Euroregion Elbe/Labe

Týdenní přehled č. 19

Děčín saniert die Lange Fahrt – Skigebiete trotzen dem Tauwetter – Tschechien weiter ohne Euro – Der frühere Botschafter in Deutschland František Černý ist tot

09.02.2024

Děčín saniert die Lange Fahrt

Rekonstrukce Dlouhé jízdy na Zámek Děčín
Bauarbeiten an der Langen Fahrt am Schloss Děčín (© Statuarní město Děčín)

Am Montag war es so weit. Baufahrzeuge rückten an, Bagger rissen die Asphaltdecke der fast 300 Meter Langen Fahrt zum Schloss in Děčín (Tetschen) auf. Fast das ganze Jahr wird der klassische Zugang zum Schloss gesperrt sein. Grund ist die Sanierung der vor fast 350 Jahren angelegten Zufahrt. Nicht nur der Zustand der Straße, sondern auch der sie umgebenden hohen Mauern war bereits grenzwertig. Zwischenzeitlich musste ein Teil der Mauer stabilisiert werden. Bis Dezember werden der Asphalt durch Beton ersetzt, der in seiner Färbung an historische Schotterwege erinnern soll, und die Mauer komplett saniert.
Da die gesamte Zufahrt einschließlich seitlicher Eingänge gesperrt ist, kommen auf Besucher teils Umwege zu. Für Menschen mit Bewegungseinschränkung wird es beinahe unmöglich, das Schloss zu besuchen. Als alternativen Zugang empfiehlt das Schloss den Weg über die Südgärten. Aber auch dort gibt es Treppen. In der Nähe des Speichers befindet sich auch ein kleiner Parkplatz. Alternativ kann der Weg an der Nordseite vom Elbufer und der Tyrš-Brücke genutzt werden. Der Weg schlängelt sich am Nordhang nach oben und ist relativ steil. Beide alternative Wege münden in den ersten Schlosshof.
Die Lange Fahrt ist eine der mondänsten Schlosszufahrten. An ihrer Nordseite schließt im oberen Teil der Rosengarten an, der bereits seit letztem August geschlossen ist und dessen Sanierung noch bis 2025 dauert.

Skigebiete trotzen dem Tauwetter

Die hohen Temperaturen und das Regenwetter machen den Wintersport kurz vor Beginn der Winterferien in Sachsen im Gebirge nahezu unmöglich. Auch im böhmischen Erzgebirge ist der Schnee so gut wie weggeschmolzen. Für Langlauf fehlt damit der Schnee. Auch einige Skigebiete haben ihren Betrieb vorerst eingestellt. Dazu zählen die Skigebiete am Bouřňák (Stürmer) bei Mikulov und in Český Jiřetín. Dagegen verfügen die Skigebiete in Telnice und Klíny immer noch über genug Kunstschnee, doch die Bedingungen werden nicht besser. Für kurzzeitige Besserung sorgte der Niederschlag zur Wochenmitte, der in Lagen über 500 Meter bereits als Schnee fiel, aber tags darauf schon wieder verschwunden war.

Völlig problemlos ist das Skifahren weiter am höchsten Berg des Erzgebirges, dem Klínovec (Keilberg). Aber selbst in dieser Höhenlage herrschen zurzeit Plustemperaturen. Geöffnet sind unter anderem auch die Skigebiete am Plešivec und am Ještěd. Das relativ warme Wetter herrscht bereits seit über drei Wochen. Niedrige Temperaturen sind erst zum Ende der nächsten Woche in Sicht. Bis dahin könnten weitere Skigebiete vorübergehend schließen.

Tschechien weiter ohne Euro

Der Staatspräsident Petr Pavel hatte die Euro-Einführung in seiner Neujahrsansprache zum Thema gemacht. Eigentlich hatte sich Tschechien mit dem EU-Beitritt 2004 auch zur Einführung der Gemeinschaftswährung verpflichtet. Darauf wartet die Union allerdings bis heute.

Doch auf den Aufschlag des Präsidenten musste die Politik reagieren, zumal sich mit der Bürgermeisterpartei STAN ein Regierungspartner schon seit langem darum bemüht, den Weg zur Euro-Einführung zu eröffnen. Auch die Piraten und TOP09 gehören seit Langem zu den Befürwortern. Strikt dagegen ist die ODS von Premierminister Petr Fiala.

Anfang der Woche hat Europaminister Martin Dvořák (STAN) nun Fakten geschaffen und einen Koordinator für die Euro-Einführung ernannt. Es ist der anerkannte Ökonom Petr Zahradník. Damit düpierte Dvořák aber die Koalitionspartner. Am Mittwoch einigte man sich, auf einen Koordinator erst einmal zu verzichten. Zahradník bleibt aber als Berater von Dvořák im Amt. Die ressortübergreifende Koordination allerdings darf er nicht ausüben.

Damit dürfte das Schicksal des Euro in Tschechien erst einmal wieder besiegelt sein. Die Parteien wissen nur zu gut, dass so ein Schritt unter der tschechischen Bevölkerung keine Mehrheit hätte. Im Gegenteil, eine große Mehrheit ist dafür, die Krone beizubehalten.

Der frühere Botschafter in Deutschland František Černý ist tot

František Černý, 2021
František Černý, 2021 (© Lupa67/Wikipedia; CC BY-SA 4.0)

Er war überall da, wo Deutschland und Tschechien aufeinanderzugingen. Der frühere Botschafter František Černý ist Anfang Februar im Alter von 93 Jahren verstorben.

1931 in Prag in eine deutsch-tschechische Familie geboren, trug Černý das Verständigungsgen in sich. Nach dem Zweiten Weltkrieg lernte er zunächst Maschinendreher. In den 1950er und 1960er Jahren erlebte er das zunehmende Tauwetter und den Prager Frühling als Rundfunkjournalist. Nach der Niederschlagung durfte er nicht weiter als Journalist arbeiten und schlug sich als Deutschlehrer durch.

Doch nach der Samtenen Revolution schlug seine Stunde. Präsident Václav Havel wusste nur zu gut, warum er Černý als Botschafter nach Deutschland schickte. Erst nach Bonn, von wo er mit der Botschaft nach Berlin umzog. Doch auch im verdienten Ruhestand war nicht Schluss. Im Gegenteil, František Černý begleitete das gelegentlich auch schmerzvolle Zusammenwachsen der beiden Staaten und das Aufarbeiten der wunden Punkte ganz aktiv mit. Er gründete gemeinsam mit der letzten Autorin der deutschsprachigen Literatur Kafkas und Brods, Lenka Reinerová, und dem Germanisten Kurt Krolop das Prager Literaturhaus deutscher Sprache, wo er bis zuletzt aktiv war.

Mit Černý verliert nicht nur Tschechien, sondern auch Deutschland einen Vermittler, der immer interessiert und mit der Noblesse alter Schule bereit war, auf Menschen zuzugehen. Botschafter war er eigentlich bis zum Schluss und das nicht nur a.D.

 

 


 

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