Bei seiner Eröffnung im Jahr 1975 mussten Armeeeinheiten dafür sorgen, dass das Gebäude von den angereisten Menschenmassen nicht gestürmt wurde. In den letzten Jahrzehnten kämpfte es ähnlich wie andere Kaufhäuser mit einer veränderten Verkaufsstrategie, die mehr auf sogenannte Galerien bzw. Einkaufszentren ausgerichtet war. Einer dieser modernen Konsumtempel entstand 2007 mit dem Palladium in der ehemaligen Georg-von-Podiebrad-Kaserne direkt gegenüber des Kotva.

Von den drei bekanntesten Kaufhäusern Prags vor 1989 verwandelte sich zuerst das Máj in ein Tesco-Warenhaus. Das Einkaufszentrum, das inzwischen Englisch "My" hei´ßt, gehört inzwischen der tschechischen Firma Amadeus Real Estate. Das dritte, deutlich kleinere Kaufhaus Bílá Labuť im funktionalistischen Stil, das 1939 eröffnete, ist heute eine Art Einkaufsgalerie mit verschiedenen Läden, dessen Popularität jedoch stark zurückgegangen ist. Es befindet sich nicht weit vom Kotva in der Straße Na Poříčí. Auch hier ist eine Sanierung geplant.

Größter Batteriespeicher Tschechiens in Betrieb

In Ostrava-Vítkovice ist der bislang größte Batteriespeicher Tschechiens in Betrieb gegangen. Die Batterie dient zum Ausgleich von Netzschwankungen. Gleichzeitig kann die Anlage mit einer Kapazität von 10 Megawatt in den Nachtstunden Elektroenergie zum günstigen Preis aufkaufen und in Spitzenzeiten abgeben. Das gleiche ist bei starker Energieproduktion aus Fotovoltaikanlagen möglich.

Investor und Betreiber ist der mehrheitlich staatliche Energiekonzern ČEZ, der bereits weitere derartige Projekte vorbereitet. Bis 2030 plant ČEZ die Inbetriebnahme von 6.000 Megawatt zur Speicherung von Erneuerbaren Energien.

 


 

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